• 05.01.2017
      05:30 Uhr
      Frau Zoodirektor Eine Tochter kämpft für ihr tierisches Erbe | SWR Fernsehen RP
       

      Für viele gilt Isabelle Wallpott nur als die verwöhnte Tochter des Gründers. Jemand, der bloß Zoodirektor spielt. Ein Vorwurf, den die 34-jährige nicht auf sich ruhen lassen kann. Denn wäre es so, würde sie sonntags im sauberen Kleidchen zwischen den Besuchern umherlaufen, repräsentieren und sich vielleicht noch ums Marketing kümmern. Isabelle aber packt überall mit an - und ist der Job noch so dreckig. Stundenlang kniet sie im Schlamm und verlegt Plastikrohre. Die Pipeline ist eine von vielen Ideen, um die Abläufe und das Kostenmanagement im Betrieb zu optimieren. Ihre Mitarbeite sind skeptisch. Ob so der Zoo überleben wird?

      Donnerstag, 05.01.17
      05:30 - 06:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo HD-TV

      Für viele gilt Isabelle Wallpott nur als die verwöhnte Tochter des Gründers. Jemand, der bloß Zoodirektor spielt. Ein Vorwurf, den die 34-jährige nicht auf sich ruhen lassen kann. Denn wäre es so, würde sie sonntags im sauberen Kleidchen zwischen den Besuchern umherlaufen, repräsentieren und sich vielleicht noch ums Marketing kümmern. Isabelle aber packt überall mit an - und ist der Job noch so dreckig. Stundenlang kniet sie im Schlamm und verlegt Plastikrohre. Die Pipeline ist eine von vielen Ideen, um die Abläufe und das Kostenmanagement im Betrieb zu optimieren. Ihre Mitarbeite sind skeptisch. Ob so der Zoo überleben wird?

       

      Für viele gilt Isabelle Wallpott nur als die verwöhnte Tochter des Gründers. Jemand, der bloß Zoodirektor spielt. Ein Vorwurf, den die 34-jährige nicht auf sich ruhen lassen kann. Denn wäre es so, würde sie sonntags im sauberen Kleidchen zwischen den Besuchern umherlaufen, repräsentieren und sich vielleicht noch ums Marketing kümmern. Isabelle aber packt überall mit an - und ist der Job noch so dreckig. Stundenlang kniet sie im Schlamm und verlegt Plastikrohre. Die Pipeline soll eine teure Wasserpumpe einsparen - eine von vielen Ideen, um die Abläufe und das Kostenmanagement im Betrieb zu optimieren. Die Zoodirektorin im Eifel-Zoo in Lünebach kämpft ständig gegen die finanzielle Schieflage - ein Erbe aus schlechten Besucherjahren. Ihre vier männlichen Mitarbeiter, die teilweise schon länger hier sind als Isabelle alt ist, beäugen die junge Chefin mit ihren modernen Methoden skeptisch. Ob so der Zoo überleben wird?

      Isabelle Wallpott ist alleinerziehend und lebt zurückgezogen mit ihrer aufgeweckten Tochter Pauline keine vier Autominuten vom Arbeitsplatz entfernt. Einen Partner hat sie nicht - wie auch? Schließlich ist sie mit dem Job verheiratet. Ihr Zoo ist das ganze Jahr geöffnet - nur Heiligabend ist geschlossen.

      Die Arbeit, der Stress und die ständige Sorge um die berufliche Zukunft lasten schwer auf Isabelles Schultern. Nach Feierabend ist niemand da, bei dem sie sich ausheulen kann. Die wenige Freizeit widmet sie komplett ihrer Tochter, die gezwungenermaßen auch die meiste Zeit im Zoo verbringt. Mitten im Tierpark wohnen zudem noch Isabelles betagte Eltern. Das gibt Rückhalt, bedeutet aber auch ständige Beobachtung. Das ist nicht ganz unproblematisch, schließlich musste Isabelle ihre berufliche "Altlast", wie sie augenzwinkernd sagt, erst lieben lernen. Die geerbte Zooleitung war alles andere als ihr Traumberuf. Als Teenager wollte sie viel lieber Polizistin werden, jetzt ist sie Zoo-Chefin in Lünebach nahe der Luxemburgischen Grenze. Den Tierpark hatte ihr Vater 1972 aus einer Laune heraus gegründet. Der Ehrenfelder Kaufmann und seine verrückten Kumpel aus dem Kölschen Klüngel machten sich einen Spaß daraus, auf dem Gelände einer ehemaligen Fischzucht Wildschweine und Bären zu halten. Der Grundstein war gelegt. Der Zoo wuchs, wurde populär, immer mehr Tiere kamen hinzu, doch auch Löwen und Tiger alterten und mit ihnen die Gründer - Isabelles Eltern.

      Dann traf das Schicksal das stolze Kaufmannsgeschlecht schwer: nach einem lebensgefährlichen Unfall mit einem Bären erholte sich Isabelles Vater nicht vollständig und wurde auch noch demenzkrank. Der Zoo brauchte zügig eine neue Leitung. Isabelle hatte den Beruf der Zootierpflegerin auf Wunsch ihrer Eltern bereits erlernt und übernahm das Steuer.

      Mittlerweile hat sich Isabelle in ihre neue Rolle eingefunden und sie sogar lieben gelernt. Aus anfänglicher Ablehnung wurde völlige Hingabe. Nun muss es ihr bloß noch gelingen, das Familienunternehmen erfolgreich in die Zukunft zu lenken. Dazu aber sind buchstäblich einschneidende Maßnahmen notwendig, um das Konto für den besucherschwachen Winter zu decken. Isabelle will "Holz zu Kohle" machen, die Reihen der männlichen Mitarbeiter lichten und um junge, weibliche Fachkräfte ergänzen. In der Eifel herrscht Aufbruchsstimmung.

      Werden Isabelles Pläne bis zum Wintereinbruch aufgehen? Und findet sie neben dem ständigen Kampf ums wirtschaftliche Überleben endlich wieder auch das private Glück?

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