• 13.09.2013
      20:15 Uhr
      Yasmin Spielfilm Großbritannien / Deutschland 2004 | ONE
       

      Yasmin, eine junge Pakistani der zweiten Generation, gehört zu den muslimischen Einwanderern in Keighley einer kleinen Stadt in Nordengland. Mit den islamischen Werten ihrer Landsleute identifiziert sie sich nicht. Wenn ihr Vater, der Muezzin, die Gläubigen morgens zum Gebet ruft, befindet sich Yasmin in ihrem Cabriolet längst auf dem Weg zur Arbeit. Mit routinierter Geste streift sie unterwegs das Kopftuch ab, zwängt sich in eine Jeans und zündet sich eine Zigarette an. Die selbstbewusste junge Frau arbeitet als Sozialarbeiterin mit behinderten Kindern, wird allgemein geschätzt und ist verliebt in ihren netten Kollegen John.

      Freitag, 13.09.13
      20:15 - 21:35 Uhr (80 Min.)
      80 Min.
      Stereo

      Yasmin, eine junge Pakistani der zweiten Generation, gehört zu den muslimischen Einwanderern in Keighley einer kleinen Stadt in Nordengland. Mit den islamischen Werten ihrer Landsleute identifiziert sie sich nicht. Wenn ihr Vater, der Muezzin, die Gläubigen morgens zum Gebet ruft, befindet sich Yasmin in ihrem Cabriolet längst auf dem Weg zur Arbeit. Mit routinierter Geste streift sie unterwegs das Kopftuch ab, zwängt sich in eine Jeans und zündet sich eine Zigarette an. Die selbstbewusste junge Frau arbeitet als Sozialarbeiterin mit behinderten Kindern, wird allgemein geschätzt und ist verliebt in ihren netten Kollegen John.

       

      John ahnt nicht, mit welchem Aufwand Yasmin tagtäglich zwischen den Welten hin- und herpendelt. Ihrem strenggläubigen Vater Khalid (Renu Setna) zuliebe führt sie mit ihrem tölpelhaften Cousin Faysal (Shahid Ahmed) eine Scheinehe, damit der eine Aufenthaltsgenehmigung erhält. Yasmin grübelt noch, wie sie John das beibringen soll, als die Anschläge vom 11. September 2001 ihr Leben verändern. Die Arbeitskollegen sehen sie plötzlich als das, was sie nie sein wollte: als Muslima, die womöglich mit Terroristen im Bunde ist. Auch John kann ihren "pakistanischen Teil" nicht akzeptieren. Es kommt zum Bruch. Als Faysal verhaftet wird, weil er nach Pakistan telefoniert hat, versucht Yasmin ihren Mann, den sie vorher nie als solchen gesehen hat, zu befreien. Dabei gerät ihr bisheriges Leben endgültig aus dem Lot.

      "Yasmin" zeichnet das nuancierte Bild einer lebensfrohen jungen Pakistani, deren Traum von einem emanzipierten Leben nach westlichen Vorstellungen mit den Anschlägen vom 11. September 2001 zerbricht. Kenneth Glenaan und sein Buchautor Simon Beaufoy ("Slumdog Millionär") schildern mit grimmigem Realismus, wie Yasmin - hervorragend gespielt von Archie Panjabi - Zug um Zug in die traditionelle Rolle einer islamischen Frau zurückgedrängt wird, aus der sie sich mit aller Kraft befreien wollte. So trägt sie am Ende den ungeliebten Schleier nicht als reumütige Muslima, sondern als Heimatlose: Yasmin hat zur westlich-liberalen Gesellschaft keinen Zutritt mehr und wird in der erzwungenen Solidarität mit den islamischen Werten, für die ihr gläubiger Vater steht, todunglücklich sein. Diese Ausweglosigkeit gibt ihrer Figur eine tragische Dimension...

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      Freitag, 13.09.13
      20:15 - 21:35 Uhr (80 Min.)
      80 Min.
      Stereo

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