• 25.02.2014
      22:35 Uhr
      Wie wird die Stadt satt? Der Kampf um die Nahrungsmärkte der Zukunft - Thema: Zukunft findet Stadt | arte
       

      Wie soll die Weltbevölkerung in Zukunft ernährt werden? Die Dokumentation stellt unterschiedliche Modelle vor: Agrarwissenschaftler Peter Smeets möchte die Lebensmittelproduktion in große industrielle Zonen um die Städte herum verlegen. Der Ökolandwirt Felix zu Löwenstein glaubt, dass wir kein Produktions-, sondern ein Verteilungsproblem haben. Den Menschen auf dem Land fehle Zugang zu Wasser, zu Finanzierung und Bildung. Und in Berlin suchen Urban Gardener den Kontakt mit der Natur, soziales Miteinander und eine alternative Versorgung.

      Dienstag, 25.02.14
      22:35 - 23:30 Uhr (55 Min.)
      55 Min.
      Stereo HD-TV

      Wie soll die Weltbevölkerung in Zukunft ernährt werden? Die Dokumentation stellt unterschiedliche Modelle vor: Agrarwissenschaftler Peter Smeets möchte die Lebensmittelproduktion in große industrielle Zonen um die Städte herum verlegen. Der Ökolandwirt Felix zu Löwenstein glaubt, dass wir kein Produktions-, sondern ein Verteilungsproblem haben. Den Menschen auf dem Land fehle Zugang zu Wasser, zu Finanzierung und Bildung. Und in Berlin suchen Urban Gardener den Kontakt mit der Natur, soziales Miteinander und eine alternative Versorgung.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Irja Martens

      Der Agrarwissenschaftler Peter Smeets hat eine Vision: Der Großteil unserer Lebensmittelerzeugung, Gemüseproduktion und Viehhaltung soll in großen industriellen Zonen rund um die Stadt stattfinden. Sein Stichwort heißt Effizienz - ob bei Schweinezucht, Schlachtung, Milchviehbetrieben oder überdimensionalen Gewächshäusern. Denn seine Überzeugung lautet: "Den meisten Menschen ist es egal, woher ihr Essen kommt, solange es gut und billig ist. Sie interessieren sich erst dann für die Produktion, wenn etwas schief läuft."

      Das sehen die Urban Gardeners in Berlin ganz anders. In einer Diskussionsrunde inmitten der Kistenbeete und Sonnenblumen auf dem ehemaligen Tempelhofer Flughafengelände und in den Prinzessinnengärten im Szenekiez Kreuzberg erfährt man, worum es den Kleingärtnern geht: um den Kontakt mit der Natur, soziales Miteinander, gemeinsames Nachdenken und um eine alternative Versorgung.

      Roman Gaus aus Basel geht einen Schritt weiter - er möchte "Urban Farming" weltweit verbreiten. Mit seiner Pilotanlage auf einem Industriehallendach in Basel produziert der Stadtbauer Fisch und Gemüse und beliefert bereits fünf Restaurants "mit dem frischsten Fisch in der Stadt." Solche Versuche kann Peter Smeets nur belächeln, "für einen Nischenmarkt könnte das funktionieren, aber wenn man über die Welternährung spricht, lässt sich das nur in einem globalen Netzwerk lösen".

      So fährt Peter Smeets nach Indien, ein Land, in dem die von ihm erdachten "Agroparks" Wirklichkeit werden könnten. Denn hier ist Platz für den Bau riesiger industrieller Ernährungsparks, und der Bedarf, die Landwirtschaft weiter zu industrialisieren, ist groß. Smeets Gegenspieler ist Felix zu Löwenstein. Der Autor des Buches "Food Crash - Wir werden uns ökologisch ernähren oder gar nicht mehr" klagt an, dass wir kein Produktionsproblem haben, sondern ein Verteilungsproblem. Vielen Menschen auf dem Land fehle Zugang zu Wasser, zu Finanzierung und Bildung.

      Als Ökolandwirt beobachtet er mit großer Besorgnis die zunehmende Ausblutung ganzer Landstriche in Europa und in den Entwicklungsländern. Was soll aus diesen sich leerenden Landschaften werden? Ohne einen Mentalitätswandel vor allem in den Industrienationen sieht Löwenstein die Welt in eine globale Ernährungskrise ungekannten Ausmaßes stolpern. Bleibt nichts anderes übrig, als das Konsumverhalten der Menschen zu akzeptieren und ihren ständig steigenden Bedarf so effizient wie möglich zu befriedigen? Oder führt uns dieser Weg zwangsläufig in eine Sackgasse?

      Dokumentation Deutschland 2013

      Thema: Zukunft findet Stadt

      Bereits heute leben mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Im Jahr 2050 werden voraussichtlich bereits drei Viertel der Weltbevölkerung in Städten wohnen. "Thema am Dienstag" demonstriert, dass Städte nicht nur Krisenherde, sondern auch Ideenpools sein können, wirft einen Blick auf die Entwicklung von Städten, trifft kühne Stadtplaner und rebellische Bürger und untersucht, wie Stadtbewohner der Zukunft mit Nahrungsmitteln versorgt werden können.

      Zum ersten Mal in der Geschichte leben mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Im Jahr 2050 werden voraussichtlich bereits drei Viertel der Weltbevölkerung in Städten wohnen. Doch auch wenn Städte nur 0,4 Prozent der Erdoberfläche bedecken, verursachen sie doch knapp 80 Prozent der weltweiten Emissionen.

      Vor welche Herausforderungen dies Stadtplaner, Ingenieure und vor allem die Bewohner stellt und wie Städte zukünftig versorgt werden können, damit beschäftigt sich Thema unter dem Titel "Zukunft findet Stadt". Denn Städte sind nicht nur Krisenherde und Schauplätze der großen Probleme unserer Zeit, sie sind auch Ideenpools und Pioniere für bedeutende gesellschaftliche Veränderungen. Nicht zuletzt spielen sie eine zentrale Rolle als Tor zur Weltwirtschaft.

      Die Dokumentation "Stadt der Zukunft - Zukunft der Stadt" spielt in drei Metropolen Europas: London, Madrid und Hamburg. Die Dokumentation sucht eine Antwort auf die Frage, wer eigentlich bestimmt, wie sich unsere Städte entwickeln. In London lernt der Zuschauer das Konzept der Stadt als profitorientiertes Unternehmen kennen, das sich im weltweiten Wettbewerb mit anderen Metropolen beweisen muss.
      In Hamburg verfolgt ein Kamerateam die Umgestaltung eines Problemkiezes im Rahmen der Internationalen Bauausstellung 2013 und stellt diesen Prozess einer von Bürgern getragenen Umgestaltung eines kleinen noch ursprünglichen Künstlerviertels gegenüber, des Gängeviertels.
      In Madrid werden die Probleme einer ständig wachsenden Stadt sehr konkret: Nur knapp 20 Kilometer vom Zentrum entfernt ist ein illegal errichteter Stadtteil entstanden, in dem die Bewohner die Aufgaben der Verwaltung selbst übernehmen. Nach jahrzehntelanger Duldung durch die Behörden lässt die Stadt seit einigen Jahren Häuser abreißen und setzt Familien auf die Straße, weil das Gebiet wegen des Wachstums der Stadt wirtschaftlich interessant geworden ist.

      Die Dokumentation "Wie wird die Stadt satt? - Der Kampf um die Nahrungsmärkte der Zukunft" schließt sich an. Wo werden wir in Zukunft unsere Lebensmittel anbauen? Auf dem Land, auf Industrieflachdächern, in gemeinschaftlichen Stadtgärten oder riesigen Industriearealen vor der Stadt, wo dann Gewächshäuser neben Massentierhaltungsställen stehen werden? Und welche Folgen hat dies für die ländlichen Räume und die Slums der Städte? Muss die Nahrungsproduktion den Massen in die Stadt folgen? Muss der Fleischkonsum ins schier Unendliche steigen? Oder müssen wir unsere Ernährung umstellen und die Wirtschaftskreisläufe auf dem Land wieder stärken? Oder ist es dafür längst zu spät?

      Begleitet wird das Programm von einer Online-Applikation auf der ARTE-Plattform ARTE Future.

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