• 23.06.2019
      13:05 Uhr
      Letzte Ausfahrt Sauerland Spielfilm Deutschland 2015 | rbb Fernsehen Mediathek
       

      Seit einer gefühlten Ewigkeit haben die alten Freunde Horst und Johann sich in die selbst gewählte Einsamkeit des Sauerlands zurückgezogen. Am Möhnesee betreiben sie einen kleinen Bootsverleih. Vor allem mit dem grantigen Horst hat das Schicksal es nicht immer gut gemeint: Seine geliebte Frau verlor er durch ein tragisches Unglück, der Kontakt zu seiner Tochter beschränkt sich seit Jahren auf eine Geburtstagskarte, und seinen 16-jährigen Enkel Elyas hat der mürrische Eigenbrötler noch nie gesehen. Erst nach einer niederschmetternden ärztlichen Diagnose beginnt Horst zu ahnen, dass er endlich mit seinem Leben ins Reine kommen muss.

      Sonntag, 23.06.19
      13:05 - 14:35 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      Seit einer gefühlten Ewigkeit haben die alten Freunde Horst und Johann sich in die selbst gewählte Einsamkeit des Sauerlands zurückgezogen. Am Möhnesee betreiben sie einen kleinen Bootsverleih. Vor allem mit dem grantigen Horst hat das Schicksal es nicht immer gut gemeint: Seine geliebte Frau verlor er durch ein tragisches Unglück, der Kontakt zu seiner Tochter beschränkt sich seit Jahren auf eine Geburtstagskarte, und seinen 16-jährigen Enkel Elyas hat der mürrische Eigenbrötler noch nie gesehen. Erst nach einer niederschmetternden ärztlichen Diagnose beginnt Horst zu ahnen, dass er endlich mit seinem Leben ins Reine kommen muss.

       

      Knorrige Typen in malerischer Landschaft: Das sind die alten Freunde Horst (Heiner Lauterbach) und Johann (Friedrich von Thun), die sich vor vielen Jahren in die Einsamkeit des Sauerlands zurückgezogen haben. Am idyllischen Möhnesee betreibt das Duo einen kleinen Bootsverleih. Horst, ein galliger Menschenfeind erster Güte, schlägt allerdings lieber mit seiner Flinte Touristen in die Flucht, während Johann sich mit wechselnden Frauengeschichten über die Tristesse seines Alltags hinwegtröstet. Aber auch wenn die zwei sich angiften wie ein altes Paar, wissen sie doch insgeheim, was sie aneinander haben. Horsts geliebte Frau starb einst bei einem Autounfall. Der Kontakt zu seiner einzigen Tochter Lisa (Annika Kuhl) beschränkt sich seit Ewigkeiten auf eine Geburtstagskarte.

      Als diese zu seinem 66. Geburtstag ausbleibt, macht der mürrische Eigenbrötler sich auf einmal Sorgen und fährt aus der Provinz nach Frankfurt, um nach dem Rechten zu sehen. Dabei trifft er erstmals seinen Enkelsohn Elyas (Emilio Moutaoukkil) – allerdings sind der sarkastische Senior und der schlagfertige Teenager sich auf Anhieb herzlich unsympathisch. Schließlich realisiert Horst, dass er in eine Falle gelockt wurde: Lisa sorgt sich um die Gesundheit ihres Vaters und möchte ihn im Krankenhaus untersuchen lassen. Widerwillig lässt er sich darauf ein – und erhält eine niederschmetternde Diagnose.

      Als Horst klar wird, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt, ruft er Johann zu Hilfe, türmt kurz entschlossen aus der Klinik – und mit Enkel Elyas im Schlepptau sind die beiden plötzlich in einem gestohlenen Leichenwagen auf der Flucht vor der Polizei und auf dem Weg zurück ins Sauerland. Aber der schwer kranke Horst will nicht einfach vor seinem Schicksal davonlaufen – er will versuchen, mit seinem Leben ins Reine zu kommen. So bricht das Trio zu einer ereignisreichen Reise an die Orte von Horsts Vergangenheit auf. Dabei wird immer deutlicher, dass sich hinter seiner antrainierten Eigenbrötler-Fassade vor allem die Trauer um seine geliebte Frau und seine verlorene Tochter verbirgt. Die Fahrt ins Sauerland bedeutet für Horst eine letzte Chance, die Dinge neu zu ordnen.

      Im Mittelpunkt des außergewöhnlichen Roadmovies stehen zwei eigensinnige, vom Leben gezeichnete Männer, die zu einer letzten gemeinsamen Reise aufbrechen. Fernab von Kitsch und Klischees zeichnet der Film dabei sperrig-komplexe Charakterporträts und beweist Mut zu ungelösten Konflikten; zugleich hält er eine gelungene Balance aus trockenem Humor und berührender Melancholie. In den knorrigen Freunden finden die Charakterdarsteller Heiner Lauterbach und Friedrich von Thun echte Paraderollen. Als Regisseur zeichnet Nikolai Müllerschön verantwortlich, der mit den beiden Stars auch den hoch gelobten Kinothriller „Harms" drehte.

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