• 15.02.2015
      09:15 Uhr
      betrifft: Das System Netto Film von Edgar Verheyen | tagesschau24
       

      Netto - das ist die Nummer drei im deutschen Lebensmitteldiscount. Glaubt man dem Unternehmen, so scheint sich die Edeka-Tochter mit einem ganz besonderen Konzept etabliert zu haben. Netto will mit Markenprodukten überzeugen, mit Frische, einem Biolabel und das alles zu einem günstigen Preis. Das Konzept scheint insofern zu funktionieren, als dass viele Kunden tatsächlich angeben wegen der günstigen Preise hier einzukaufen. Entspricht also die Wahrnehmung der Kunden dem selbstgesetzten Werbeideal? "betrifft" fragt sich: frisch, Bio und vor allem preiswert - wie passt das zusammen? Wer zahlt vielleicht letztlich die günstigen Preise?

      Sonntag, 15.02.15
      09:15 - 10:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Neu im Programm
      Stereo HD-TV

      Netto - das ist die Nummer drei im deutschen Lebensmitteldiscount. Glaubt man dem Unternehmen, so scheint sich die Edeka-Tochter mit einem ganz besonderen Konzept etabliert zu haben. Netto will mit Markenprodukten überzeugen, mit Frische, einem Biolabel und das alles zu einem günstigen Preis. Das Konzept scheint insofern zu funktionieren, als dass viele Kunden tatsächlich angeben wegen der günstigen Preise hier einzukaufen. Entspricht also die Wahrnehmung der Kunden dem selbstgesetzten Werbeideal? "betrifft" fragt sich: frisch, Bio und vor allem preiswert - wie passt das zusammen? Wer zahlt vielleicht letztlich die günstigen Preise?

       

      Mit mehr als 60.000 Mitarbeitern in Deutschland und 4.000 Filialen ist Netto die Nummer drei unter den deutschen Discountern. Dabei verfolgt Netto ein besonderes Konzept: Das Unternehmen aus der Nähe von Regensburg bietet ein größeres Sortiment an, als seine Mitkonkurrenten, und das mit Markenartikeln, und - ganz entscheidend ist - es drückt zunehmend seine Personalkosten. Extrem lange Arbeitszeiten sind keine Seltenheit.

      Darüber hinaus beschäftigt Netto Lehrlinge und Praktikanten, die ihr Gehalt über einen Bildungsträger bzw. die Bundesagentur für Arbeit bekommen. Natürlich bekommen sie keinen Tariflohn, sondern einen Zuschuss zwischen 200 und 350 Euro im Monat. Das heißt: Sie leisten Überstunden ohne Ende, schmeißen teilweise sogar den Laden alleine, bekommen ihr Geld aber vom Steuerzahler. Das Sozialsystem finanziert also einen Teil der Beschäftigten, dem Unternehmen kosten diese nichts. Frühkapitalistische Methoden, mit denen der Discounter gut wettbewerbsfähig sein kann.

      "betrifft" berichtet über das "System Netto" in Form einer Reporterreise. Betroffene erzählen teilweise anonym, weitgehend aber offen ihre Erlebnisse. Fazit: Der Steuerzahler subventioniert in mehrfacher Hinsicht das System Netto, das sich so in eine günstige wettbewerbspolitische Position bringt.

      Die journalistischen Filme zeigen Entwicklungen auf, beziehen Standpunkt, liefern Analysen und erzählen Geschichten einzelner Menschen emotional nah am Zuschauer.

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