• 27.06.2021
      23:50 Uhr
      Die Spur der Jäger Spielfilm Schweden 1996 (Jägarna I) | SWR Fernsehen RP
       

      Der schwedische Polizist Erik kommt in seinem Heimatort einem Skandal auf die Spur: Skrupellose Wilderer schlachten ganze Rentierherden ab. Offenbar sind fast alle jungen Männer der Gemeinde an den brutalen Jagden beteiligt, die ihnen ein üppiges Einkommen garantieren. Die Behörden drücken ein Auge zu, nehmen die Männer doch scheinbar nur ihre uralten Rechte wahr. Als Erik dennoch gegen die Täter ermittelt, gerät er selbst auf die Abschussliste.

      Sonntag, 27.06.21
      23:50 - 01:40 Uhr (110 Min.)
      110 Min.

      Der schwedische Polizist Erik kommt in seinem Heimatort einem Skandal auf die Spur: Skrupellose Wilderer schlachten ganze Rentierherden ab. Offenbar sind fast alle jungen Männer der Gemeinde an den brutalen Jagden beteiligt, die ihnen ein üppiges Einkommen garantieren. Die Behörden drücken ein Auge zu, nehmen die Männer doch scheinbar nur ihre uralten Rechte wahr. Als Erik dennoch gegen die Täter ermittelt, gerät er selbst auf die Abschussliste.

       

      Nach Jahren in Stockholm kehrt der Polizist Erik nach Nordschweden zurück. In seinem Heimatort möchte er das Erbe seines verstorbenen Vaters antreten. Außerdem hofft er, nach einem hektischen und gefährlichen Leben in der Stadt nun endlich einmal zur Ruhe zu kommen. Doch aus der Beschaulichkeit wird nichts. Von seinem Bruder Leif muss Erik erfahren, dass von dem Familienvermögen fast nichts mehr übrig ist - eine Folge der desolaten wirtschaftlichen Lage in dieser entlegenen, von Arbeitslosigkeit heimgesuchten Region.

      Aber auch beruflich gibt es Ärger. Kaum hat Erik seine neue Stelle bei der örtlichen Polizei angetreten, kommt er mysteriösen Ereignissen auf die Spur. Seit Monaten treibt eine Bande von Wilderern in der Gegend ihr Unwesen: Ganze Rentierherden werden mit modernsten Waffen regelrecht abgeschlachtet. Als Erik auf eigene Faust ermittelt, sticht er in ein Wespennest. Offenbar sind fast alle jungen Männer der Gemeinde an den brutalen Jagden beteiligt, die ihnen ein üppiges Einkommen garantieren. Die Behörden drücken ein Auge zu, nehmen die Männer doch scheinbar nur ihre uralten Rechte wahr. Erik ist jedoch nicht gewillt, dieses "Kavaliersdelikt" zu dulden. Hartnäckig folgt er den Spuren der Täter - und gerät nun seinerseits auf die Abschussliste derer, die an einer Vertuschung interessiert sind.

      Die Bürger strafen den "Nestbeschmutzer", den sie eben noch als Helden verehrten, mit eiskalter Verachtung. Erik wird zum Freiwild für Anschläge und Provokationen, die idyllische Kleinstadt zum Pulverfass. Die Lage spitzt sich zu, als die Wilderer Eriks Freundin, die asiatische Kellnerin Nena, vergewaltigen und verschleppen. Schockiert muss Erik erkennen, dass seine Gegner, um Zeugen zu beseitigen, auch vor Mord nicht zurückschrecken. Und dann erfüllt sich auch die schlimmste seiner Ahnungen: Auch Leif, der eigene Bruder, ist schuldig geworden. In den Wäldern kommt es zu einem letzten Duell auf Leben und Tod.

      Der hervorragend inszenierte und gespielte schwedische Thriller verbindet packende Action mit ökologischem Engagement und psychologischem Tiefgang: Vor dem Hintergrund der atemberaubenden Naturkulisse der Provinz Norrland, deren herbe und ursprüngliche Schönheit den Zuschauer sofort in Bann schlägt, entspinnt sich nicht nur eine spannende Kriminalstory, sondern auch die menschliche Tragödie zweier Brüder, die zu Todfeinden werden - ein Drama, das fast ebenso archaisch wirkt wie die Landschaften, in dem es angesiedelt ist.

      Mit bedrückender Genauigkeit schildert der Film die latente Gewalt, die aus einer verschworenen Männerclique erwächst und schließlich außer Kontrolle gerät, so dass alle zivilisatorischen Schranken fallen. Dabei entsteht das intensive Porträt einer Gemeinschaft, die durch falsch verstandene "Traditionspflege", durch Dummheit und Habgier nicht nur ihre natürlichen Ressourcen, sondern am Ende auch sich selbst zerstört.

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