• 16.09.2018
      07:00 Uhr
      Ile Saint-Louis - Stadt der Frauen Senegal | tagesschau24
       

      92.000 Taler und ein paar Fässer Branntwein zahlten die Franzosen 1659 für die Île Saint-Louis in der Mündung des Senegal-Flusses. Die kleine Insel wurde die Bastion der Franzosen auf der Route zwischen Indien und Südamerika. Mit der Hochzeit nach Landessitte erlangten schwarze Frauen gesellschaftliche Anerkennung und die französischen Besatzer eine vorübergehende Annehmlichkeit ihres Aufenthalts. Die gemeinsamen Kinder bildeten eine aufstrebende Mischlingsaristokratie. Mit ihr entwickelte sich die Insel Saint Louis zu einer Stadt mit ganz eigener Architektur und zur Hauptstadt des französischen Kolonialreichs in Westafrika.

      Sonntag, 16.09.18
      07:00 - 07:15 Uhr (15 Min.)
      15 Min.
      Stereo

      92.000 Taler und ein paar Fässer Branntwein zahlten die Franzosen 1659 für die Île Saint-Louis in der Mündung des Senegal-Flusses. Die kleine Insel wurde die Bastion der Franzosen auf der Route zwischen Indien und Südamerika. Mit der Hochzeit nach Landessitte erlangten schwarze Frauen gesellschaftliche Anerkennung und die französischen Besatzer eine vorübergehende Annehmlichkeit ihres Aufenthalts. Die gemeinsamen Kinder bildeten eine aufstrebende Mischlingsaristokratie. Mit ihr entwickelte sich die Insel Saint Louis zu einer Stadt mit ganz eigener Architektur und zur Hauptstadt des französischen Kolonialreichs in Westafrika.

       

      92.000 Taler und wahrscheinlich ein paar Fässer Branntwein zahlten die Franzosen für das 300 mal 2.500 Meter schmale Handtuch in der Mündung des Senegal Flusses. Ile Saint Louis wurde ihr Ankerplatz, ihre Bastion auf der Handelsroute Indien – Südamerika. Ein Handelskontor und ein Fort. Als Verteidigung ein Witz und als Wohnstatt bar jeglichen Komforts. Eine rein strategische Entscheidung der Franzosen im Kampf der europäischen Mächte um die Reichtümer des afrikanischen Hinterlands - Gold, Elfenbein, Gummi Arabicum.

      Drei Wochen und 4.500 Kilometer von der Heimat entfernt litten die Franzosen unter dem Klima – feuchte Kühle vom Atlantik im rauen Wechsel mit heißen Sandstürmen von der Wüste, dazu Gelbfieber-Epidemien, Darmkrankheiten, Malaria. "Le tombeau des Européens" , als Grab der Europäer wurde Saint Louis auch bezeichnet. Trost gab es nur für diejenigen, die zu schnellem Reichtum gelangten oder jene, welche die Stationierung in den Häusern und Armen einheimischer Frauen überlebten.

      "Marriage à la mode du pays", mit der Hochzeit nach Landessitte erlangten schwarze Frauen gesellschaftliche Anerkennung und die französischen Besatzer eine vorübergehende Annehmlichkeit ihres Aufenthalts. Die gemeinsamen Kinder bildeten im 18. Jahrhundert eine aufstrebende Mischlingsaristokratie. Mit ihr entwickelte sich die Insel Saint Louis zu einer Stadt mit ganz eigener Architektur und bis ins 19. Jahrhundert zur Hauptstadt des französischen Kolonialreichs in Westafrika. Mit dem Ende dieser Ära und der Verlegung der senegalesischen Hauptstadt nach Dakar 1958 endet ein Abenteuerroman. Saint Louis wird nach und nach wieder zurückgeholt von Afrika und dem Wüstensand.

      92.000 Taler und wahrscheinlich ein paar Fässer Branntwein zahlten die Franzosen für das 300 mal 2.500 Meter schmale Handtuch in der Mündung des Senegal Flusses. Ile Saint Louis wurde ihr Ankerplatz, ihre Bastion auf der Handelsroute Indien – Südamerika. Ein Handelskontor und ein Fort. Als Verteidigung ein Witz und als Wohnstatt bar jeglichen Komforts. Eine rein strategische Entscheidung der Franzosen im Kampf der europäischen Mächte um die Reichtümer des afrikanischen Hinterlands - Gold, Elfenbein, Gummi Arabicum.

      Drei Wochen und 4.500 Kilometer von der Heimat entfernt litten die Franzosen unter dem Klima – feuchte Kühle vom Atlantik im rauen Wechsel mit heißen Sandstürmen von der Wüste, dazu Gelbfieber-Epidemien, Darmkrankheiten, Malaria. "Le tombeau des Européens" , als Grab der Europäer wurde Saint Louis auch bezeichnet. Trost gab es nur für diejenigen, die zu schnellem Reichtum gelangten oder jene, welche die Stationierung in den Häusern und Armen einheimischer Frauen überlebten.

      "Marriage à la mode du pays", mit der Hochzeit nach Landessitte erlangten schwarze Frauen gesellschaftliche Anerkennung und die französischen Besatzer eine vorübergehende Annehmlichkeit ihres Aufenthalts. Die gemeinsamen Kinder bildeten im 18. Jahrhundert eine aufstrebende Mischlingsaristokratie. Mit ihr entwickelte sich die Insel Saint Louis zu einer Stadt mit ganz eigener Architektur und bis ins 19. Jahrhundert zur Hauptstadt des französischen Kolonialreichs in Westafrika. Mit dem Ende dieser Ära und der Verlegung der senegalesischen Hauptstadt nach Dakar 1958 endet ein Abenteuerroman. Saint Louis wird nach und nach wieder zurückgeholt von Afrika und dem Wüstensand.

      Reihe "Schätze der Welt - Erbe der Menschheit"

      Die wertvollsten Natur- und Kulturdenkmäler der Welt schützt die UNESCO seit 1972 als "Erbe der Menschheit". Die Fernsehreihe "Schätze der Welt" erzählt von diesen Orten in eindrucksvollen Bildern.

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