• 04.11.2014
      21:00 Uhr
      Aufbruch im November Die größte Demonstration der DDR | rbb Fernsehen
       

      Am 4.11.1989 versammeln sich am Alexanderplatz rund 500.000 Menschen, um der Führung der DDR zu sagen: Wir sind das Volk! Die Demonstranten fordern freie Wahlen und das Ende der Diktatur der SED. Noch Wochen zuvor wäre die Demonstration als staatsfeindliche Zusammenrottung eingestuft worden, jetzt ist sie die größte Protestkundgebung in der Geschichte der DDR.

      Dienstag, 04.11.14
      21:00 - 21:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      Am 4.11.1989 versammeln sich am Alexanderplatz rund 500.000 Menschen, um der Führung der DDR zu sagen: Wir sind das Volk! Die Demonstranten fordern freie Wahlen und das Ende der Diktatur der SED. Noch Wochen zuvor wäre die Demonstration als staatsfeindliche Zusammenrottung eingestuft worden, jetzt ist sie die größte Protestkundgebung in der Geschichte der DDR.

       

      Der 4. November 1989 war ein grauer Tag, Nieselregen fiel auf Ostberlin. Dass es in der Erinnerung von Tausenden DDR Bürgern ein heiterer Sonnabend war, einer, der sie so ein Tag, so wunderschön wie heute singen ließ, lag daran, dass sich am Alexanderplatz rund eine halbe Million Menschen versammelten, um der Führung der DDR zu sagen: Wir sind das Volk! Die Demonstranten fordern freie Wahlen und das Ende der Diktatur der SED. Hunderttausendfache Hoffnung, Selbstbewusstsein, Anspruch auf Veränderung. Noch Wochen zuvor wäre die Demonstration als staatsfeindliche Zusammenrottung eingestuft worden, jetzt ist sie die größte Protestkundgebung in der Geschichte der DDR.

      Am 4. November läuft die Zeit längst gegen die SED und die Staatssicherheit. Die Mächtigen versuchen zu retten, was zu retten ist. Es geht ihnen um Machterhalt, als sie sich mit ihren Kritikern arrangieren. Noch gelingt es ihnen, die Zügel in der Hand zu halten. Sie stimmen mit über die Rednerliste ab, über die Strecke, den der Demonstrationszug nehmen darf. Alles unter Kontrolle? Dieses Mal hat die Angst die Seiten gewechselt. Ein Anschlag auf die Stasizentrale in der Normannenstraße wird befürchtet, ein Sturm auf die Mauer am Brandenburger Tor. Aber Stasi und SED schätzen das Volk falsch ein. Es ist ein diszipliniertes Aufbegehren, eine "friedliche Revolution". Am frühen Nachmittag ist der Dampf abgelassen, ist ausgesprochen, was den meisten Bürgern seit Jahren auf der Seele lag. Veränderungen sollen folgen. Noch geht es um die Reformierung des Sozialismus - von deutscher Wiedervereinigung ist hier nicht die Rede.

      25 Jahre später: Rückkehr an die Orte und zu den Protagonisten von damals. Zum Stern-Korrespondenten Peter Pragal, der sein Büro in der Leipziger Straße hatte und von hier aus den heißen Herbst 89 in der DDR beschrieb. Mit dem Bürgerrechtler Jens Reich geht es noch einmal auf das Grundstück von Robert Havemann, wo er mit anderen im Herbst 1989 das Neue Forum gründete. Der Film begleitet den Politiker Gregor Gysi, dessen politische Karriere in jenen Tagen im Herbst 1989 begann, auf Wahltour und den stellvertretenen Polizeipräsidenten von Ostberlin Dietrich Dietze, der heute als Rentner in der Rhön lebt. Was bedeutet dieser Tag im Leben jedes Einzelnen, wie hat er sie verändert, wie ihren Blick auf das Land DDR und auf sich selbst?

      Film von Gabriele Denecke

      Wird geladen...
      Wird geladen...

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 19.11.2018