• 13.08.2018
      19:15 Uhr
      Der NSU-Prozess und die Opfer Das lange Leiden der Angehörigen | tagesschau24
       

      Die Filmautoren Eva Frisch, Eckhart Querner und Alf Meier haben den gesamten NSU-Prozess vor dem Münchner Oberlandesgericht verfolgt – vom ersten Verhandlungstag im Mai 2013 bis zum Urteil mehr als fünf Jahre später. Das Interesse der Öffentlichkeit richtete sich fast ausschließlich auf die Hauptangeklagte Beate Zschäpe und ihre mitangeklagten Unterstützer, deren Motive, Gesinnung und das Verhalten vor Gericht. Es war den Filmautoren deshalb besonders wichtig, die Opferfamilien in den Mittelpunkt ihrer Dokumentation zu stellen. Sie begleiten Gamze Kubasik und Abdulkerim Simsek: Tochter und Sohn zweier Mordopfer des NSU.

      Montag, 13.08.18
      19:15 - 20:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      VPS 19:14
      Neu im Programm

      Die Filmautoren Eva Frisch, Eckhart Querner und Alf Meier haben den gesamten NSU-Prozess vor dem Münchner Oberlandesgericht verfolgt – vom ersten Verhandlungstag im Mai 2013 bis zum Urteil mehr als fünf Jahre später. Das Interesse der Öffentlichkeit richtete sich fast ausschließlich auf die Hauptangeklagte Beate Zschäpe und ihre mitangeklagten Unterstützer, deren Motive, Gesinnung und das Verhalten vor Gericht. Es war den Filmautoren deshalb besonders wichtig, die Opferfamilien in den Mittelpunkt ihrer Dokumentation zu stellen. Sie begleiten Gamze Kubasik und Abdulkerim Simsek: Tochter und Sohn zweier Mordopfer des NSU.

       

      Seit über fünf Jahren verfolgen Gamze Kubasik und Abdulkerim Simsek den NSU-Prozess vor dem Münchner Oberlandesgericht mit gemischten Gefühlen. Sie sind die Tochter und der Sohn zweier Mordopfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU): Auf das Konto der rechtsextremistischen, rassistischen Terrorzelle gehen insgesamt zehn kaltblütig begangene Morde, neun an türkisch- und griechischstämmigen Männern und einer an einer deutschen Polizistin, außerdem 15 brutale Raubüberfälle und mindestens zwei Sprengstoffanschläge.

      Enver Simsek war Blumenhändler in Nürnberg, er war das erste Mordopfer des NSU und wurde im Jahr 2000 erschossen. Mehmet Kubasik hatte einen kleinen Kiosk in der Dortmunder Nordstadt, er starb 2006 durch die Kugeln der NSU-Terroristen. Für Gamze Kubasik und Enver Simsek ist das zähe Gerichtsverfahren ein Martyrium. An 437 Verhandlungstagen erleben sie das unerträgliche Schweigen der Angeklagten, das schamlose Feixen rechtsextremer Zeugen und das peinliche Versagen von Ermittlern und Geheimdiensten. Ständig werden Kubasik und Simsek an die traumatische Zeit nach den Morden erinnert, als die Opferfamilien selbst in den Fokus polizeilicher Ermittlungen rückten.

      Die Filmautoren Eva Frisch, Eckhart Querner und Alf Meier haben den gesamten Prozess verfolgt – vom ersten Verhandlungstag im Mai 2013 bis zum Urteil mehr als fünf Jahre später. Sie erlebten, dass sich das Interesse der Öffentlichkeit fast ausschließlich auf die meist schweigende Hauptangeklagte Beate Zschäpe und ihre mitangeklagten Unterstützer richtet, auf ihre Motive, ihre Gesinnung, ihr Verhalten vor Gericht. Deshalb war es dem Autorenteam besonders wichtig, die Opferfamilien in den Mittelpunkt ihrer Dokumentation zu stellen. Allerdings waren die meisten der Angehörigen nicht in der Lage, sich vor der Kamera zu äußern. Zu groß ist immer noch ihr Schmerz. Nur Gamze Kubasik und Abdulkerim Simsek waren bereit, für diesen Film ihre Geschichte zu erzählen.

      Die Dokumentation begleitet die beiden auf dem langen Weg bis zum Urteil, zeigt die Hoffnungen und Enttäuschungen, die Kubasik und Simsek erleben, wenn sich der Prozess ein ums andere Mal verzögert und ihre Plädoyers verschoben werden müssen, weil Verteidiger den Fortgang des Prozesses mit sinnlosen Beweisanträgen torpedieren. Kubasik und Simsek gestatten immer wieder auch kleine Einblicke in ihre Gedankenwelt, die sie normalerweise komplett von der Öffentlichkeit abschirmen.

      Am Ende des Mammutprozesses hofften sie auf ein gerechtes Urteil und vor allem auf Antworten auf ihre wichtigsten Fragen: Warum wurden gerade ihre Väter als Mordopfer ausgewählt, und welche Helfershelfer hatte der NSU vor Ort – Unterstützer, die möglicherweise noch heute unbehelligt in der Nachbarschaft der Opferfamilien wohnen. Doch die Enttäuschung ist groß, denn bei der Urteilsverkündung erwähnt das Gericht das Leid der Opfer mit keinem Wort. Zudem fällt aus Sicht Kubasiks und Simseks das Strafmaß für zwei Angeklagte, die bekennende Nationalsozialisten sind, viel zu niedrig aus. Und dann kommt es noch zu einem traumatischen Zwischenfall auf der Zuhörertribüne.

      Reihe "DokThema"

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      Montag, 13.08.18
      19:15 - 20:00 Uhr (45 Min.)
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