• 14.07.2018
      18:30 Uhr
      Gernstls kulinarische Ermittlungen (2/3) Veneto | ARD-alpha Mediathek
       

      Franz X. Gernstl ist mit seinem Team (wie immer Kameramann HP Fischer und Tonmann Stefan Ravasz) diesmal in kulinarischer Mission unterwegs: Was ist ein gutes Lebensmittel? Welche Rolle spielt das Essen im Leben der Menschen? Wie kocht man mit regionalen Zutaten? Wie unterscheiden sich die Nationen im Umgang mit dem Essen? Kochrezepte interessieren Gernstl dabei weniger, bei ihm stehen die Leute im Mittelpunkt: leidenschaftliche Produzenten, charismatische Köche und philosophische Genießer.

      Samstag, 14.07.18
      18:30 - 19:15 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Franz X. Gernstl ist mit seinem Team (wie immer Kameramann HP Fischer und Tonmann Stefan Ravasz) diesmal in kulinarischer Mission unterwegs: Was ist ein gutes Lebensmittel? Welche Rolle spielt das Essen im Leben der Menschen? Wie kocht man mit regionalen Zutaten? Wie unterscheiden sich die Nationen im Umgang mit dem Essen? Kochrezepte interessieren Gernstl dabei weniger, bei ihm stehen die Leute im Mittelpunkt: leidenschaftliche Produzenten, charismatische Köche und philosophische Genießer.

       

      In der dritten Folge der Dokumentarfilm-Reihe reist Gernstl in das Veneto. Die italienische Region erstreckt sich von den Alpen bis in die Poebene und wird im Westen vom Gardasee und im Osten von der Adria begrenzt. Die Hauptstadt kennt jeder: Venedig. Aber was sind die kulinarischen Besonderheiten der Region, der in Reiseführern eine "leichte und bekömmliche Küche" nachgesagt wird? Gernstls Ermittlungen beginnen in Valdobbiadene, im Herzen des Veneto. Eingebettet in die Trevesiner Hügellandschaft steht eine einsame Hütte. Die Türe ist offen, aber es ist niemand da. Dennoch findet sich alles, was man für eine Brotzeit braucht: Käse, Salami, Brot und gekühlter Prosecco - der Perlwein hat im Veneto seine Heimat. Die Bezahlung ist Vertrauenssache. Hergeführt hat das Team Alexandra Kaufmann, Filmemacherin aus Bayern, die lange Zeit in Italien gelebt hat und Gernstl im Veneto begleitet.

      Nach einer Brotzeit führt sie das Team nach Guia zu Metzgermeister Cesare De Stefani, dem Inhaber der Hütte. Sein Konzept ist in drei Worten erklärt: "Vertrauen. Freiheit. Gastfreundschaft", sagt er. "Man kommt dort an und obwohl der Hausherr nicht da ist, findet man was. Ist das nicht eine schöne Überraschung?" Es geht weiter nach Caorle. Die Stadt liegt an der Adria und in der Lagune von Caorle fischte schon Hemingway. Von den Fischern erfährt Gernstl, dass die regionale Spezialität eine Fischsuppe namens "Brodetto" ist. In einem Seitengässchen der Stadt entdeckt Gernstl dann ein paar Fischer, die vor einem kleinen Häuschen stehen. Bevor die erste Frage ausgesprochen ist, steht die Einladung zu einer "Brodetto": Fisch, Tomatenmark, Essig und Knoblauch. Sonst nichts.

      Weiter geht es nach Teolo. Dort findet jedes Jahr im Oktober das Maronifest "Sagra dei Maroni" statt. Der Handel mit den Edelkastanien lohnt sich nicht mehr, aber darum geht es hier auch nicht. Die Männer im Ort, die etwas auf sich halten, schwenken über großer Hitze Maroni in riesigen Eisenpfannen. Es ist ein Spektakel. Außerdem werden weitere Köstlichkeiten gereicht. Das Highlight ist ein riesiger Topf mit Polenta, die mit Tomaten, Bohnen und Speck verfeinert wird und das halbe Dorf satt macht.

      Die kulinarische Ermittlungen ziehen sich quer durch das Veneto. Auf einer Bauernmesse werden Gernstl lebende Krebse angeboten - zur Rohverkostung. Bevor er ablehnen kann, hat ihn seine charmante Begleiterin mit ihrem fließendem Italienisch in die Bredouille gebracht. Am Gardasee trifft das Team auf Diana Piccoli. Die Friseurmeisterin hat lange in Bonn gelebt, redet in fünf Minuten mehr als Gernstl in einer Woche und kocht nach eigenen Angaben das beste Risotto weit und breit: mit Reis aus dem Piemont, Amarone, Birnen, Parmesan und Butter. Ihr Geheimnis dabei: Wie sie den Parmesan und die Butter in das Risotto rührt. Gernstl versucht es und scheitert.

      Zum Abschluss geht es nach Venedig. Auf der Friedhofsinsel San Michele bewahren Weinliebhaber die Reben eines ehemaligen Klostergartens und den letzten historischen Weinkeller Venedigs. Der Wein schmeckt leicht salzig, da er durch die Böden das Salz der Lagune aufnimmt.Die "leichte und bekömmliche Küche", die dem Veneto nachgesagt wird, hat Franz Gernstl nicht entdeckt. Doch gefunden hat er etwas ebenso Wertvolles: Gastfreundschaft. Raffinierte Gerichte mit wenigen Zutaten. Und Wein, der nach Salz schmeckt. Das gibt es so wohl sonst - nirgendwo.

      Film von und mit Franz Xaver Gernstl

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