• 18.11.2014
      01:10 Uhr
      Der dreiflügelige Spiegel Stummfilm Frankreich 1927 (La glace à trois faces) | arte
       

      Ein wohlhabender junger Geschäftsmann verliebt sich nacheinander in drei ganz unterschiedliche Frauen. Doch er ist schwach, und statt sich den Erwartungen seiner Geliebten zu stellen, flieht er mit seinem Sportwagen an die mondänen Strände von Deauville. Eine Schwalbe setzt der Flucht allerdings ein unerwartetes Ende. Der dreiteilige Episodenfilm erzählt jeweils die Geschichte einer der Frauen und ihren Blick auf das Liebesverhältnis, wobei sich Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit kunstvoll bis zur Unkenntlichkeit vermischen.

      Nacht von Montag auf Dienstag, 18.11.14
      01:10 - 01:50 Uhr (40 Min.)
      40 Min.
      Stereo HD-TV Original mit Untertitel

      Ein wohlhabender junger Geschäftsmann verliebt sich nacheinander in drei ganz unterschiedliche Frauen. Doch er ist schwach, und statt sich den Erwartungen seiner Geliebten zu stellen, flieht er mit seinem Sportwagen an die mondänen Strände von Deauville. Eine Schwalbe setzt der Flucht allerdings ein unerwartetes Ende. Der dreiteilige Episodenfilm erzählt jeweils die Geschichte einer der Frauen und ihren Blick auf das Liebesverhältnis, wobei sich Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit kunstvoll bis zur Unkenntlichkeit vermischen.

       

      Ein wohlhabender Geschäftsmann schafft es nicht, den Erwartungen seiner drei Geliebten zu entsprechen, und flieht vor jeder Verantwortung. Ein Episodenfilm in drei Teilen. Im ersten Teil des Films ist der Geschäftsmann bei Pearl, einer eleganten englischen Dame. Er fasziniert sie mit seiner "ruhigen und tyrannischen" Art, wie sie sagt - doch sie ist todunglücklich in ihrer Beziehung. Denn ihr Geliebter ist ständig mit seinen Geschäften beschäftigt und hat kaum Zeit für sie. Zur Entschädigung wirft er ihr herablassend einen kostbaren Ring hin - doch auch der kann Pearl nicht trösten. Da sie mit ihrer trotzigen Art nichts erreicht, versucht sie ihn am Abend mit einem anderen Mann eifersüchtig zu machen. Doch auch das hilft nicht. Ihr Geliebter fragt den Nebenbuhler kurzerhand, ob Pearl ihm gefalle, und bittet die beiden, den Abend doch gemeinsam zu verbringen. Zurück an seinem Schreibtisch schreibt er ihr eine Notiz, dass er wegfährt, um sein seelisches Gleichgewicht wiederherzustellen.

      In der zweiten Episode besucht der Geschäftsmann Athalia, eine russische Bildhauerin. Doch die Launen der Russin werden ihm bald zu viel, er ergreift wieder die Flucht in seinem Sportwagen und hinterlässt eine schlechte Ausrede als Notiz. Die dritte Episode scheint zunächst glücklicher zu verlaufen. Das einfache Mädchen Lucie wartet seit Monaten auf ihren geliebten Geschäftsmann, der dann auch endlich auftaucht und sie zu einem Ausflug mitnimmt. Doch schließlich verlässt er auch sie wieder. Mit rasender Geschwindigkeit jagt er in seinem Sportwagen davon. Doch plötzlich fliegt ihm eine Schwalbe entgegen und bereitet seinem Leben ein jähes Ende.

      "Der dreiflügelige Spiegel" stammt aus der Zeit, als der Filmemacher Jean Epstein gerade seine eigene Produktionsfirma gründete. Seine Firma sollte sich zwar nicht als rentabel erweisen, aber erlaubte ihm doch eine ungeheure künstlerische Freiheit, die in seinem damaligen Avantgarde-Film "Der dreiflügelige Spiegel" unverkennbar ist. Mit unermüdlicher Experimentierfreude und sichtbarer Faszination für das Medium dreht Epstein Ende der 20er Jahre einen Episodenfilm, dessen Ästhetik bis heute fasziniert. ARTE zeigt den Film anlässlich der Jean-Epstein-Retrospektive, die dieses Jahr in der Cinémathèque française, die den Film restauriert hat, stattfand.

      • Schwerpunkt: Meisterwerke des Stummfilms

      Eröffnet wird der Programmschwerpunkt am 27. Oktober von einem deutschen Film: "Der Turm des Schweigens" ist eine interessante Wiederentdeckung aus der Reihe der technisch hochentwickelten Ufa-Produktionen Mitte der 20er Jahre. Seinen Stellenwert hat der Film durch seine Bauten und die exzellente Kamera-Arbeit von Günther Rittau, der durch seine Trickaufnahmen für Fritz Langs Nibelungen-Epos Bekanntheit erlangte. Der Film ist eine spannende Mischung aus Melodram, Mystery-Thriller und Abenteuerfilm.
      "Unter der Laterne" (1928) ist ein Film des Gründers der Deutschen Kinemathek, Gerhard Lamprecht, der anlässlich ihres 50-jährigen Jubiläums digitalisiert wurde und nun in HD zu sehen ist. Der Abstieg der Protagonistin Else vom Varieté zum Straßenstrich steht stellvertretend für unzählige junge Frauen, deren Sehnsucht nach Aufstieg und etwas Glamour an den moralischen und ökonomischen Gegebenheiten der Gesellschaft zerbricht. Ein Gesellschaftsbild der Großstadt in den 20er Jahren. Bernd Schultheiss kombinierte für seinen neuen Soundtrack Kammermusik mit Jazz-, Pop- und Rockelementen.
      "Das Blumenwunder" ist der erste Zeitrafferfilm über das Wachsen der Pflanzen. Das Basismaterial entstand zwischen 1921 und 1925 bei der BASF, die einen Werbefilm für Dünger plante. Zum Kulturfilm wurden diese Aufnahmen dann durch ihre Kombination mit Tanzszenen, die das Wachstum der Pflanzen pantomimisch darstellen, getanzt von Solisten der Berliner Staatsoper. Der Film fand bei seiner Premiere große Beachtung, sogar durch Alfred Döblin und Walter Benjamin. Die Musik schrieb Operettenkomponist Eduard Künneke, jetzt neu eingespielt vom WDR Rundfunkorchester Köln und der Leitung von Frank Strobel.
      Robert Flaherty (1885-1951) gilt als Pionier des Dokumentarfilms, obwohl seine Filme inszeniert sind. "Nanuk, der Eskimo" entstand 1920 und 1921 in äußersten Norden Kanadas. Er ist kein Porträt des von ihm inszenierten Inuits, der quasi sich selbst spiele, sondern zeigt das traditionelle Leben, das sich infolge der Erschließung des Landes schon weitgehend verändert hatte. 1923/24 entstand in Polynesien der Dokumentarfilm "Moana". Flaherty versuchte, die Kultur Samoas im Film festzuhalten und inszenierte Rituale nach, die durch Kolonialismus und Missionierung schon verdrängt waren. ARTE präsentiert den Film in einer ursprünglich von Flaherty intendierten und von seiner Tochter in den 80ern realisierten vertonten Fassung.
      "Der dreiflügelige Spiegel" ist ein knapp 40-minütiger Film des Surrealisten Jean Epstein, dem die Cinémathèque Française in diesem Jahr eine Ausstellung gewidmet hat. Alle Filme sind restaurierte Fassungen mit neuer Musik und deutsche Erstausstrahlungen.St. Mihiel bei Verdun und führt in eindrucksvollen Bildern die Agonie des Krieges vor Augen. Entsprechend wurde der Film zensiert. Für die nach Restaurierung fast vollständige Fassung schrieb der französische Komponist Philippe Schoeller eine Film-Symphonie für großes Orchester und virtuellen Chor, die am 8. November ihre Premiere in Paris hat. Auf ARTE läuft der Film nur drei Tage später am 11. November, an dem vor 96 Jahren im Jahr 1918 der Waffenstillstand unterzeichnet wurde.

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      Nacht von Montag auf Dienstag, 18.11.14
      01:10 - 01:50 Uhr (40 Min.)
      40 Min.
      Stereo HD-TV Original mit Untertitel

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 14.11.2018