• 31.03.2015
      23:50 Uhr
      Des Kaisers schmutzige Wäsche Wilhelm II. - Frieden oder Krieg? | arte
       

      Deutschlands letzter Kaiser, Wilhelm II., dient bis heute als Symbol für die konservative, militarisierte preußische Gesellschaft der Jahre vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Doch gleichzeitig war er auch der Mittelpunkt der illustren Tafelrunde seines Freunds und Beraters Philipp Fürst zu Eulenburg-Hertefeld. Doch als dieser von einem Journalisten der Homosexualität bezichtigt wurde, musste sich der Kaiser von seinem Berater trennen.

      Dienstag, 31.03.15
      23:50 - 00:45 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      HD-TV Stereo

      Deutschlands letzter Kaiser, Wilhelm II., dient bis heute als Symbol für die konservative, militarisierte preußische Gesellschaft der Jahre vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Doch gleichzeitig war er auch der Mittelpunkt der illustren Tafelrunde seines Freunds und Beraters Philipp Fürst zu Eulenburg-Hertefeld. Doch als dieser von einem Journalisten der Homosexualität bezichtigt wurde, musste sich der Kaiser von seinem Berater trennen.

       

      Wilhelm II., Deutschlands letzter Kaiser führte ein eigenartiges Doppelleben. Der auf sein internationales Prestige und auf herbe Männlichkeit bedachte Monarch war der schillernde und umschwärmte Mittelpunkt einer homosexuellen Männerrunde, bekannt als "Liebenberger Kreis", eine Tafelrunde seines engsten Vertrauten und besten Freundes, Philipp Fürst zu Eulenburg-Hertefeld auf Schloss Liebenberg bei Berlin.

      Über 20 Jahre sind Eulenburg und Wilhelm eng befreundet. Der erfahrene, den schönen Künsten zugetane Fürst berät den Kaiser aber auch politisch und arbeitet auf einen Ausgleich mit Frankreich hin: Für einen dauerhaften Frieden wird, mit Beteiligung französischer Diplomaten, über die Rückgabe Elsass-Lothringens diskutiert. Doch dann wird Eulenburg von dem einflussreichen Journalisten Maximilian Harden der Homosexualität bezichtigt, damals nach § 175 Strafgesetzbuch mit empfindlicher Strafe belegt. Der Kaiser muss sich von seinem Berater trennen, nun hat das Militär wieder maßgeblichen Einfluss auf den Monarchen. 1914 bricht der Erste Weltkrieg aus.

      Mit John C.G. Röhl, dem weltweit führenden Experten der Geschichte des Kaiser Wilhelm II., Norman Domeier, der sich ausführlich mit dem Eulenburg-Skandal auseinandersetzte, und weiteren Historikern sowie Politikern zeichnet die Dokumentation das Bild eines Kaisers, der zwischen Krieg und Frieden hin- und hergerissen war. Die Originalschauplätze, wie das Neue Palais, Schloss Liebenberg, das Jagdschloss Grunewald und das Kriminalgericht Moabit bilden dabei eine anschauliche Kulisse für das Sittengemälde einer Zeit, in der Sexualpolitik über Krieg und Frieden und das Schicksal von Dynastien entscheiden konnte.

      Ein Film von Claus Bredenbrock

      Wird geladen...
      Dienstag, 31.03.15
      23:50 - 00:45 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      HD-TV Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 28.05.2022