• 01.07.2013
      21:50 Uhr
      Der diskrete Charme des Luis Buñuel Dokumentation Frankreich 2013 | arte
       

      1929 drehte Louis Buñuel im Alter von 29 Jahren seinen ersten Film. Zusammen mit seinem Freund Salvador Dalí erschuf er innerhalb von zwei Wochen das surrealistische Meisterwerk "Ein andalusischer Hund". Bereits in diesem ersten Film zeigte Buñuel seinen Individualismus und seinen subversiven Geist. Die Dokumentation ergründet die einzigartige Welt des Filmemachers Luis Buñuel. Interviews mit Schauspielern, Wegbegleitern und Angehörigen zeichnen das Leben des Filmemachers nach.

      Montag, 01.07.13
      21:50 - 22:40 Uhr (50 Min.)
      50 Min.
      Zweikanalton

      1929 drehte Louis Buñuel im Alter von 29 Jahren seinen ersten Film. Zusammen mit seinem Freund Salvador Dalí erschuf er innerhalb von zwei Wochen das surrealistische Meisterwerk "Ein andalusischer Hund". Bereits in diesem ersten Film zeigte Buñuel seinen Individualismus und seinen subversiven Geist. Die Dokumentation ergründet die einzigartige Welt des Filmemachers Luis Buñuel. Interviews mit Schauspielern, Wegbegleitern und Angehörigen zeichnen das Leben des Filmemachers nach.

       

      Louis Buñuel war ein individualistischer, nonkonformistischer und subversiver Geist. Von der Grausamkeit und Gewalt der Welt zutiefst schockiert erregte er mit jedem seiner Filme Aufsehen. Buñuels Werke brachen Tabus, provozierten und behandelten zugleich schwerwiegende Fragen. Sie setzten sich über die bis dahin geltenden Regeln des Erzählens hinweg, ließen dem Irrationalen freien Lauf und stellten die bürgerlichen Konventionen auf den Kopf.

      Auch heute haben diese tiefgehenden Studien der Wechselbeziehungen zwischen Unterbewusstsein, sozialer Ordnung und Religion nichts von ihrer Gültigkeit verloren. Nur wenige Filmemacher hinterließen so einprägsame Bilder wie Buñuel: Das durchtrennte Auge in "Ein andalusischer Hund", das getötete Kind in "Das Goldene Zeitalter", der Krüppel in "Die Vergessenen", Catherine Deneuves Hinken in "Tristana", der Gang von Jeanne Moreau in "Tagebuch einer Kammerzofe".

      Die Dokumentation ergründet die Welt und die Obsessionen dieses einzigartigen Filmemachers, der sein ganzes Leben lang gegen die Zensur kämpfte und als einer der größten Interpreten von Vorstellungswelt und Komplexität des menschlichen Seins in die Annalen der Filmgeschichte einging. Anhand von Interviews mit Buñuels Schauspielern, Michel Piccoli, Carole Bouquet und Ángela Molina, mit seinem Drehbuchautor Jean-Claude Carrière, seinem Freund, dem Regisseur Carlos Saura, und seinem Sohn Juan Luis Buñuel zeichnet die Dokumentation den Werdegang dieses herausragenden Filmemachers nach, dessen Schaffen sich über ein halbes Jahrhundert erstreckte.

      • Schwerpunkt: Hommage an Luis Buñuel

      Im Juli wird es bei ARTE surreal! Anlässlich des 30. Todestages des spanischen Regisseurs Luis Buñuel (1900-1983) zeigt ARTE sieben seiner wichtigsten Filme und ein Porträt. Für Buñuel, Freund Salvador Dalís und Mitglied der Surrealisten-Gruppe um André Breton, sind Traum und Realität untrennbar miteinander verknüpft, was er in seinen Filmen durch befremdlich-schöne Bilder programmatisch vor Augen führt.

      Anstatt sich jedoch in der Welt des Unbewussten zu verlieren, bleibt der Spanier stets Verfechter einer Gesellschaftskritik, die massiv an dem Fundament bürgerlicher Werte rüttelt. In "Viridiana" und "Belle de Jour" konfrontiert Buñuel christliche Lebensbemühungen mit blasphemischer Lüsternheit und erweist sich dabei nicht gerade als Sympathisant der römisch-katholischen Kirche.

      Dass er ebenso wenig für das zu seiner Zeit "verrottete Wesen des Bürgertums" (Buñuel) übrig hat, bringt der aus einer wohlhabenden und strenggläubigen Familie stammende Regisseur in "Der diskrete Charme der Bourgeoisie" und "Das Tagebuch einer Kammerzofe" mit demaskierenden Milieuschilderungen zum Ausdruck.

      Den Abschluss der Filmreihe bildet Buñuels bekannter Experimental-Stummfilm "Ein andalusischer Hund", den er zusammen mit Dalí inszeniert hat: Berühmt ist vor allem die Anfangsszene, bei der ein Mann mit einem Rasiermesser das Auge einer jungen Frau aufschneidet. Die Abfolge irrationaler, schockierender Bilder und alptraumhafter Sequenzen führte dazu, dass Buñuel in den Kreis der surrealistischen Künstler um André Breton, Louis Aragon und Max Ernst aufgenommen wurde. Dieser Film verkörpert wohl am besten, was sich die surrealistische Avantgarde auf die Fahne geschrieben hat: die subversive Kraft des Bildes.

      Die einzelnen Sendungen im Überblick:

      • "Tagebuch einer Kammerzofe" (1964), Satire auf die Bourgeoisie, am Montag, den 1. Juli um 20.15 Uhr
      • "Der diskrete Charme des Luis Buñuel" Porträt von Luis Buñuel, am Montag, den 1. Juli um 21.50 Uhr, Erstausstrahlung
      • "Viridiana" (1961), Spielfilm, am Montag, den 1. Juli um 22.40 Uhr; Der Film gewann 1961 die Goldene Palme in Cannes und wurde in Spanien sofort verboten.
      • "Belle de Jour - Schöne des Tages" (1967), Spielfilm mit Catherine Deneuve, am Montag, den 8. Juli um 20.15 Uhr
      • "Tristana" (1970), Romanverfilmung mit Catherine Deneuve über materielle wie gesellschaftliche Abhängigkeiten, am Montag, den 8. Juli um 21.50 Uhr
      • "Der diskrete Charme der Bourgeoisie" (1972), Spielfilm, am Montag, den 15. Juli um 20.15 Uhr; 1973 mit dem Oscar als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet
      • "Dieses obskure Objekt der Begierde" (1977), letzter Film Luis Buñuels, am Montag, den 15. Juli um 21.55 Uhr,
      • "Ein andalusischer Hund" (1929), surrealistischer Film von Luis Buñuel und Salvador Dalí, am Freitag, den 19. Juli ab 00.00 Uhr im Rahmen der Sendung KurzSchluss

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