• 03.08.2019
      20:00 Uhr
      Matera - Verborgene Heimat Dokumentation Deutschland 2019 | arte
       

      Vielleicht ist sie die Mutter aller Städte, Europa en miniature: Matera. Seit 9.000 Jahren besiedelt, war die süditalienische Stadt einst Achse zwischen Orient und Okzident. Viele Völker sind über sie hinweggezogen, Dynastien haben um sie gestritten. Die Kulturhauptstadt Europas 2019 hat alles erlebt, was Europa ausmacht: wechselnde Herrscher, Kriege, Blüte und bitterste Armut. Und jetzt den Willen zum Aufbruch.

      Samstag, 03.08.19
      20:00 - 20:55 Uhr (55 Min.)
      55 Min.

      Vielleicht ist sie die Mutter aller Städte, Europa en miniature: Matera. Seit 9.000 Jahren besiedelt, war die süditalienische Stadt einst Achse zwischen Orient und Okzident. Viele Völker sind über sie hinweggezogen, Dynastien haben um sie gestritten. Die Kulturhauptstadt Europas 2019 hat alles erlebt, was Europa ausmacht: wechselnde Herrscher, Kriege, Blüte und bitterste Armut. Und jetzt den Willen zum Aufbruch.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Alessandro Soetje

      Mitten in Europa und doch irgendwie fremd: Das süditalienische Matera vereint den archaischen Eindruck antiker Höhlenstädte des Orients mit den Elementen europäischer Baukunst. In grob behauenen Felsen dämmern die Fresken byzantinischer Mönche, während von der romanischen Kathedrale die Glocken läuten. Im barocken Palazzo Lanfranchi ziehen verhärmte Gestalten auf den Gemälden eines Carlo Levi vorüber, während fröhliche Touristen sich in steilen Gassen und gestylten Höhlenhotels verlieren. In Matera fließen 9.000 Jahre Geschichte zusammen, in Raum und Zeit.
      Die Dokumentation von Alessandro Soetje taucht ein in Höhlenkirchen, in denen Moose und Flechten Fresken überwachsen und neue Kunstwerke entstehen lassen. Die Dokumentation erkundet das ausgeklügelte System von Zisternen und Wasserleitungen, das in den Bauch der Stadt gegraben wurde. Dort begegnet das Kamerateam den Künstlern Enzo Viti und Teresa Lupo, die das Innenleben ihrer Stadt erforschen, kartografieren und zeigen, wie klug ihre Vorfahren gedacht haben, wie ökologisch.
      Auch im Bauen - der Stadtplaner Pietro Laureano, der Matera erfolgreich zum UNESCO-Weltkulturerbe geführt hat, erklärt die Modernität der jahrtausendealten Architektur: Wie das Material aus den Höhlen zu Häusern, Palazzi und Kirchen wurde. Ressourcenschonend, platzsparend, ein übergangsloses Innen und Außen, Oben und Unten.
      Dieses einzigartige System geriet in Vergessenheit über der „nationalen Schande“, die in den 50er Jahren zur Räumung der Höhlenwohnungen führte, nachdem der verbannte Arzt und Künstler Carlo Levi in seinem Roman „Christus kam nur bis Eboli“ auf die elenden Lebensbedingungen der Menschen in der Region Basilicata hingewiesen hatte. Junge Leute wie der heutige Bürgermeister Raffaello De Ruggieri sorgten dafür, dass das steinerne Erbe vor dem Verfall und Plünderern gerettet wurde und wieder Leben in die Sassi einzog.

      Schwerpunkt: Europäische Kulturhauptstadt: Matera 2019
      ARTE lädt ein nach Süditalien. Die Höhlenstadt Matera ist jahrhundertelang gewachsen. Die Blütezeit umfasst das 11. und 13. Jahrhundert, bevor ein langer Dornröschenschlaf folgte. Heute sind die Wohnhöhlen, die Sassi, Welterbe der UNESCO – und Matera Kulturhauptstadt Europas 2019. Die Dokumentation „Matera – Kulturhauptstadt 2019“ zeichnet die Geschichte der Höhlenstadt nach, in „Pietro Mascagnis Cavalleria rusticana in den Sassi von Matera“ wird Matera zur Opernkulisse und „Zu Tisch“ beleuchtet die kulinarische Seite der geschichtsträchtigen italienischen Höhlenstadt.

      Hoch oben auf einem Plateau in der süditalienischen Region Basilikata liegt Matera, eine der ältesten und exotischsten Städte der Welt. Vielleicht ist sie die Mutter aller Städte, das Europa en miniature. Seit 9.000 Jahren besiedelt, war die Höhlenstadt mit ihren Sassi einst Achse zwischen Orient und Okzident.

      Die europäische Kulturhauptstadt 2019 hat alles erlebt, was Europa ausmacht. Nach Armut und langem Dornröschenschlaf erweckte erst Carlo Levis Roman „Christus kam nur bis Eboli“ die Grottenstadt erneut zum Leben. Heute ist sie Touristenmagnet – und seit 1993 Welterbe der UNESCO.

      ARTE beleuchtet mit einer Dokumentation die Geschichte der von Sandstein und Wohnhöhlen geprägten Stadt. Auch große Oper in den kleinen Gässchen von Matera zollt der Höhlenstadt ihr Tribut. Nach „La Traviata“ am Hauptbahnhof Zürich und Donizettis „Liebestrank“ am Mailänder Flughafen wird Matera zur Opernkulisse. Aufgeführt wird ein Klassiker des italienischen Verismus: die „Cavalleria rusticana“ von Pietro Mascagni. Die Handlung ist einer der „Sizilianischen Novellen“ von Giovanni Verga von 1880 nachempfunden. Es geht um Liebe, Eifersucht und Tod.Auch Koch- und Wohntradition treffen in den Sassi aufeinander.

      In einer der Höhlenwohnungen lebt Pino Sigillino mit seiner Großfamilie. Seit seinem Ruhestand hat er Zeit zu kochen: am liebsten seine berühmte Parmigiana, ein Aubergineneintopf mit Käse und Salami. Zeitreise, kulinarische Genüsse und Familientradition sind in der Kulturhauptstadt vereint.

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      Samstag, 03.08.19
      20:00 - 20:55 Uhr (55 Min.)
      55 Min.

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