• 13.06.2019
      19:15 Uhr
      Fluchtpunkt Entenschnabel Die Tunnelbauer von Glienicke-Nordbahn | tagesschau24
       

      Der "Entenschnabel" war einer der absurdesten Grenzverläufe der Berliner Mauer. Fast 50 Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer im August 1961 finden sich kaum noch sichtbare Zeugnisse ihres Verlaufs. Umso erstaunlicher ist es, was sich im Boden vom „Grenzregime“ erhalten hat: Fundamente von Wachtürmen, Teile der Stacheldrahtverhaue, Signalanlagen und Reste von Tunnelbauten, die der Flucht in den Westen dienten. Die Dokumentation begibt sich auf die Suche nach dem Verlauf des ehemaligen Becker-Tunnels, findet Relikte aus einem ganz frühen Stadium des Mauerbaus und fördert bisher unveröffentlichte Film- und Fotoaufnahmen zutage.

      Donnerstag, 13.06.19
      19:15 - 20:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Der "Entenschnabel" war einer der absurdesten Grenzverläufe der Berliner Mauer. Fast 50 Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer im August 1961 finden sich kaum noch sichtbare Zeugnisse ihres Verlaufs. Umso erstaunlicher ist es, was sich im Boden vom „Grenzregime“ erhalten hat: Fundamente von Wachtürmen, Teile der Stacheldrahtverhaue, Signalanlagen und Reste von Tunnelbauten, die der Flucht in den Westen dienten. Die Dokumentation begibt sich auf die Suche nach dem Verlauf des ehemaligen Becker-Tunnels, findet Relikte aus einem ganz frühen Stadium des Mauerbaus und fördert bisher unveröffentlichte Film- und Fotoaufnahmen zutage.

       

      Der "Entenschnabel", er war einer der absurdesten Verläufe der Berliner Mauer. Nördlich der Stadtgrenze, gleich hinter dem Stadtbezirk Pankow ragte eine Stichstrasse in den West-Berliner Ortsteil Frohnau, der Grenzverlauf ähnelte auf dem Kartenbild einem Entenkopf mit Schnabel.

      Fast 50 Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer im August 1961 finden sich kaum noch sichtbare Zeugnisse ihres Verlaufs. Kein Wunder, wurden doch in den vergangenen 25 Jahren weite Teile der ehemaligen Grenzbefestigung zu Westberlin zurückgebaut, die Flächen privatisiert und zur Bebauung freigegeben. Umso erstaunlicher ist es, was sich im Boden vom „Grenzregime“ erhalten hat: Fundamente von Wachtürmen, Teile der Stacheldrahtverhaue und Signalanlagen sowie Munition und Reste von Tunnelbauten, die der Flucht in den Westen dienten.

      Das Phänomen Fluchttunnel hat es Torsten Dressler besonders angetan. Der 45jährige Archäologe, spürt seit Jahren diesen Hinterlassenschaften nach. Denn in seinem Heimatort Glienicke-Nordbahn, am sogenannten „Entenschnabel“ war die Grenzbefestigung nur wenige Meter breit. Diese einmalige Situation nutzten diejenigen aus, die den Arbeiter- und Bauernstaat frühzeitig verlassen wollten. Unter Lebensgefahr und direkt vor den Augen der Grenzsoldaten gelang in spektakulären Tunnelfluchten über 50 Personen die Flucht in den Westen - zum Ärger von Staatssicherheit und SED. Zwischen Herbst 1962 und Frühjahr 1963 gruben sich in dem nur wenige hundert Meter langen Grenzabschnitt die Familien Becker, Thomas und Aagaard sowie zahlreiche Freunde und Bekannte einen Weg nach Westberlin.

      Die Dokumentation von Thomas Claus spürt diesen Schicksalen nach, trifft Zeitzeugen und wird selbst zum Augenzeugen, wenn Torsten Dressler moderne "Stadtarchäologie" betreibt. Private Filmaufnahmen zeigen Tunnelarbeiten zwischen dem Haus der Familie Aagaard und dem gegenüberliegenden Grundstück in Berlin-Hermsdorf.

      Ein Film von Thomas Claus aus der Reihe "Geheimnisvolle Orte"

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