• 22.07.2013
      22:45 Uhr
      Klassiker der Weltliteratur Raymond Chandler | ARD-alpha
       

      Er ist einer der ersten und größten Meister des schwarzen Kriminalromans. Raymond Chandler zeichnet in seinen Krimis Welten, in denen Gerechtigkeit für die Reichen reine Verhandlungssache mit der Polizei ist und nur für die kleinen Leute eine Frage der Moral. Wie auch für Philip Marlowe, den kalifornischen Privatdetektiv.

      Montag, 22.07.13
      22:45 - 23:00 Uhr (15 Min.)
      15 Min.
      Stereo

      Er ist einer der ersten und größten Meister des schwarzen Kriminalromans. Raymond Chandler zeichnet in seinen Krimis Welten, in denen Gerechtigkeit für die Reichen reine Verhandlungssache mit der Polizei ist und nur für die kleinen Leute eine Frage der Moral. Wie auch für Philip Marlowe, den kalifornischen Privatdetektiv.

       

      Als Raymond Chandler seinen ersten Roman, "The big sleep", "Der große Schlaf", veröffentlichte, war er schon 51 Jahre alt. Er hatte sich zwar schon sehr früh als freier Schriftsteller in London niedergelassen, aber seine literarische Karriere musste Chandler mehrfach unterbrechen, weil ihn das Leben zu ungewöhnlichen Umwegen zwang.

      Chandler kam 1888 in Chicago zur Welt. Seinen Vater, ein Ingenieur, aber vor allem ein Trinker, lernte er nie richtig kennen, denn seine Mutter ließ sich scheiden, als Chandler sieben war. Die Mutter brachte ihn nach England, wo er ein renommiertes Internat besuchte, das er mit dem drittbesten Examen abschloss. Ein reicher Onkel finanzierte ihm die Ausbildung im britischen Marineministerium. Doch nach einem halben Jahr schon verließ Chandler das Ministerium und zog in den Londoner Stadtteil Bloomsbury, um zu schreiben. Die künstlerischen Freigeister um Virginia Woolf, die sich zu dieser Zeit regelmäßig in Bloomsbury trafen, interessierten ihn nicht. Er schrieb Gedichte und Essays für die Zeitung.

      1912 kehrte er nach Chicago zurück, wo er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hielt, bis der Erste Weltkrieg anfing. Chandler kämpfte auf kanadischer Seite in Frankreich und überlebte als einziger seiner Kompanie einen Feldzug. Nach seiner Rückkehr versuchte er sich als Unternehmer in der Mineralölbranche, aber scheiterte und widmete sich Ende der 30er-Jahre wieder dem Schreiben. Nach etlichen Kriminalkurzgeschichten erschien 1939 sein erster Roman mit einer Hauptfigur, die berühmt wurde: Philip Marlowe. In "Der große Schlaf" geht es zunächst um eine auf den ersten Blick einfache Erpressungsgeschichte, die Marlowe aufklären und beenden soll. Doch ganz so durchsichtig, wie sich der Fall zuerst darstellt, ist er nicht. Chandler lässt Marlowe die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählen und legt seinem 33-jährigen Privatdetektiv so amüsante wie ungewöhnliche Vergleiche und Sprachbilder in den Mund, dass man staunt, wie sehr Chandler seiner Zeit hier vorgreifen konnte.

      Zum 125. Geburtstag von Raymond Chandler

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