• 21.04.2019
      14:00 Uhr
      Der Kindermörder von Bethlehem? Herodes der Große | arte
       

      Herodes der Große - berüchtigt für seine Grausamkeit. In die christliche Überlieferung ist er als der Herrscher eingegangen, der den Bethlehemitischen Kindermord befohlen hat. Gleichzeitig ist er aber auch ein Genie, sowohl in strategischer Kriegsführung als auch in der Kunst der Diplomatie. Bei seinen Untertanen war er allerdings nicht beliebt, darüber konnten weder seine beeindruckende Persönlichkeit noch Gewalt hinwegtäuschen. Die Unsicherheit über seine Position im Reich führte bei ihm zu Verfolgungswahn, und so ließ er viele Menschen auch aus seiner näheren Umgebung töten - sogar die Liebe seines Lebens …

      Sonntag, 21.04.19
      14:00 - 14:50 Uhr (50 Min.)
      50 Min.

      Herodes der Große - berüchtigt für seine Grausamkeit. In die christliche Überlieferung ist er als der Herrscher eingegangen, der den Bethlehemitischen Kindermord befohlen hat. Gleichzeitig ist er aber auch ein Genie, sowohl in strategischer Kriegsführung als auch in der Kunst der Diplomatie. Bei seinen Untertanen war er allerdings nicht beliebt, darüber konnten weder seine beeindruckende Persönlichkeit noch Gewalt hinwegtäuschen. Die Unsicherheit über seine Position im Reich führte bei ihm zu Verfolgungswahn, und so ließ er viele Menschen auch aus seiner näheren Umgebung töten - sogar die Liebe seines Lebens …

       

      Stab und Besetzung

      Regie Alan Rosenthal

      Er ist berühmt und berüchtigt: Im Neuen Testament wird von Herodes dem Großen berichtet, er habe die Ermordung aller männlichen Säuglinge in Bethlehem befohlen. Doch ist das wahr?

      Viele Zeitgenossen hätten Herodes einen solchen Befehl durchaus zugetraut, denn obsessiver Ehrgeiz und rücksichtsloser Machterhalt gepaart mit heftiger Leidenschaft und einer wahnhaften Eifersucht wurden dem König Judäas schon zu Lebzeiten nachgesagt. Kaiser Augustus soll gesagt haben, er sei lieber des Herodes Schwein als des Herodes Sohn.

      Sein Aufstieg zur Macht war das Ergebnis kluger politischer Schachzüge in einer unruhigen Zeit, denn geboren wurde er in eine vornehme idumäische Familie, die zum Judentum erst zwangskonvertiert wurde. Seinen Untertanen war er somit „nicht jüdisch genug“. Seine Position versuchte Herodes durch die Heirat mit Mariamne, einer Prinzessin aus dem alten jüdischen Herrschergeschlecht, zu legitimieren. Populär wurde er bei seinen jüdischen Untertanen dennoch nicht. Seine offen zur Schau gestellte Freundschaft mit Rom, der damals bestimmenden Macht in der Region, nahmen sie ihm übel.

      Um sich Anerkennung zu verschaffen, startete Herodes ein großes Bauprogramm rund um das Mittelmeer. Sein bedeutendstes Projekt war der Neubau des Zweiten Tempels in Jerusalem, das absolute Zentrum jüdischen Glaubens. Jerusalem verhalf er so zu neuem Glanz.  

      Seine lange Regierung wurde von ständigen Palastintrigen überschattet, die zu Morden und Hinrichtungen, selbst im allerengsten Familienkreis, führten. Und doch gelang es Herodes dem Großen im Gegensatz zu seinen Nachfolgern, den Frieden im Heiligen Land für viele Jahrzehnte zu bewahren.

      Dokumentation Israel 2019

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