• 13.08.2014
      21:35 Uhr
      Der Buchhändler von Belfast Dokumentation Frankreich / Irland 2012 | arte
       

      Die Doku-Fiktion zeichnet ein einzigartiges Porträt eines Belfast zwischen Vergangenheit und Modernität, zwischen der Erinnerung an eine blutige Zeit und den Verlockungen der Fernsehwelt. Vor allem ist "Der Buchhändler von Belfast" aber eine Hommage an das Irland der kleinen Leute. Neben dem Buchhändler John Clancy filmt Regisseurin Alessandra Celesia drei leidenschaftliche Musiker. Die Stadt ist dabei mehr als Kulisse. Auch sie ist hin- und hergerissen zwischen dem Drang, die Vergangenheit zu vergessen, und der Lust auf ein schöneres Leben in der Zukunft.

      Mittwoch, 13.08.14
      21:35 - 22:30 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV Original mit Untertitel

      Die Doku-Fiktion zeichnet ein einzigartiges Porträt eines Belfast zwischen Vergangenheit und Modernität, zwischen der Erinnerung an eine blutige Zeit und den Verlockungen der Fernsehwelt. Vor allem ist "Der Buchhändler von Belfast" aber eine Hommage an das Irland der kleinen Leute. Neben dem Buchhändler John Clancy filmt Regisseurin Alessandra Celesia drei leidenschaftliche Musiker. Die Stadt ist dabei mehr als Kulisse. Auch sie ist hin- und hergerissen zwischen dem Drang, die Vergangenheit zu vergessen, und der Lust auf ein schöneres Leben in der Zukunft.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Alessandra Celesia

      Der Buchhändler John Clancy musste seinen Second-Hand-Buchladen im Zentrum von Belfast wegen der rasant steigenden Mietpreise schließen. Jetzt lebt er mit viertausend unverkauften Büchern allein in einem Backsteinhaus. Seine literarische Arche Noah, die niemanden interessiert, enthält die gesamte nordirische Geschichte und Dichtung der letzten 60 Jahre. Sie ist der Ausgangspunkt zur Erforschung einer Stadt, die noch immer von den Wunden der Nachkriegszeit gezeichnet ist, aber auch unerwartete Möglichkeiten bietet.

      Ein Punk, der eigentlich lieber Cowboy wäre; eine junge Sängerin, die an einer Castingshow teilnimmt; ein alter Dichter und ein Rapper, der von der heutigen Stadt erzählt - das alles ist Belfast. Dennoch fühlt sich hier nicht jeder wohl. John Clancy betrachtet die ausklingende Epoche mit Wohlwollen und Humor; doch viele seiner Bekannten beschreiben Belfast als eine Stadt, die vor dem Hintergrund eines kriselnden Kapitalismus, den sie eigentlich nur vom Hörensagen kennt, nach einer neuen Identität sucht.

      Um die Charaktere ihrer Protagonisten authentisch wiederzugeben, lässt Filmemacherin Alessandra Celesia, die auch am Theater tätig ist, dem freien Spiel besonders viel Raum. Gemeinsam mit ihren Darstellern hat sie einen Film gedreht, in dem sich die Lebenswege der Figuren auf einzigartige Weise mit ihren Träumen, Hoffnungen, Enttäuschungen und Erfahrungen verbinden.

      Der Dokumentarfilm "Der Buchhändler von Belfast" heimste international verschiedene Preise ein, darunter die Auszeichnung "Bester Film" beim Festival dei Popoli 2012 in Florenz, den Publikumspreis beim Festival Escales Documentaires 2012 (La Rochelle), "Bester Film" beim Festival de film éducatif 2012 in Evreux sowie den Publikumspreis beim Festival Indie Lisboa 2013.

      Schwerpunkt: Literatursommer auf ARTE

      500 Kilometer nordöstlich von Sankt Petersburg erhebt sich am Rande des Weißen Meers eindrucksvoll das Soloweki-Kloster. Im 15. Jahrhundert gegründet, zählt es zum UNESCO-Weltkulturerbe. Seit 1991 beherbergt es auch wieder eine kleine Mönchbrüderschaft, denn nach der Oktoberrevolution schlossen die Sowjets das Kloster und machten es zum ersten Arbeitslager des Gulag. Paradoxerweise gab es in diesem Lager eine Bibliothek mit schätzungsweise 30.000 Titeln. Die Dokumentation "Solowki - Die verschwundene Lager-Bibliothek" begibt sich an den Ort dieser unglaublichen Büchersammlung.

      Das nordirische Belfast ist ein Ort, in dem um Ideen und Ideologien gestritten wird. Zwischen Katholiken und Protestanten gibt es einen fragilen Frieden doch es ging auch immer um die ganz großen Fragen unserer Gesellschaft. John Clancy war lange Zeit Buchhändler in Belfast, bis er wegen der hohen Ladenmieten schließen musste. Heute befindet sich sein Bücherschatz in seiner Wohnung. Und Clancy ist Passepartout zu all diesen Geschichten von damals und dem heutigen Leben in Belfast - in dem Film "Der Buchhändler von Belfast".

      In den Hochanden von Peru befindet sich das kleine Städtchen Cajamerca. Dort entstand 1970 das Projekt eines Netzwerks von kleinen Bibliotheken für die ganze Region. Mehr als 600 sind es, doch jede von ihnen hat nur einen sehr kleinen Buchbestand. Einmal gelesen, werden die Bücher mit Mais und Kartoffeln zusammen auf dem Rücken der Bauern zum nächsten Ort weitergetragen. Die Dokumentation "Die Wolkenbibliothek" stellt das ungewöhnliche Buchprojekt vor.

      "Der schönste Roman überhaupt", so bezeichnen Bücherfreunde Marcel Prousts Roman "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit". 1871 in Paris geboren, entwirft Proust in seinem siebenbändigen Hauptwerk die Geschichte einer mondänen Gesellschaft um die Jahrhundertwende. Alle sieben Bände vereint ein erzählendes subjektives Ich, das die bloße literarische Nacherzählung weit hinter sich lässt. Der Roman als optisches Instrument der Selbsterkenntnis - in der Dokumentation "Auf der Suche nach den Lesern".

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      21:35 - 22:30 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV Original mit Untertitel

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 21.05.2019