• 09.07.2013
      00:45 Uhr
      Schiffbruch Spielfilm Spanien / Deutschland 2010 (Naufragio) | arte
       

      Nach einem verzweifelten Überlebenskampf in stürmischer See rettet er sich an das spanische Festland: Der junge Mann kommt aus Afrika, sein Name ist Robinson. Er sieht aus wie tausend andere Migranten, die weit weg von ihrer Heimat nach Arbeit suchen. Doch Robinsons Verstand wird geplagt von inneren Stimmen, dem Geist seines verstorbenen Vaters, der ihn kontrolliert und lenkt. Um sich davon zu befreien, muss Robinson eine Mission erfüllen: einen Menschen töten.

      Nacht von Montag auf Dienstag, 09.07.13
      00:45 - 02:15 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo HD-TV

      Nach einem verzweifelten Überlebenskampf in stürmischer See rettet er sich an das spanische Festland: Der junge Mann kommt aus Afrika, sein Name ist Robinson. Er sieht aus wie tausend andere Migranten, die weit weg von ihrer Heimat nach Arbeit suchen. Doch Robinsons Verstand wird geplagt von inneren Stimmen, dem Geist seines verstorbenen Vaters, der ihn kontrolliert und lenkt. Um sich davon zu befreien, muss Robinson eine Mission erfüllen: einen Menschen töten.

       

      Ein Mann strandet an der Küste von Almeria. Nach einem verzweifelten Überlebenskampf in stürmischer See erreicht er mit letzter Kraft das spanische Festland. Der junge Mann kommt aus Afrika und ist ungefähr 25 Jahre alt, sein Name ist Robinson. Nach einem weiteren tagelangen Fußmarsch gelangt er endlich an das Ziel seiner Reise: die Hüttensiedlung seines Onkels Sankum. Obwohl Sankum den Verwandten nicht erkennt, nimmt er Robinson bei sich auf und beschafft ihm einen Job als Erntehelfer in den endlosen Gewächshauskomplexen entlang der Küste von Almeria. Doch als "Illegaler" ohne Papiere ist er ständig der Gefahr ausgesetzt, von der Polizei entdeckt zu werden und so sieht sich Robinson gezwungen, die Küstenregion zu verlassen und sich in das Landesinnere durchzuschlagen.

      In einem öden Landstrich findet er schließlich Beschäftigung in einer Sprengstofffabrik, in der er für geringes Geld eine stupide Arbeit verrichten muss. Die Nächte in dem Zimmer der Pension einer einfachen Durchschnittsfamilie sind lang und schlaflos: Immer häufiger wird Robinson von inneren Stimmen, Geistern und Visionen heimgesucht, die ihn an die Erfüllung eines Auftrags erinnern, den ihm sein verstorbener Vater mit auf den Weg gegeben hat. Um sich von den Heimsuchungen zu befreien, muss er einen Menschen töten. Als Robinson eines Tages auf den merkwürdigen Grimal stößt, der sich ihm gegenüber geradezu feindselig verhält, deuten alle Anzeichen darauf hin, dass er in dem Obdachlosen den Mann gefunden hat, den er suchen soll.

      Im Gewand eines spannenden Roadmovies erzählt der junge spanische Regisseur Pedro Aguilera in seinem zweiten Spielfilm die abenteuerliche Geschichte des Einwanderers Robinson. Der Name seines Helden - Robinson - ist mit Bedacht gewählt, Aguilera bezieht sich offensichtlich auf Daniel Defoes weltberühmten Roman "Robinson Crusoe". Seine Reise führt ihn von Almeria in den spanischen Norden, wo er das Paradies vermutet, in dem er seinen Traum von einer glücklichen Zukunft verwirklichen kann. Doch Robinson bleibt der Exilierte, der Außenseiter, der Schiffbrüchige der Gesellschaft. Die illegale Einwanderung von Afrika nach Europa ist seit einigen Jahren eines der drängendsten Probleme in Spanien. Unter den vielen tausend Immigranten, die auf verschiedensten Wegen ins Land strömen, versuchen Hunderte das spanische Festland auf wenig seetauglichen Booten zu erreichen. Viele dieser Menschen kommen nie am Ziel an. Auch diejenigen, die es schaffen, finden die neuen Lebensumstände deutlich schwieriger, als sie sie sich jemals vorgestellt haben. Dennoch versteht Aguilera seinen Film nicht als realistische Sozialstudie. Seine Handlung und Bilder repräsentieren nicht nur eine erkennbare Wirklichkeit, sondern fungieren auch als Symbole. Von zentraler Bedeutung sind die vielen spirituellen Bezüge des Films, die in unmittelbarer Verbindung mit dem Hauptdarsteller Robinson stehen. In seinem Heimatland Afrika sind in manchen Regionen magische Rituale noch stark verbreitet. Robinson wird in "Schiffbruch" somit zu einem Bindeglied zwischen den Welten: einerseits zwischen Afrika und Europa, andererseits zwischen der Welt der Geister und der Lebenden. Pedro Aguilera wurde 1977 in San Sebastián geboren. Er schrieb, produzierte und inszenierte mehrere Kurzfilme, bevor er in Mexiko als Regieassistent bei Carlos Reygadas' "Battle in Heaven" (ZDF/ARTE- Koproduktion, 2005) und Amat Escalantes "Sangre" (2005) arbeitete. Mit seinem ersten Spielfilm "La Influencia" (2007) gelang ihm ein überzeugendes Regiedebüt. Der Film wurde für die Reihe "Quinzaine des Réalisateurs" in Cannes ausgewählt und beim Cinedécouvertes Festival in Brüssel mit dem "Prix de l'Âge d'or" ausgezeichnet.

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      Nacht von Montag auf Dienstag, 09.07.13
      00:45 - 02:15 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
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