• 21.04.2019
      00:00 Uhr
      Wie der Südwesten gleichberechtigt wurde SWR Fernsehen RP
       

      Es war eine wundersame Welt, mit klar verteilten Rollen. Die Männer, damals auch das starke Geschlecht genannt, verdienten das Geld, besuchten regelmäßig den Stammtisch oder den Fußballplatz und selbstverständlich saßen sie am Steuer, sei es im Auto, in der Politik oder der Wirtschaft. Frauen konnten höchstens "mitarbeiten" und hatten sich um alle häuslichen Belange zu kümmern. - Mit Hilfe alter Originalfilmausschnitte aus den Archiven dokumentiert der Film von Claus Hanischdörfer den zeitgenössischen Blick auf die Geschlechterbeziehung zwischen 1949 und Ende der 70er Jahre.

      Nacht von Samstag auf Sonntag, 21.04.19
      00:00 - 01:30 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      Es war eine wundersame Welt, mit klar verteilten Rollen. Die Männer, damals auch das starke Geschlecht genannt, verdienten das Geld, besuchten regelmäßig den Stammtisch oder den Fußballplatz und selbstverständlich saßen sie am Steuer, sei es im Auto, in der Politik oder der Wirtschaft. Frauen konnten höchstens "mitarbeiten" und hatten sich um alle häuslichen Belange zu kümmern. - Mit Hilfe alter Originalfilmausschnitte aus den Archiven dokumentiert der Film von Claus Hanischdörfer den zeitgenössischen Blick auf die Geschlechterbeziehung zwischen 1949 und Ende der 70er Jahre.

       

      Mann und Frau sind gleichberechtigt - so steht es seit 1949 im Grundgesetz. Aber was hat sich in Sachen Gleichberechtigung in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland getan, seit Artikel 3 Absatz 2 1949 im Grundgesetz verankert wurde?

      Der Film geht auf Zeitreise, taucht in die Archive des Südwestrundfunks ein und offenbart auf unterhaltsame Weise eine komisch absurde und doch seltsam vertraute Welt, erzählt von Hausfrauen und Paschas als auch von Hausmännern und Emanzen, von festgefahrenen Rollenklischees und dem Aufbruch in neue Zeiten.

      Beginnend in den 50er Jahren als die (Männer)Welt noch in Ordnung war: Die Frau am Herd und bei den Kindern, der Mann als "Versorger" lässt sich im Sessel bedienen. Obwohl es schon damals starke Frauen im Südwesten gibt, bleibt für die Frau oft nur: heiraten und Kinder kriegen. Doch das sollte sich in den 60er und 70er Jahren ändern.

      Der Kampf der Geschlechter tobte. Wenn z. B. Männer ihre Frauen von der Arbeitswelt fernhalten wollten. Erst 1977 durfte die Frau einen Job annehmen, ohne die Erlaubnis des Gatten. Besorgte männliche Bürger sehen Anfang der 60er Jahre die arbeitende Mutter tatsächlich als "ein Verbrechen an der Zukunft unseres Volkes". Ebenfalls sehr rigoros: Der DFB verbietet in den 50er Jahren den Frauenfußball.

      Die Unterdrückung der Frau beherrscht Mann aber auch ganz subtil: Als die Hausfrauen in den 60er Jahren genug von ihrer Rolle am Herd und Kinderspielplatz haben, schafft ihr der Mann eine neue Aufgabe, von welcher auch er profitiert: Die Frau soll schön sein! Kosmetikprodukte, Schönheitssalons, Misswahlen und erotische Titelblätter boomen - die sexuelle Ausbeutung der Frau ist im vollen Gange.

      Aber mit der sexuellen Revolution erwacht auch das Selbstbewusstsein der Frau und das althergebrachte Rollenverständnis gerät ins Wanken.

      "Wie der Südwesten gleichberechtigt wurde" gibt Einblick in eine Epoche, die viele noch erlebt und spätere Generationen nachhaltig geprägt haben. Ein Blick in die Mottenkiste der Emanzipation, der manchmal erschreckend, oft absurd komisch und verbunden mit der bitter-süßen Erkenntnis ist: Echte Gleichberechtigung ist auch heute längst nicht geschafft - kein Wunder bei der schweren Geburt.

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