• 26.02.2020
      20:15 Uhr
      Tagebuch einer Kammerzofe Spielfilm Belgien / Frankreich 2014 - Schwerpunkt: Die Bären sind los: ARTE und die 70. Berlinale | arte Tipp
       

      Die schöne Célestine ist Kammerzofe und hat bereits zahlreiche Male ihren Arbeitgeber gewechselt. Sie gilt als unstetig. Als ihre Pariser Agentur ihr schließlich eine Stelle in einem bürgerlichen Haus in der Normandie organisiert, sieht sie sich schon bald mit Unmoral und Unsittlichkeit der bourgeoisen Familie konfrontiert: Geiz, Pedanterie und sexuelle Bedrängnis gehören zum Alltag. Die junge, selbstbewusste Frau aber lässt sich nicht alles gefallen und freundet sich bald schon mit dem antisemitischen Gärtner Joseph an.

      Mittwoch, 26.02.20
      20:15 - 21:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      Die schöne Célestine ist Kammerzofe und hat bereits zahlreiche Male ihren Arbeitgeber gewechselt. Sie gilt als unstetig. Als ihre Pariser Agentur ihr schließlich eine Stelle in einem bürgerlichen Haus in der Normandie organisiert, sieht sie sich schon bald mit Unmoral und Unsittlichkeit der bourgeoisen Familie konfrontiert: Geiz, Pedanterie und sexuelle Bedrängnis gehören zum Alltag. Die junge, selbstbewusste Frau aber lässt sich nicht alles gefallen und freundet sich bald schon mit dem antisemitischen Gärtner Joseph an.

       

      Frankreich, um 1900: Nach ständig wechselnden und teilweise dramatisch endenden Anstellungen als Kammerzofe wird die junge und attraktive Célestine von ihrer Pariser Agentur in den Dienst der bürgerlichen Familie Lanlaire in der Normandie geschickt. Dort angekommen, muss sie schon bald mit den überaus unangenehmen Seiten ihrer Herrschaft umgehen: Madame ist von Geiz zerfressen, pedantisch und nutzt jede Gelegenheit, sie zu provozieren; und Monsieur gibt ihr unverhohlen seine ungezügelte sexuelle Lust zu verstehen. Doch Célestine ist willensstark und weiß brüsk zu vermitteln, dass sie nicht alles mit sich machen lässt.

      Auch unter den Hausangestellten herrscht moralische Verkommenheit: Die Köchin Marianne vertraut Célestine ein grauenvolles Geheimnis an, und der Gärtner Joseph ist ein antisemitischer Faschist. Von ihm jedoch ist die selbstbewusste Kammerzofe, die es vorzieht, sich distanziert und beobachtend zu geben, fasziniert. Seine Avancen und seinen Vorschlag, mit ihm als seine Frau weit weg von den Lanlaires ein neues Leben zu beginnen, lehnt sie allerdings zunächst ab. Nach einiger Bedenkzeit willigt sie ein und die beiden beschließen, das Silber von Madame und Monsieur zu stehlen und damit einen Neuanfang zu wagen.

      In "Tagebuch einer Kammerzofe" wird eine großbürgerliche Oberschicht inszeniert, die einerseits versucht, im Hinblick auf ihren Ruf in der Gesellschaft den Schein zu wahren, sich aber andererseits ungezügelt ihren sexuellen Fantasien und pedantischen Absonderlichkeiten hingibt.

      Benoît Jacquot inszenierte eine sinnliche und faszinierende Adaption des gleichnamigen Romans von Octave Mirbeau. Das Drama wurde bereits mehrfach verfilmt, unter anderem von Jean Renoir (1946) mit Paulette Goddard in der Hauptrolle sowie von Luis Buñuel (1964) mit Jeanne Moreau. Benoît Jacquot legte besonderen Wert darauf, neben Leinwandstars wie Léa Seydoux und Vincent Lindon auch weniger bekannte Theaterschauspieler in die Besetzung aufzunehmen. Die Literaturverfilmung wurde für drei Césars und bei den Prix Lumières nominiert.

      ARTE strahlt das Drama während der diesjährigen Berlinale aus, wo es als Weltpremiere 2015 im Wettbewerb lief.

      • Schwerpunkt: Die Bären sind los: ARTE und die 70. Berlinale

      Berlinale Fieber auf ARTE! Ab Mittwoch, 19. Februar bis Mittwoch, 26. Februar zeigt ARTE preisgekrönte Filme und Dokumentationen zu Ehren der 70. Berlinale. Highlight ist unter anderem der ungarische Spielfilm "Körper und Seele" der Regisseurin Ildiko Enyedi, die 2017 den Goldenen Bären für den besten Film gewann oder Oskar Roehlers "HERRliche Zeiten", ein satirisches und provokantes Portrait der heutigen Gesellschaft. Yasemin Samdereli beschreibt auf humorvolle Art und Weise in ihrer Komödie "Almanya" Identitätskrisen junger Deutsch-Türken. Filmstar Isabelle Huppert ist in "Die Nonne" zu sehen, der 2013 auf der Berlinale zu sehen war. Paul Lenis Stummfilmklassiker des Weimarer Kinos "Das Wachsfigurenkabinett" erlebt seine Premiere in restaurierter Fassung bei der Berlinale und kurz danach auch auf ARTE.

      Wird geladen...
      Wird geladen...
      Mittwoch, 26.02.20
      20:15 - 21:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 22.02.2020