• 25.02.2021
      23:10 Uhr
      Zwischen Barock und Staatsmacht - Der Maler Willi Sitte Ein Film von Reinhold Jaretzky | MDR FERNSEHEN
       

      Nackte, üppige Körper, zügellose Geschlechterkämpfe, pralle, derbe Sinnlichkeit in expressive Farbenwucht getaucht: So hat sich der Maler Willi Sitte in die jüngere Kunstgeschichte eingeschrieben.
      Der Film portraitiert den Maler in seinem Widerstreit zwischen politischem Engagement und künstlerischem Eigensinn. Galeristen, Künstlerkollegen, Schüler und Experten liefern mit ihren Statements ein facettenreiches Bild des Künstlers, dessen 100. Geburtstag im Herbst 2021 mit einer großen Retrospektive im Kunstmuseum Moritzburg in Halle gewürdigt wird.

      Donnerstag, 25.02.21
      23:10 - 23:40 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Nackte, üppige Körper, zügellose Geschlechterkämpfe, pralle, derbe Sinnlichkeit in expressive Farbenwucht getaucht: So hat sich der Maler Willi Sitte in die jüngere Kunstgeschichte eingeschrieben.
      Der Film portraitiert den Maler in seinem Widerstreit zwischen politischem Engagement und künstlerischem Eigensinn. Galeristen, Künstlerkollegen, Schüler und Experten liefern mit ihren Statements ein facettenreiches Bild des Künstlers, dessen 100. Geburtstag im Herbst 2021 mit einer großen Retrospektive im Kunstmuseum Moritzburg in Halle gewürdigt wird.

       

      Nackte, üppige Körper, zügellose Geschlechterkämpfe, pralle, derbe Sinnlichkeit in expressive Farbenwucht getaucht: So hat sich der Maler Willi Sitte in die jüngere Kunstgeschichte eingeschrieben. An den Altmeistern von der Renaissance bis in die klassische Moderne geschult, hat er die Ekstasen aus der griechischen Götterwelt in die Arbeiter- und Bauernrepublik DDR geholt. Beim Aufbau des Sozialismus im Osten Deutschlands war er von Beginn an dabei, aus politischer Überzeugung, nachdem er in Italien aus der Wehrmacht desertiert war und sich den antifaschistischen Partisanen angeschlossen hatte. 

      Der Widerspruch zwischen seiner kommunistischen Überzeugung, seiner ungebrochenen Staatstreue und seinem Beharren auf der Eigenständigkeit der Kunst hat ihn ein halbes Jahrhundert begleitet. 

      Der nach der Wende als höriger Staatsmaler geschmähte Sitte, dessen Bilder nun teilweise abgehängt wurden und in den Depots verschwanden, genoss zu DDR-Zeiten die höchsten Ehrungen, agierte als Präsident des Künstlerverbandes und als Mitglied in Volkskammer und Zentralkomitee. Doch der Künstler Willi Sitte, der den geforderten sowjetisch-sozialistischen Realismus zeitlebens als der Nazi-Kunst zu ähnlich ablehnte, war den Genossen suspekt. Sitte wollte, orientiert an Zeitgenossen wie Pablo Picasso, Renato Guttuso, Max Ernst und Fernand Léger, der Kunst einen revolutionären Schwung verleihen, was ihm Rügen, Parteistrafen und immer wieder den Vorwurf der Dekadenz und des Formalismus eintrug.

      Seine frühen Bilder verstaubten im Atelier, selbst seine "Arbeiterbilder" der 60er Jahre waren umstritten. "Das waren keine Helden der Arbeit, wie sie gefordert wurden, sondern abgearbeitete, müde Gestalten, die gierig Bier tranken und Zigaretten rauchten", lautete das Verdikt der parteilichen Kunstkritik. 

      Der Film portraitiert den Maler in seinem Widerstreit zwischen politischem Engagement und künstlerischem Eigensinn. Galeristen, Künstlerkollegen, Schüler und Experten liefern mit ihren Statements ein facettenreiches Bild des Künstlers, dessen 100. Geburtstag im Herbst 2021 mit einer großen Retrospektive im Kunstmuseum Moritzburg in Halle gewürdigt wird.

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