• 17.05.2019
      14:00 Uhr
      Was vom Tage übrigblieb Spielfilm Großbritannien / USA 1993 (The Remains of the Day) | arte
       

      Auf einer Autofahrt durchs England der Nachkriegszeit wird der alternde Butler Stevens von Erinnerungen überflutet: An Lord Darlington, dem er treu ergeben war und der nach dem Krieg als Verräter verurteilt wurde; an die von ihm heimlich verehrte Haushälterin Miss Kenton, die aus Resignation einen anderen heiratete; und an den prächtigen Landsitz Darlington Hall, wo sich die Reichen und Mächtigen zu treffen pflegten.
      „Was vom Tage übrigblieb” zeigt das spätviktorianische England, welches seine Unmenschlichkeit hinter Anstandsregeln und verinnerlichter Knechtschaft verschleierte.

      Freitag, 17.05.19
      14:00 - 16:05 Uhr (125 Min.)
      125 Min.

      Auf einer Autofahrt durchs England der Nachkriegszeit wird der alternde Butler Stevens von Erinnerungen überflutet: An Lord Darlington, dem er treu ergeben war und der nach dem Krieg als Verräter verurteilt wurde; an die von ihm heimlich verehrte Haushälterin Miss Kenton, die aus Resignation einen anderen heiratete; und an den prächtigen Landsitz Darlington Hall, wo sich die Reichen und Mächtigen zu treffen pflegten.
      „Was vom Tage übrigblieb” zeigt das spätviktorianische England, welches seine Unmenschlichkeit hinter Anstandsregeln und verinnerlichter Knechtschaft verschleierte.

       

      England in der Nachkriegszeit: Stevens, der langjährige Butler in Darlington Hall, erbittet sich von seinem neuen Herrn, einem reichen Amerikaner, ein paar Tage Urlaub, um Miss Kenton wiederzusehen - jene Frau, die er 1936 für Lord Darlington als Haushälterin eingestellt hatte und die das Anwesen bereits vor 20 Jahren verließ, um zu heiraten.

      Im Laufe der Autofahrt werden in Stevens Erinnerungen an Lord Darlington und die Vorkriegsjahre wach, aber auch an die junge Miss Kenton. Das Darlington Hall des untergegangenen, viktorianisch geprägten England ersteht vor seinem inneren Auge in all seiner einstigen Pracht. Doch hinter der Fassade - den glänzenden Abend- und Jagdgesellschaften - zeigt sich in der Gestalt Lord Darlingtons das düstere Gesicht jenes britischen Adels, der den blaublütigen Unterhändlern Nazi-Deutschlands Tor und Tür öffnete. Zugleich wurden die eigenen Landsleute, denen - ganz wie dem Butler Stevens - jede Gefühlsregung untersagt war, zu blindem, knechtischem Gehorsam erzogen. So hatte Stevens beim Tod seines Vaters keine Träne verloren und sich Miss Kenton gegenüber jede Gefühlsregung als Zeichen von Schwäche verboten.

      Doch auch jetzt, nachdem Lord Darlington als Verräter und Kollaborateur verurteilt wurde und sich selbst gerichtet hat, vermag es Stevens nicht, seinen ehemaligen Dienstherrn zu kritisieren. Als Stevens und Miss Kenton nun aufeinandertreffen, flackert erneut eine zarte Zuneigung zwischen ihnen auf - zum letzten Mal, denn der unverheiratete Butler und die geschiedene Haushälterin werden sich nie mehr wiedersehen ...

      Nach „Wiedersehen in Howards End” (1992) arbeitete Regisseur James Ivory in „Was vom Tage übrigblieb” erneut mit Emma Thompson und Anthony Hopkins zusammen. Hopkins‘ präzise Darstellung einer Figur, die alles – auch sich selbst – der Kontrolle unterwirft und sich von einem undurchdringlichen Panzer des Nichtfühlens, Nichtdenkens, Nichtsehenwollens umgibt, lässt den Zuschauer jedes Mal erbeben. „Was vom Tage übrigblieb” bekam insgesamt acht Oscarnominierungen, unter anderem für den besten Film und die beste männliche und weibliche Hauptrolle.

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      Freitag, 17.05.19
      14:00 - 16:05 Uhr (125 Min.)
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