• 30.09.2014
      20:15 Uhr
      Zug in die Freiheit Schwerpunkt: 25 Jahre Mauerfall | arte
       

      Im Herbst 2014 jährt sich die friedliche Revolution von 1989, die das Ende der DDR eingeläutet hat, zum 25. Mal. ARTE widmet jener wichtigen Zäsur für Deutschland und Europa einen umfassenden Programmschwerpunkt, beleuchtet die Ereignisse aus unterschiedlichsten Sichtweisen. Im Laufe des Jahres 1989 hatten immer mehr DDR-Bürger auf dem Gelände der deutschen Botschaft in Prag Zuflucht gesucht. Zeitweise hielten sich bis zu 4.000 Flüchtlinge gleichzeitig dort auf. Am 30.9.1989 verkündete ihnen Hans-Dietrich Genscher, dass ihre Ausreise in die BRD nun möglich sei. Am selben Abend noch sollte der erste Zug die Menschen nach Hof bringen.

      Dienstag, 30.09.14
      20:15 - 21:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo HD-TV

      Im Herbst 2014 jährt sich die friedliche Revolution von 1989, die das Ende der DDR eingeläutet hat, zum 25. Mal. ARTE widmet jener wichtigen Zäsur für Deutschland und Europa einen umfassenden Programmschwerpunkt, beleuchtet die Ereignisse aus unterschiedlichsten Sichtweisen. Im Laufe des Jahres 1989 hatten immer mehr DDR-Bürger auf dem Gelände der deutschen Botschaft in Prag Zuflucht gesucht. Zeitweise hielten sich bis zu 4.000 Flüchtlinge gleichzeitig dort auf. Am 30.9.1989 verkündete ihnen Hans-Dietrich Genscher, dass ihre Ausreise in die BRD nun möglich sei. Am selben Abend noch sollte der erste Zug die Menschen nach Hof bringen.

       

      30. September 1989 kurz vor sieben Uhr abends. Fast 4.000 Menschen drängen sich im Garten der Prager Botschaft. Sie alle warten auf die Nachricht von Hans Dietrich Genscher. Schließlich erscheint er auf dem Balkon. "Liebe Landsleute. Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise..." Der Rest seiner Rede wird von lautem Jubelgeschrei übertönt. Es ist der Beginn einer der bedeutendsten Ereignisse der deutschen Nachkriegsgeschichte. Noch am gleichen Abend soll der erste Zug von Prag aus in die BRD fahren.

      Doch was dann bekannt wird, sorgt für Entsetzen: Die Züge sollen einen Umweg fahren. Sie müssen durch die DDR. Für die Botschaftsflüchtlinge beginnt nun eine Zeit des Bangens und Hoffens. Die kommenden neun Stunden Zugfahrt wird kaum einer der Insassen je wieder vergessen. Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit steigen zu und sammeln die Pässe ein, Menschen versuchen, auf den Zug aufzusteigen, einige klettern durch die engen Fenster in die Wagons. Wo der Zug hält, kommt es zu Aufständen, Schlägereien und Festnahmen.

      Um sechs Uhr morgens erreicht der erste Zug schließlich den Zielort Hof - in der Bundesrepublik. Die erschöpften und gleichzeitig überglücklichen Flüchtlinge liegen sich weinend in den Armen. Helfer nehmen sie in Empfang und versorgen sie mit Essen, Getränken und Schlafmöglichkeiten.

      In dem 90-minütigen Doku-Drama "Zug in die Freiheit" wird das historische Ereignis nacherzählt, das den Weg zur Deutschen Einheit maßgeblich mitgeprägt hat. Im Fokus des Films wird die Perspektive der Menschen stehen, die in den Zügen saßen und hoffen mussten, dass ihre Ausreise nicht doch noch vorzeitig gestoppt wird. Der Film setzt sich aus hochwertigem Archivmaterial, Interviews mit Zeitzeugen und Reenactments zusammen.

      Dokumentarfilm Deutschland 2014

      • Schwerpunkt: 25 Jahre Mauerfall

      "Ich bin zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise ..." Der Rest der Rede des Bundesministers des Auswärtigen, Hans Dietrich Genscher, geht am 30. September 1989 im Jubel der Menge im Garten des Palais Lobkowicz der Prager bundesdeutschen Botschaft in der CSSR unter. Hans Dietrich Genscher kam gesundheitlich schwer angeschlagen direkt von der UNO aus New York, wo er gemeinsam mit dem kürzlich verstorbenen Außenminister der UdSSR Eduard Schewardnadse dem Regime der DDR eine humanitäre Lösung des nicht mehr ertragbaren Flüchtlingsproblems abgetrotzt hatte. Später bezeichnete Genscher diese kurze Rede vom Balkon als den schönsten und wichtigsten Moment seiner 25 Jahre dauernden Karriere als Bundesminister.
      Ab jetzt geht es Schlag auf Schlag mit dem Untergang der kommunistischen Regime im Ostblock. Die Menschen verlieren endgültig ihre Angst. Im Oktober gehen die Leipziger auf die Straße, Hunderte, Tausende, Zehntausende. Am 4. November demonstrieren Hunderttausende auf dem Alexanderplatz in Berlin, am 9. November fällt die Mauer. Der ganze DDR-Unterdrückungsapparat von Partei, Staatssicherheit, Volksarmee und Volkspolizei hat seinen Schrecken verloren.

      "Zug in die Freiheit" erzählt, was nach der Rede Genschers geschah. "Die Schuld der Anderen", mit Bundespräsident Gauck, setzt sich mit der Frage auseinander, wie Versöhnung zwischen Tätern und Opfern nach der Diktatur passieren kann. Und "1989" erinnert daran, dass es die Ungarn waren, die früh erkannten, dass mit der Angst ein Volk nicht zu regieren ist, und ein Loch in den Eisernen Vorhang schnitten. Neben diesen historischen Dokumentarfilmen zeigt ARTE im Rahmen des Schwerpunkts "Mauerfall" auch Kultur-Dokumentationen über die Agentur der Fotografen und Fotografinnen "Ostkreuz", eine Lucarne, "Zonenmädchen", Filme über Vaclav Havel und "Deutschland im Spiegel der Gegenwart, Blick zurück nach vorn" sowie "B-Movie - Das wilde West-Berlin der 80er Jahre - Eine Stadt im Ausnahmezustand".

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