• 15.03.2010
      15:15 Uhr
      In den Wäldern der Zuruaha-Indianer Der Priester und das unbekannte Volk | Radio Bremen TV
       

      Gernot Schley besucht mit seinem Kamerateam die Zuruaha. Der katholische Misssionspriester Gunter Kroemer hat diesen Kontakt vermittelt. Er hat jahrelang bei den Zuruaha gelebt und begleitet das Team bei den Dreharbeiten.

      • anschl.: Weltbilder kompakt

      Montag, 15.03.10
      15:15 - 16:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Gernot Schley besucht mit seinem Kamerateam die Zuruaha. Der katholische Misssionspriester Gunter Kroemer hat diesen Kontakt vermittelt. Er hat jahrelang bei den Zuruaha gelebt und begleitet das Team bei den Dreharbeiten.

      • anschl.: Weltbilder kompakt

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Zustaendigkeit Gernot Schley

      In den Regenwäldern am Riozinho in Brasilien gelten andere Gesetze als in den Städten und Dörfern der Weißen, andere Gesetze auch, als man sie von Indianern kennt, die schon seit längerem Kontakt zu Weißen haben und eher unterwürfig als selbstbewusst auftreten. Die Zuruaha sind ein noch unbekanntes Volk, das sich bisher dem Zugriff der Weißen entzogen hat. Selbst die brasilianische Indianerbehörde Funai hat keine genauen Kenntnisse von diesem Stamm, und ist noch nie bis in die Malocas, die Gemeinschaftshäuser dieses Volkes, vorgedrungen.
      Gunter Kroemer spricht die Sprache der Zuruaha, kennt ihre Sitten, weiß um ihre Empfindlichkeiten und Aggressionen. Er praktiziert, wenn er bei ihnen ist, eine christliche Solidarität ohne den Hintergedanken einer Missionierung. Und er steht ihnen zusammen mit dem katholischen Indianer-Missionsrat bei, wenn es darum geht, sich gegen die immer näher rückenden wirtschaftlichen Invasoren zu behaupten. Er hat auch die schwierige Aufgabe übernommen, das Fernsehteam vor den Zuruaha und die Zuruaha vor den deutschen Gästen zu schützen. Doch schon bei der ersten Begegnung klappt das nicht ganz. Gunter ist vorausgeeilt, als sich das Team plötzlich von einer Gruppe Zuruaha umstellt sieht, von Menschen, die nackt herumlaufen und eine drohende Haltung einnehmen. Minutenlang stehen sie dem Team aus Deutschland gegenüber. Derartige Szenen ergeben sich immer wieder und allzu oft wissen die Fernsehleute nicht, wie sie sich verhalten sollen, denn die Zuruaha fragen nicht lange, sie handeln. Ohne erst um Erlaubnis zu bitten, untersuchen sie die Rucksäcke, nehmen die Taschenlampen an sich, ansonsten aber ignorieren sie die Gäste. Nur wenn jemand hustet, richten sie sich in ihren Hängematten auf und nehmen eine drohende Haltung an. Sie fürchten, die Europäer könnten die Grippe einschleppen, eine Krankheit, gegen die sie keine natürlichen Abwehrkräfte haben, die das ganze Volk auslöschen könnte. Wer Grippe hat, wird getötet, daran lassen die Zuruaha keinen Zweifel. Glücklicherweise hat niemand Grippe. Alle haben sich vorher impfen lassen. Trotz vieler Behinderungen entstehen Aufnahmen, wie sie nur ganz selten zu sehen sind. Es sind Bilder von einem Volk, das nicht bettelt und sich nicht unterwirft, keinen Besitz kennt und keine Vorratshaltung, ein sehr selbstbewusstes Volk - und doch vom Untergang bedroht.

      Wird geladen...
      Montag, 15.03.10
      15:15 - 16:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 17.12.2018