• 28.10.2012
      17:30 Uhr
      on3-startrampe Elektropop von "Exclusive" aus München | ARD-alpha
       

      Elektropop für Indie-Kids, die sich von den Schredder-Bässen eines Skrillex oder den Großraumdisco-Synthies eines David Guetta nicht terrorisiert, sondern euphorisiert fühlen: Die Jungs von "Exclusive" verzichteten aufs Faulenzen nach dem Abi und stürmten und drängten in aufregend neue musikalische Gefilde.

      Sonntag, 28.10.12
      17:30 - 18:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Elektropop für Indie-Kids, die sich von den Schredder-Bässen eines Skrillex oder den Großraumdisco-Synthies eines David Guetta nicht terrorisiert, sondern euphorisiert fühlen: Die Jungs von "Exclusive" verzichteten aufs Faulenzen nach dem Abi und stürmten und drängten in aufregend neue musikalische Gefilde.

       

      "Nachtmensch", das Debütalbum der fünf Jungs aus dem östlichen Münchner Stadtteil Trudering, ist ein kleiner großer Wurf. Klein, weil es nur acht Songs sind. Groß, weil sich eine Band das erst mal trauen muss, die eigene Musik so durch den Fleischwolf zu drehen. Exclusive machen Elektropop für Indie-Kids, die sich von den Schredder-Bässen eines Skrillex oder den Großraumdisco-Synthies eines David Guetta nicht terrorisiert, sondern euphorisiert fühlen.

      Songs zum Feiern oder Heulen: Neben clubtauglichen Songs wie "Nachtmensch" oder "Laufen Lernen" haben Exclusive auch zurückhaltendere Stücke geschrieben, traumwandlerisch-hypnotische Stücke wie "Am Meer" oder "Sprung Ins Blau", zu denen man feiern oder heulen kann - oder beides gleichzeitig. Das Bemerkenswerteste an dieser Band aber ist der Gesang von Fabian Bottler, dessen Stimme in ihrer Dringlichkeit und Heiserkeit an Rio Reiser erinnert, wobei die Slogans und Parolen in diesem Fall keine konkreten Forderungen enthalten, sondern ganz metaphorisch den Aufbruch zu neuen Ufern thematisieren. Ganz nach dem Motto: "Ich will ein Leben wie Licht, das niemand erlischt."

      Mit Mando Diaoschem Selbstbewusstsein ausgestattet: Entspannte Leute, gute Laune - die Jungs von Exclusive lieben München. Wenn nur musikalisch mehr los wäre. Das lassen sie nicht auf sich sitzen. Ihre Mission: einen Sound schaffen, von dem alle wissen, dass er aus München kommt.

      Als im Juli 2010 die erste EP erschien, hingen den Jungs die Haare noch in die Augen. Als Britpop-Fan hatte man es schließlich gerne wuschelig über der Stirn. Die on3-Musikredaktion urteilte damals: "Musik für Fans von 60s-Rock 'n' Roll, Britpop und Schwedenrock, die am liebsten freitags ins Münchner Atomic Café gehen". Überhaupt. Das Atomic Café schien damals so was wie der gefühlte Lebensmittelpunkt der Band zu sein, eine Art Sehnsuchtsort, denn drei der Jungs mussten den Club eigentlich um Mitternacht schon wieder verlassen, weil sie noch nicht volljährig waren. Die Bandhymne von Exclusive war sogar eine Ode auf ihren Lieblingsclub. "Atomic! Atomic!" sangen sie und rund um die mit Mando Diaoschem Selbstbewusstsein ausgestattete Band entstand ein kleiner Hype. Sogar ihren Lehrern mussten sie Autogramme geben. Bis sie radikal von sich selbst gelangweilt waren.

      Raus aus dem Epigonenkäfig: Ein ganzes Jahr haben sich die fünf zurückgezogen, um sich aus dem Epigonenkäfig zu befreien. Alles anders, doch eine Konstante gibt es. "Nachtmensch" ist wie die erste EP bei "In Bloom Records" erschienen, dem Label des Münchner Indie-Impressarios Gregor "Amadeus" Böhm, der über die Verwandlung seiner Schützlinge wahrscheinlich genauso erstaunt war wie die on3-Musikredaktion.

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