• 24.09.2013
      20:15 Uhr
      Goldman Sachs - Eine Bank lenkt die Welt Thema: "Am Ende gewinnt immer die Bank" | arte
       

      Die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs ist in den letzten Jahren zum Symbol für Maßlosigkeit und ausufernde Spekulationen im Finanzbereich geworden. Ihre Geschäfte mit der Zahlungsunfähigkeit amerikanischer Privathaushalte haben sie zwar an den Rand des Bankrotts gebracht, aber letztlich wurde sie dank ihrer politischen Verbindungen vor dem Aus bewahrt. Auch gegen den Euro soll Goldman Sachs spekuliert haben und an der Wirtschaftskrise Griechenlands nicht unbeteiligt sein.

      Dienstag, 24.09.13
      20:15 - 21:30 Uhr (75 Min.)
      75 Min.
      Stereo HD-TV

      Die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs ist in den letzten Jahren zum Symbol für Maßlosigkeit und ausufernde Spekulationen im Finanzbereich geworden. Ihre Geschäfte mit der Zahlungsunfähigkeit amerikanischer Privathaushalte haben sie zwar an den Rand des Bankrotts gebracht, aber letztlich wurde sie dank ihrer politischen Verbindungen vor dem Aus bewahrt. Auch gegen den Euro soll Goldman Sachs spekuliert haben und an der Wirtschaftskrise Griechenlands nicht unbeteiligt sein.

       

      Der Dokumentarfilm gibt Einblicke in die Mechanismen der finanziellen und politischen Machenschaften der Bank.
      Seit fünf Jahren steht die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs für sämtliche Exzesse und Entgleisungen der Finanzspekulation. Durch hochspekulative Geschäfte mit der Zahlungsunfähigkeit der amerikanischen Privathaushalte konnte sich die Bank an der aktuellen Finanzkrise bereichern und wurde dank ihrer politischen Verbindungen selbst vor dem Bankrott bewahrt.

      Als die amerikanische Krise über den Atlantik nach Europa schwappte, wurde Goldman Sachs zu einem der Protagonisten der Euro-Krise: Die Bank soll gegen die europäische Einheitswährung spekuliert und die griechische Staatsschuldenbilanz mit Hilfe komplexer und undurchsichtiger Währungsgeschäfte geschönt haben. Als die europäischen Regierungen nacheinander dem Zorn der Wähler zum Opfer fielen, nutzte Goldman Sachs die Gunst der Stunde, um ihr komplexes Einflussgeflecht auf den alten Kontinent auszuweiten.

      Goldman Sachs ist mehr als eine Bank. Sie ist ein unsichtbares Imperium, dessen Vermögen mit 700 Milliarden Euro das Budget des französischen Staates um das Zweifache übersteigt. Sie ist ein Finanzimperium auf der Sonnenseite, das die Welt mit seinen wilden Spekulationen und seiner Profitgier in ein riesiges Kasino verwandelt hat. Mit weltweit einzigartigen Verflechtungen und einem Heer aus 30.000 Bankern konnte Goldman Sachs auch in den letzten fünf Krisenjahren kräftige Gewinne einstreichen, seine Finanzkraft weiter ausbauen, seinen Einfluss auf die Regierungen stärken und sich vonseiten der amerikanischen und europäischen Justiz völlige Straffreiheit zusichern.

      Das Geschäftsgebaren der Bank ist überaus diskret. Ihr Einfluss reicht weit in den Alltag der Bürger hinein - vom Facebook-Börsengang über die Ernennung des Präsidenten der Europäischen Zentralbank bis hin zum Lobbying gegen die Regulierung des Finanzsektors. Der Arm der Bank ist lang und sie befindet sich stets auf der Gewinnerseite.

      Der Dokumentarfilm von Jérôme Fritel und Marc Roche, Wirtschaftsjournalist bei der französischen Tageszeitung "Le Monde" und Autor des Bestsellers "La Banque", dringt in die Schaltzentrale des Imperiums vor, das weder Grenzen noch Einschränkungen kennt und die westlichen Demokratien auf gefährliche Art unterwandert. Ehemalige Mitarbeiter von Goldman Sachs, die anonym bleiben wollen, Angestellte konkurrierender Banken, Vertreter der öffentlichen Hand sowie Spitzenpolitiker, Wirtschaftswissenschaftler und Spezialisten geben erstmals Einblick in die Mechanismen der finanziellen und politischen Allmacht dieser Bank.

      • Schwerpunkt: W wie Wirtschaft

      "Bankraub ist eine Unternehmung von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank." Das Brecht-Zitat ist bekannt; die Geschichte auch: Seit es den Kapitalismus gibt, ziehen die Banker hinter den Kulissen der Macht die Fäden. Doch wie weit darf dieser Einfluss gehen? Wann ist die rote Linie überschritten?

      Die Finanzkrise von 2008 löste eine weltweite Wirtschaftskrise aus. Um die Banken - und das System - zu retten, haben sich die Staaten hoch verschuldet. Den Preis zahlen die Bürger. Die Rechnung der Banker, die durch maßlose Spekulationen die Krise verantwortet haben, ging auf. Ein moralischer Bankrott und eine Gefahr für die Weltwirtschaft. Doch nicht nur das: Immer mehr Menschen in Europa zweifeln an der Fähigkeit ihrer Politiker, sie zu schützen. Haben die Finanzmärkte tatsächlich mehr Macht als die gewählten Volksvertreter? Das Vertrauen in die Politik ist erschüttert; aus der Finanz- und Wirtschaftskrise ist eine Krise unserer Demokratie geworden.

      Die Forderung ist klar: Die Banken müssen unter politische Kontrolle gestellt werden. Doch ist dies überhaupt noch möglich? Ist ihre Macht überhaupt noch angreifbar? Akteure der Finanzbranche sitzen an öffentlichen Posten - und umgekehrt. Die Vereinnahmung der Politik durch die Banken wird immer stärker; die Verflechtungen werden immer undurchsichtiger.

      Mit zwei Dokumentarfilmen greift ARTE das brisante Thema auf. Der Dokumentarfilm "Goldman Sachs - Eine Bank lenkt die Welt" entlarvt die skrupellosen Machenschaften der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs. Ein unsichtbares Imperium, das durch die Krise nur noch reicher wurde und sein politisches Netzwerk weiter ausbauen konnte. Der zweite Beitrag "Machtspiele: Staaten vs. Banken" begleitet Politikerinnen und Politiker in Europa bei ihrem täglichen Kampf mit der Finanzwelt und ihren aussichtslos scheinenden Anstrengungen, das System zu regulieren. Zwar gibt es Teilerfolge, doch reichen sie? Wird es der Politik gelingen, den Einfluss der Finanzwelt zurückzudrängen und die Macht zurückzuerobern - zum Wohle der Bürger und der Demokratie?

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