• 07.12.2015
      07:20 Uhr
      Planet Schule: Ukraine - Grenzland zwischen Ost und West Film von Konstanze Burkard und Olga Sviridenko | WDR Fernsehen
       

      Wie konnte, was 2013 als friedliche Demonstration auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew begann, zu einem politischen Flächenbrand werden, der die europäische Ordnung gefährdet? Welche geopolitischen Interessen spielen dabei eine Rolle? Wie tief reichen die Wurzeln dieses Konfliktes in die Vergangenheit hinein? Der Film zeichnet das Tauziehen zwischen Ost und West in seinen wesentlichen Stationen nach. Denn ohne historische Rückgriffe ist die Dynamik der politischen Prozesse nicht zu verstehen.

      Montag, 07.12.15
      07:20 - 07:50 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo HD-TV

      Wie konnte, was 2013 als friedliche Demonstration auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew begann, zu einem politischen Flächenbrand werden, der die europäische Ordnung gefährdet? Welche geopolitischen Interessen spielen dabei eine Rolle? Wie tief reichen die Wurzeln dieses Konfliktes in die Vergangenheit hinein? Der Film zeichnet das Tauziehen zwischen Ost und West in seinen wesentlichen Stationen nach. Denn ohne historische Rückgriffe ist die Dynamik der politischen Prozesse nicht zu verstehen.

       

      Es begann als friedliche Demonstration in Kiew und wurde zum Flächenbrand für das ganze Land. In der Ukraine sind die Gräben mit einer solchen Wucht aufgebrochen, dass die Ordnung Europas bedrohlich ins Wanken geraten ist. Die Konflikte schienen seit einem Vierteljahrhundert überwunden. Doch heute steht die Ukraine am Abgrund.
      Das Land hat keine einfache Geschichte. Historische Fakten werden fast an jedem Ort anders interpretiert. Die Autorinnen Konstanze Burkard und Olga Sviridenko sind durch die ganze Ukraine gereist und haben mit den unterschiedlichsten Menschen gesprochen. Mit denen, die sich eher Westeuropa verbunden fühlen, und mit denen, die in Russland ein Brudervolk" sehen.

      Die einen fühlen sich schon immer unterdrückt, vom Zarenreich über die Sowjetunion bis zu Putins Russland, bis zu den Protesten des Euromaidan" mit einem willfährigen ukrainischen Präsidenten im Schulterschluss. Dieser verhinderte im November 2013 nicht nur die europäische Integration der Ukraine, sondern blockierte damit auch den langersehnten Aufbau. Die anderen fühlen sich mit Russland tief vereint im gemeinsamen Gedenken an den heldenhaften Sieg über die Nazis, deren Vernichtungsfeldzug 27 Millionen Sowjetbürger das Leben gekostet hatte.
      Die Unterschiede werden im ganzen Land schnell deutlich: Lwiw, das historische Zentrum Galiziens, stand jahrhundertelang unter polnischer und österreichischer Herrschaft. In Kiew berühren sich untrennbar ukrainische und russische Entstehungsgeschichte. Und Donezk im Osten hieß einmal Stalino und wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört.

      Wie konnte, was 2013 als friedliche Demonstration auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew begann, zu einem politischen Flächenbrand werden, der die europäische Ordnung gefährdet? Welche geopolitischen Interessen spielen dabei eine Rolle? Wie tief reichen die Wurzeln dieses Konfliktes in die Vergangenheit hinein? Der Film zeichnet das Tauziehen zwischen Ost und West in seinen wesentlichen Stationen nach. Denn ohne historische Rückgriffe ist die Dynamik der politischen Prozesse nicht zu verstehen.

      Der Film beleuchtet die geostrategische und historische Bedeutung der Krim für Russland, die Bedeutung des Sieges über Nazideutschland als Gründungsmythos der großen Sowjetunion und die Rolle des Donbass als stolzes industrielles Herz dieses Reiches sowie den Benn der russischen Besatzung. Der Film erzählt die wichtigsten historischen Ereignisse der jüngsten Geschichte bis 2013/2014.

      "Europa trägt eine große Schuld an den Entwicklungen in der Ukraine", behauptet Michail Fedotow, Vorsitzender des Menschenrechtsrates beim russischen Präsidenten. In der Erweiterungspolitik der EU sieht er einen Akt der Aggression". Stefan Füle hat das Ringen um das Assoziierungsabkommen zwischen der EU und der Ukraine aus nächster Nähe beobachtet. Er war Kommissar für Erweiterung und Europäische Nachbarschaftspolitik und wollte bis zuletzt Präsident Janukowitsch umstimmen. Die Dokumentation liefert die Hintergründe und zeigt auf, warum hinter den Protesten auf dem Platz der Unabhängigkeit in Kiew weit mehr steckte, als die spontane Reaktion der Bevölkerung auf ein geplatztes Assoziierungsabkommen mit der EU.

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