• 06.06.2020
      08:25 Uhr
      In der Welt zuhause Iran, Masuleh: Leben auf dem Hausdach | arte
       

      Von den Pfahlhütten im Amazonas bis hin zu den Mikrohäusern der Metropole Tokio: Wohnraum kann ganz unterschiedlich gestaltet sein. Den verschiedenen Wohnformen liegt dabei jedoch stets dieselbe Frage zugrunde: Wie kann sich der Mensch den Raum zu eigen machen, um dort in Sicherheit, in Gemeinschaft und im Einklang mit der Umgebung zu leben? Der französische Philosoph Philippe Simay stellt ungewöhnliche Behausungen in aller Welt vor und erkundet, was die Architektur über die Lebensweise der Bewohner aussagt. Heute besucht er die belebten Hausdächer im iranischen Ort Masuleh, nördlich der Hauptstadt Teheran.

      Samstag, 06.06.20
      08:25 - 08:50 Uhr (25 Min.)
      25 Min.
      VPS 08:35
      HD-TV Stereo

      Von den Pfahlhütten im Amazonas bis hin zu den Mikrohäusern der Metropole Tokio: Wohnraum kann ganz unterschiedlich gestaltet sein. Den verschiedenen Wohnformen liegt dabei jedoch stets dieselbe Frage zugrunde: Wie kann sich der Mensch den Raum zu eigen machen, um dort in Sicherheit, in Gemeinschaft und im Einklang mit der Umgebung zu leben? Der französische Philosoph Philippe Simay stellt ungewöhnliche Behausungen in aller Welt vor und erkundet, was die Architektur über die Lebensweise der Bewohner aussagt. Heute besucht er die belebten Hausdächer im iranischen Ort Masuleh, nördlich der Hauptstadt Teheran.

       

      Stab und Besetzung

      Regie David Perrier

      „Iran verkehrt herum“, so bezeichnen viele Iraner die Provinz Gilan. Alles ist hier anders: Klima, Landschaft, Architektur. Die grüne Region bildet einen starken Kontrast zu den kargen Landstrichen im Landesinneren. Das iranische Dorf Masuleh wurde dort im Elburs-Gebirge mit über 100 Meter Höhenunterschied gebaut. Seit dem 16. Jahrhundert ist es geprägt von einer einzigartigen Architektur: Die Häuser sind terrassenförmig in den Hang hineingebaut und alle nach Süden ausgerichtet. Eng nebeneinanderstehend berühren sich die Dächer und dienen als Fußwege und Höfe. Autos oder andere Fahrzeuge fahren hier keine - die kleinen Gassen werden alle lediglich zu Fuß oder mit kleinen Schubkarren durchquert.

      Homogen fügen sich die Häuser in die Landschaft ein - die Verwendung lokaler Materialien wie Erde und Stein ist bis heute fest in der Kultur verankert. Bis zu einen Meter dicke Wände schützen die Gebäude gegen Erdbeben und den häufigen, unerwartet schnellen Wetterschwankungen. So bildet der Baustil von Masuleh ein Gleichgewicht zwischen künstlicher und natürlicher Architektur: Die Häuser passen sich an die umliegende Landschaft an und wurden doch von Menschenhand in die Natur gesetzt.

      Die miteinander verbundenen „Gemeinschaftsdächer” dienen als öffentlicher und privater Raum zugleich. So schaffen sie eine einheitliche Architektur, die es erleichtert, alle Mitbewohner zu integrieren. Gleichzeitig stehen sie als Symbol für die zunehmende Öffnung Masulehs zur Welt. Nicht ohne Grund gehört der Ort vielleicht bald zum UNESCO-Weltkulturerbe. Aktuell stellt der zunehmende Tourismus die Bewohner jedoch vor ganz neue Herausforderungen.

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      Samstag, 06.06.20
      08:25 - 08:50 Uhr (25 Min.)
      25 Min.
      VPS 08:35
      HD-TV Stereo

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