• 02.01.2015
      18:05 Uhr
      Cecilia Bartoli, Mission Agostino Steffani in Versailles | arte
       

      Cecilia Bartoli, die unermüdlich auf der Suche nach originellen Konzepten und musikalischem Neuland ist, hat es sich zur Aufgabe gemacht, den vergessenen italienischen Komponisten Agostino Steffani (1654-1728) ins Bewusstsein der Musikwelt zu rufen. In den Alleen und Gemächern von Versailles bringt ihre wunderbare Stimme Werke dieses faszinierenden Musikers zu Gehör. Begleitet wird sie von dem französischen Countertenor Philippe Jaroussky, der sich ebenfalls mit großer Begeisterung dem in Vergessenheit geratenen Repertoire widmet.

      Freitag, 02.01.15
      18:05 - 19:10 Uhr (65 Min.)
      65 Min.
      Stereo HD-TV

      Cecilia Bartoli, die unermüdlich auf der Suche nach originellen Konzepten und musikalischem Neuland ist, hat es sich zur Aufgabe gemacht, den vergessenen italienischen Komponisten Agostino Steffani (1654-1728) ins Bewusstsein der Musikwelt zu rufen. In den Alleen und Gemächern von Versailles bringt ihre wunderbare Stimme Werke dieses faszinierenden Musikers zu Gehör. Begleitet wird sie von dem französischen Countertenor Philippe Jaroussky, der sich ebenfalls mit großer Begeisterung dem in Vergessenheit geratenen Repertoire widmet.

       

      Agostino Steffani, ein Zeitgenosse von Girolamo Frescobaldi und Francesco Cavalli, verbrachte die meiste Zeit seines Lebens in Paris, wo er Lullys Musik entdeckte, und später in Deutschland, wo er sich mit den Regeln des Kontrapunkts vertraut machte. Als Komponist war er ein Mittler zwischen dem italienischen, französischen und deutschen Stil. Seine Musikerlaufbahn verlief allerdings im Sande, als er Ende der 1690er Jahre mit diplomatischen Missionen betraut wurde, die er mit großem Erfolg wahrnahm. In späteren Jahren stellte er sein Leben in den Dienst von Kirche und Staat: Er wurde zum Bischof berufen, blieb aber gleichzeitig Diplomat.

      Gewiss erklärt sich daraus, dass Steffani in Abhandlungen über italienische Musik kaum auftaucht und sein Werk lange unbekannt blieb. Bei Musikwissenschaftlern gilt er jedoch heute als "einer der bedeutendsten Opernkomponisten seiner Zeit und als unumstrittener Meister des Gesangsduetts", so Colin Timms. Den überzeugenden Beweis dafür liefert Cecilia Bartoli gemeinsam mit dem Countertenor Philippe Jaroussky.

      Die in Rom geborene italienische Mezzosopranistin Cecilia Bartoli trat 1974 an der Oper ihrer Heimatstadt als Hirte in Puccinis "Tosca" erstmals öffentlich auf. Ihr Studium absolvierte sie am Römischen Musikkonservatorium und wurde außerdem von ihren Eltern Silvana Bazzoni und Angelo Bartoli unterrichtet, die beide Sänger waren.1985 wurde sie bekannt, als sie an der Pariser Oper in einem Gedenkkonzert für Maria Callas mitwirkte, 1988 trat sie in Hamburg in ihrer Paraderolle als Rosina in Rossinis "Il barbiere di Siviglia" auf; diese Rolle sang sie auch in Rom, Zürich, Barcelona, Lyon, Houston und Dallas. 1990 wirkte sie unter Herbert von Karajan bei den Salzburger Osterfestspielen mit. 1991 war sie die Dorabella in Mozarts "Così fan tutte" unter Zubin Mehta beim Maggio Musciale in Florenz, 1992 unter Daniel Barenboim; 1994 war sie in Wien die Despina unter Riccardo Muti und die Zerlina in Patrice Chéreaus Inszenierung von Mozarts "Don Giovanni" unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim bei den Salzburger Festspielen, desgleichen 1993 in der Giorgio Strehler-Inszenierung an der Mailänder Scala. 1996 folgte ihr Debüt an der New Yorker Metropolitan Opera; hier sang sie auch 1997 Rossinis "La Cenerentola". 1998 trat sie in Zürich in Paisiellos "Nina" und als Susanna auf - eine Partie, die sie im gleichen Jahr auch unter Levine an der Met sang. Einer der Höhepunkte der Saison 2002/2003 war ihr Auftritt in Rossinis "Il Turco in Italia" am Opernhaus Zürich unter der musikalischen Leitung des Chefdirigenten Franz Welser-Möst.
      Große Erfolge erzielte Cecilia Bartoli, eine der begehrtesten und erfolgreichsten Sängerinnen unserer Zeit, auch auf dem Konzertpodium und bei ihren gefeierten Liederabenden, den ersten davon gab sie 1989 in der Londoner Wigmore Hall. Als Barock-Interpretin hatte sie Auftritte mit dem Ensemble "Concentus Musicus Wien", mit "Il Giardino Armonico", mit der "Akademie für Alte Musik Berlin" sowie "The Academy of Ancient Music" und "Les Arts Florissants". Im Jahr 2001 wurde sie in Deutschland "Künstlerin des Jahres". Mit ihrem "Vivaldi Album", das 1999 erschien, errang sie zahlreiche Preise und Auszeichnungen.
      Cecilia Bartoli engagiert sich immer wieder für die Neuentdeckung von in Vergessenheit geratenen Kompositionen beziehungsweise Interpreten: Die Welt der Kastraten aus dem 18. Jahrhundert hat sie auf ihrem Album "Sacrificium" wieder aufleben lassen. ARTE brachte dazu die Sendung "Die Kunst der Kastraten" (2009). Ebenso akribisch war sie bei der Spurensuche nach der sagenumwobenen Maria Malibran, der ersten Diva der Operngeschichte. "Cecilia Bartoli - Maria Malibran - Die Geschichte einer Leidenschaft" (2008) sowie "Cecilia Bartoli in Barcelona - Hommage an Maria Malibran" (2008) waren die beiden Sendungen, die ARTE Cecilia Bartoli und der französischen Opernsängerin Maria Malibran widmete.

      Philippe Jaroussky, geboren 1978 in Maisons-Laffitte im französischen Departement Yvelines, gilt als einer der besten Countertenöre der Gegenwart: Mühelos klettert er mit seiner Stimme in hohe Sopranlagen und bewältigt virtuose Koloraturen mit schwebender Leichtigkeit.
      Im Alter von elf Jahren erhielt er ersten Geigenunterricht, mit 15 begann er, Klavier zu lernen. An den berühmten Musikakademien von Versailles und Boulogne-Billancourt studierte er beide Instrumente sowie Harmonielehre und Komposition. Seine Gesangslehrerin Nicole Fallien, die ihn bis heute unterrichtet, entdeckte sein außerordentliches stimmliches Talent. Da war er gerade einmal 18 Jahre alt.
      Darüber hinaus verfolgte er seine Studien im Fach Alte Musik bei Michel Laplenie und Kenneth Weiss an der Pariser "École de Musique National-Régional". Sein erstes großes Engagement erhielt er im Jahr 1999 mit einer Aufführung des Orato

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