• 31.01.2016
      09:40 Uhr
      Haut und Marmor Die Frauengestalten bei Botticelli | SWR Fernsehen RP
       

      Er hat so erotische, wie zugleich keusch entrückte Frauenfiguren geschaffen: der Maler Sandro Botticelli, dessen vor mehr als 500 Jahren entstandene Bilder heute von einer geradezu schwindelerregenden Popularität sind. Der Film "Haut und Marmor - Die Frauengestalten bei Botticelli" geht dieser unterkühlten und doch faszinierenden Erotik nach, taucht ein in das Florenz jener Zeit und setzt sich auf die Spuren eines Mannes, der in seinen Bildern wohl auch sein eigenes Verhältnis zu Frauen thematisiert hat.

      Sonntag, 31.01.16
      09:40 - 10:05 Uhr (25 Min.)
      25 Min.
      Stereo

      Er hat so erotische, wie zugleich keusch entrückte Frauenfiguren geschaffen: der Maler Sandro Botticelli, dessen vor mehr als 500 Jahren entstandene Bilder heute von einer geradezu schwindelerregenden Popularität sind. Der Film "Haut und Marmor - Die Frauengestalten bei Botticelli" geht dieser unterkühlten und doch faszinierenden Erotik nach, taucht ein in das Florenz jener Zeit und setzt sich auf die Spuren eines Mannes, der in seinen Bildern wohl auch sein eigenes Verhältnis zu Frauen thematisiert hat.

       

      Stab und Besetzung

      Regie Henning Burk

      1445 in Florenz geboren, kann man am Figurenreigen seiner Bilder die Veränderungen ablesen, die jene Epoche auf Frauen und auf ihren Körper warf. In seinem Frühwerk malte Botticelli vor allem anmutig unschuldige Madonnen, die aber schon von der Eleganz seiner späteren Frauendarstellungen geprägt sind. Dann findet er sein großes Thema und widmet sich intensiv den Gestalten der Mythologie, zeigt sie nackt und sinnlich: Venus, Minerva und Judith, Nymphen und Göttinnen. Sein vielleicht berühmtestes Bild "Primavera", "Frühling", zeigt die Allegorie einer blumenübergossenen Frau, umgeben von den drei kaum verhüllten, tanzenden Grazien. Aber auch in seinen Porträts zeigt er Frauen von großer Schönheit und doch von fast unberührbarer Ferne.

      Der Film "Haut und Marmor - Die Frauengestalten bei Botticelli" geht dieser unterkühlten und doch faszinierenden Erotik nach, taucht ein in das Florenz jener Zeit und macht sich auf die Spuren eines Mannes, der in seinen Bildern wohl auch sein eigenes Verhältnis zu Frauen thematisiert hat. Er lebte in einer Zeit der aufkommenden Aufklärung, die jedoch immer wieder Gegenbewegungen kannte. In Florenz gewann schließlich der radikale Mönch Savonarola mit seinen donnernden Predigten gegen die Sittenlosigkeit wieder an Einfluss, dem sich auch Botticelli nicht entziehen konnte: Gegen Ende seines Lebens hätte er - so heißt es - viele seiner Gemälde mit Darstellungen nackter antiker Gestalten eigenhändig auf einem Scheiterhaufen verbrannt. Niemand weiß, wie viele von Botticellis Meisterwerken dabei vernichtet wurden. Fortan malte er nur noch religiöse Bilder - doch seine Madonnen blieben weiterhin von unvergleichlicher Anmut und Schönheit.

      Wird geladen...
      Wird geladen...

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 17.10.2019