• 30.05.2020
      21:15 Uhr
      Pures Silber. Oder: Wie China zur Weltmacht wurde (2/3) Dokumentationsreihe China / Großbritannien 2018 | arte Tipp
       

      Die dreiteilige Dokumentationsreihe zeigt den Einfluss des Silbers auf China und die Geschichte der Welt im Laufe der letzten 500 Jahre. In den Vereinigten Staaten, Russland, Lateinamerika sowie in Großbritannien und Kontinentaleuropa war dieses Edelmetall an der Entstehung und dem Untergang ganzer Imperien beteiligt; es läutete die Globalisierung des Handels ein. Der chinesische Silberhandel sorgte für einen Boom der Metropolen, sei es Boston, Hongkong, Shanghai oder Sevilla. Er führte das chinesische Kaiserreich aber auch an den Abgrund und zum Krieg mit den westlichen Mächten.

      Samstag, 30.05.20
      21:15 - 22:10 Uhr (55 Min.)
      55 Min.

      Die dreiteilige Dokumentationsreihe zeigt den Einfluss des Silbers auf China und die Geschichte der Welt im Laufe der letzten 500 Jahre. In den Vereinigten Staaten, Russland, Lateinamerika sowie in Großbritannien und Kontinentaleuropa war dieses Edelmetall an der Entstehung und dem Untergang ganzer Imperien beteiligt; es läutete die Globalisierung des Handels ein. Der chinesische Silberhandel sorgte für einen Boom der Metropolen, sei es Boston, Hongkong, Shanghai oder Sevilla. Er führte das chinesische Kaiserreich aber auch an den Abgrund und zum Krieg mit den westlichen Mächten.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Graeme Hart Michael Burke

      Im ausgehenden 18. Jahrhundert herrschten unter der Qing-Dynastie Frieden und Wohlstand in China. Porzellan und Seide aus dem Reich der Mitte waren in der ganzen Welt begehrt und wurden mit dem einzigen Gegenwert bezahlt, an dem China interessiert war: Silber. Auch Tee, dessen Herstellung nur die Chinesen beherrschten, wurde bald zu einem wichtigen Exportgut.

      1792 entsandte die britische Regierung gemeinsam mit der Ostindien-Kompanie eine Handelsmission nach China, die den chinesischen Kaiser Qianlong dazu bewegen sollte, als Bezahlung für Tee britische Waren zu akzeptieren und den Briten Grund und Boden für die Einrichtung eines ständigen Handelsstützpunkts zu überlassen. Ohne Erfolg: Der Kaiser ging nicht auf die britischen Forderungen ein. Auch zu Beginn des 19. Jahrhunderts diktierte China noch die Konditionen für den Handel.

      Doch mit den USA trat bald ein neuer Akteur im Welthandel auf den Plan. Auch die Amerikaner wollten Tee, waren aber im Gegensatz zu England bereit, ausschließlich in Silber zu bezahlen. Ab den 1830er Jahren wurde Amerika zu einem der größten Handelspartner Chinas. Von den amerikanisch-chinesischen Geschäften profitierten beide Seiten gleichermaßen, und die daraus entstehende Wertschöpfung veränderte die amerikanische Wirtschaft nachhaltig.

      Angesichts der Weigerung der Chinesen, sich Teeexporte mit britischen Erzeugnissen vergüten zu lassen, beschlossen die Briten, ihre Handelsbilanz durch massive Einfuhren von Opium zu verbessern, für das sie in Indien bereits das Handelsmonopol besaßen. Die Hauptlieferanten waren die beiden Schotten William Jardine und James Matheson. Bald stiegen auch die Amerikaner mit Opium aus der Türkei in diesen Markt ein. Die Droge überschwemmte China. Der Kaiser erwog, den Opiumhandel entweder zu gestatten und zu besteuern, oder ihn noch strenger zu ahnden.

      Schließlich schickte er 1839 seinen besten Beamten Lin Zexu als Sonderkommissar nach Kanton, wo dieser 70.000 Opiumpfeifen konfiszierte, 1.500 chinesische Händler verhaftete und die ausländischen Kaufleute zur Herausgabe aller in ihrem Besitz befindlichen Opiumbestände aufforderte. Als sie sich weigerten, beschlagnahmten und vernichteten die Chinesen 20.000 Kisten Opium. Mit dem Argument, dass es sich dabei um einen Angriff auf ihr Privateigentum handle, überzeugten William Jardine und James Matheson die britische Regierung, China den Krieg zu erklären.

      1840 griff das mit modernsten Waffen ausgerüstete britische Expeditionskorps Kanton an. China blieb angesichts der Zerstörung seiner Flotte und zahlreicher Forts keine andere Wahl, als 1842 den Vertrag von Nanking zu unterzeichnen, in dessen Folge es vier neue Handelshäfen öffnen und Hongkong an Großbritannien abtreten musste.

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      Samstag, 30.05.20
      21:15 - 22:10 Uhr (55 Min.)
      55 Min.

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 29.05.2020