• 09.11.2018
      03:05 Uhr
      artour Das Kulturmagazin des MDR | MDR FERNSEHEN Mediathek
       

      Themen:

      • Gedenken an das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren
      • Der Schneider der Präsidenten oder Die lange Reise des Maxmilian Grünfeld
      • Der Patient als Ware
      • Streit um einen preisgekrönten Film
      • Kulturkalender

      Moderation: Evelyn Fischer

      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 09.11.18
      03:05 - 03:35 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Themen:

      • Gedenken an das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren
      • Der Schneider der Präsidenten oder Die lange Reise des Maxmilian Grünfeld
      • Der Patient als Ware
      • Streit um einen preisgekrönten Film
      • Kulturkalender

      Moderation: Evelyn Fischer

       
      • Gedenken an das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren

      Am 11. November 1918 atmet die Welt auf: Ein erster Waffenstillstand beendet Kriegshandlungen von bis dahin ungekannter Brutalität und Grausamkeit. Der Erste Weltkrieg, der vier Jahre lang seinen Tribut gefordert hat, ist zu Ende. Not, Elend und Schmerz hat er über Europa gebracht. 17 Millionen Menschen sind ihm zum Opfer gefallen. Der Schrecken und die Schockstarre, die er bei der Bevölkerung auslöste, finden jedoch längst noch kein Ende und wollen auf allen Ebenen verarbeitet werden.
      Nicht wenige Künstler jener Generation, die den Krieg teils aktiv an der Front miterleben mussten, widmen sich in ihren Werken dieser Traumatisierung durch den Krieg. "Dir brach die Nacht schon ein", vertont nach Hermann Hesse etwa Walter Braunfels bereits im ersten Kriegsjahr - im Angesicht des Sterbens, das er selbst als Soldat mit ansehen muss. Andere vielversprechende Talente wie Ernest Farrar und Rudi Sephan fielen an der Front. 1919 widmet Gustav Holst seinen im Krieg gefallenen Freunden eine "Ode To Death", die jedoch die Zuversicht ausstrahlt, dass nicht zuletzt Toleranz die Menschheit heilen kann. Mit einem ebenso erschütternden wie eindringlichen Programm erinnern MDR RUNDFUNKCHOR und MDR SINFONIEORCHESTER an das Ende des Ersten Weltkrieges vor genau 100 Jahren.

      • Der Schneider der Präsidenten oder Die lange Reise des Maxmilian Grünfeld

      Max' Grünfelds idyllische Kindheit endet abrupt im April 1944. Während des Pessach-Festes wird er mit seiner Familie von deutschen Soldaten im slowakischen Dorf Pavlovo (heute Ukraine) abgeholt und ins Ghetto von Mukatschevo gebracht. Von hier werden die Grünfelds direkt nach Auschwitz deportiert. Fast alle werden dort in den Gaskammern ermordet - nur Max und sein Vater kommen in Arbeitskommandos. Im Januar 1945 muss Max auf den Todesmarsch nach Buchenwald. Auch dieses Konzentrationslager überlebt er. Nach dem Krieg irrt er noch zwei Jahre durch Osteuropa - auf der Suche nach seinem Vater. In einem Budapester Flüchtlingslager erfährt er, dass sein Vater, eine Woche vor der Befreiung, in Thüringen erschossen wurde.
      Im Wissen, dass er der letzte Überlebende seiner Familie ist, beschließt er, in die USA auszuwandern. Als 19-Jähriger kommt er nach New York. Aus Maxmilian Grünfeld wird Martin Greenfield. Er beginnt als Laufbursche in einer Schneiderei in Brooklyn und arbeitet sich dort zu einem der begehrtesten Herrenmaßschneider der USA hoch. Als "Doktor der Anzüge" kleidet er fortan die politische und kulturelle Elite Amerikas in feines Tuch - von Eisenhower bis Obama, von Paul Newman bis Leonardo DiCaprio. Inzwischen haben seine Söhne Jay und Tod die Geschäftsführung der "factory" übernommen. Martin Greenfield ist auch mit 90 Jahren noch täglich vor Ort. Seine prägenden Lebenserinnerungen hat er aufgeschrieben, weil "die jungen Leute davon erfahren müssen". Ein Hinweis auf den Film aus der Reihe "Lebensläufe".

      • Gedenken an das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren

      Am 11. November 1918 atmet die Welt auf: Ein erster Waffenstillstand beendet Kriegshandlungen von bis dahin ungekannter Brutalität und Grausamkeit. Der Erste Weltkrieg, der vier Jahre lang seinen Tribut gefordert hat, ist zu Ende. Not, Elend und Schmerz hat er über Europa gebracht. 17 Millionen Menschen sind ihm zum Opfer gefallen. Der Schrecken und die Schockstarre, die er bei der Bevölkerung auslöste, finden jedoch längst noch kein Ende und wollen auf allen Ebenen verarbeitet werden.
      Nicht wenige Künstler jener Generation, die den Krieg teils aktiv an der Front miterleben mussten, widmen sich in ihren Werken dieser Traumatisierung durch den Krieg. "Dir brach die Nacht schon ein", vertont nach Hermann Hesse etwa Walter Braunfels bereits im ersten Kriegsjahr - im Angesicht des Sterbens, das er selbst als Soldat mit ansehen muss. Andere vielversprechende Talente wie Ernest Farrar und Rudi Sephan fielen an der Front. 1919 widmet Gustav Holst seinen im Krieg gefallenen Freunden eine "Ode To Death", die jedoch die Zuversicht ausstrahlt, dass nicht zuletzt Toleranz die Menschheit heilen kann. Mit einem ebenso erschütternden wie eindringlichen Programm erinnern MDR RUNDFUNKCHOR und MDR SINFONIEORCHESTER an das Ende des Ersten Weltkrieges vor genau 100 Jahren.

      • Der Schneider der Präsidenten oder Die lange Reise des Maxmilian Grünfeld

      Max' Grünfelds idyllische Kindheit endet abrupt im April 1944. Während des Pessach-Festes wird er mit seiner Familie von deutschen Soldaten im slowakischen Dorf Pavlovo (heute Ukraine) abgeholt und ins Ghetto von Mukatschevo gebracht. Von hier werden die Grünfelds direkt nach Auschwitz deportiert. Fast alle werden dort in den Gaskammern ermordet - nur Max und sein Vater kommen in Arbeitskommandos. Im Januar 1945 muss Max auf den Todesmarsch nach Buchenwald. Auch dieses Konzentrationslager überlebt er. Nach dem Krieg irrt er noch zwei Jahre durch Osteuropa - auf der Suche nach seinem Vater. In einem Budapester Flüchtlingslager erfährt er, dass sein Vater, eine Woche vor der Befreiung, in Thüringen erschossen wurde.
      Im Wissen, dass er der letzte Überlebende seiner Familie ist, beschließt er, in die USA auszuwandern. Als 19-Jähriger kommt er nach New York. Aus Maxmilian Grünfeld wird Martin Greenfield. Er beginnt als Laufbursche in einer Schneiderei in Brooklyn und arbeitet sich dort zu einem der begehrtesten Herrenmaßschneider der USA hoch. Als "Doktor der Anzüge" kleidet er fortan die politische und kulturelle Elite Amerikas in feines Tuch - von Eisenhower bis Obama, von Paul Newman bis Leonardo DiCaprio. Inzwischen haben seine Söhne Jay und Tod die Geschäftsführung der "factory" übernommen. Martin Greenfield ist auch mit 90 Jahren noch täglich vor Ort. Seine prägenden Lebenserinnerungen hat er aufgeschrieben, weil "die jungen Leute davon erfahren müssen". Ein Hinweis auf den Film aus der Reihe "Lebensläufe".

      • Der Patient als Ware

      Es ist nicht überall schrecklich. Aber es betrifft alle Krankenhäuser in Deutschland. Mit der Einführung des Fallpauschalensystems 2003 wurden die Krankenhäuser kommerzialisiert. Die "Vergütung der Krankenhäuser durch Fallpauschalen" hat den Menschen zu einer Ware gemacht. Es geht nicht mehr darum, was der Patient braucht, sondern was er bringt. Ein Notfall in der Notaufnahme bringt dreißig, in Zahlen 30 Euro, von der Krankenversicherung. Kein Krankenhaus kann dafür kostendeckend ein Röntgenbild oder ein Blutbild erstellen. Also werden Notfälle abgewiesen. In anderen Häusern hält man sich einfach nicht an das System, weil man es als unmenschlich empfindet.
      Der Film "Der marktgerechte Patient" erzählt von den fatalen Folgen dieses Systems. Pfleger, Ärzte, Patienten und Klinikchefs kommen zu Wort. Der Film plädiert für die Daseinsfürsorge, die eigentlich der Staat zu leisten hat. Er wurde allein durch Spenden und private Förderer finanziert. Dazu kann jeder, der diesen Film öffentlich zeigen möchte, ab dem Premierentag eine eigene Filmvorführung veranstalten. Mit dieser Verbreitung und Vermarktung "von unten" wollen die Filmemacher Leslie Franke und Herdolor Lorenz ihre - auch schon in der Vergangenheit gezeigten - politisch und gesellschaftlich kritischen Filme einer möglichst großen Öffentlichkeit vorstellen. Am 8.11. startet "Der marktgerechte Patient" in 100 Kinos.

      • Streit um einen preisgekrönten Film

      Der umstrittene Film "Lord of the Toys" hat am Sonntag den Hauptpreis im Deutschen Wettbewerb von DOK.Leipzig gewonnen. Der Film erzählt von einer Dresdner Youtube-Clique, die sich offen rassistisch und antisemitisch äußert. Schon im Vorfeld wurden die DOK-Verantwortlichen angefeindet, weil dieser sehr streitbare Film überhaupt ins Programm genommen wurde. Am letzten Freitag dann, bei der letzten Vorführung des Filmes in der Leipziger NATO, gab es schwere Auseinandersetzungen zwischen Filmemachern und Publikum. Berechtigte Vorwürfe? Sollte man Leuten wie dieser Clique nicht auch noch außerhalb des Internets eine Bühne geben? Und wenn, hat es der Film geschafft, sich von ihnen abzugrenzen? Will er das überhaupt? Wir beleuchten eine Diskussion, die weit über die Grenzen Leipzigs und der DOK-Woche hinausgegangen ist und es weiterhin tut.

      • Der Patient als Ware

      Es ist nicht überall schrecklich. Aber es betrifft alle Krankenhäuser in Deutschland. Mit der Einführung des Fallpauschalensystems 2003 wurden die Krankenhäuser kommerzialisiert. Die "Vergütung der Krankenhäuser durch Fallpauschalen" hat den Menschen zu einer Ware gemacht. Es geht nicht mehr darum, was der Patient braucht, sondern was er bringt. Ein Notfall in der Notaufnahme bringt dreißig, in Zahlen 30 Euro, von der Krankenversicherung. Kein Krankenhaus kann dafür kostendeckend ein Röntgenbild oder ein Blutbild erstellen. Also werden Notfälle abgewiesen. In anderen Häusern hält man sich einfach nicht an das System, weil man es als unmenschlich empfindet.
      Der Film "Der marktgerechte Patient" erzählt von den fatalen Folgen dieses Systems. Pfleger, Ärzte, Patienten und Klinikchefs kommen zu Wort. Der Film plädiert für die Daseinsfürsorge, die eigentlich der Staat zu leisten hat. Er wurde allein durch Spenden und private Förderer finanziert. Dazu kann jeder, der diesen Film öffentlich zeigen möchte, ab dem Premierentag eine eigene Filmvorführung veranstalten. Mit dieser Verbreitung und Vermarktung "von unten" wollen die Filmemacher Leslie Franke und Herdolor Lorenz ihre - auch schon in der Vergangenheit gezeigten - politisch und gesellschaftlich kritischen Filme einer möglichst großen Öffentlichkeit vorstellen. Am 8.11. startet "Der marktgerechte Patient" in 100 Kinos.

      • Streit um einen preisgekrönten Film

      Der umstrittene Film "Lord of the Toys" hat am Sonntag den Hauptpreis im Deutschen Wettbewerb von DOK.Leipzig gewonnen. Der Film erzählt von einer Dresdner Youtube-Clique, die sich offen rassistisch und antisemitisch äußert. Schon im Vorfeld wurden die DOK-Verantwortlichen angefeindet, weil dieser sehr streitbare Film überhaupt ins Programm genommen wurde. Am letzten Freitag dann, bei der letzten Vorführung des Filmes in der Leipziger NATO, gab es schwere Auseinandersetzungen zwischen Filmemachern und Publikum. Berechtigte Vorwürfe? Sollte man Leuten wie dieser Clique nicht auch noch außerhalb des Internets eine Bühne geben? Und wenn, hat es der Film geschafft, sich von ihnen abzugrenzen? Will er das überhaupt? Wir beleuchten eine Diskussion, die weit über die Grenzen Leipzigs und der DOK-Woche hinausgegangen ist und es weiterhin tut.

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