• 05.11.2010
      21:00 Uhr
      auslandsjournal extra ZDF-Korrespondenten berichten aus aller Welt | 3sat
       

      Themen:

      • "Hexen, Herden, Helden"
      • Stau statt Safari
      • Soziale Superhelden
      • Mullah statt Mickeymouse
      • Kräuterkult statt Kruzifix

      Freitag, 05.11.10
      21:00 - 21:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Themen:

      • "Hexen, Herden, Helden"
      • Stau statt Safari
      • Soziale Superhelden
      • Mullah statt Mickeymouse
      • Kräuterkult statt Kruzifix

       
      • Stau statt Safari

      Serengeti darf nicht sterben, und dennoch soll eine befestigte Straße gebaut werden, die den weltberühmten Nationalpark im Norden teilen würde. Der 480 Kilometer lange Highway könnte die Tierpopulation und die einzigartige Massenwanderung von mehr als 1,3 Millionen Gnus, Antilopen, Gazellen und Zebras bedrohen. Die tansanische Regierung will ungeachtet der Proteste internationaler Organisationen wie der Unesco im kommenden Jahr mit dem Bau beginnen. Die Fernstraße soll die Stadt Musoma am Viktoria-See mit dem am Kilimandscharo gelegenen Arusha verbinden. Da es sich um eine von wenigen Ost-West-Trassen in der Region handeln würde, die auch Ruanda, Burundi und den Kongo mit dem Indischen Ozean verbindet, gehen Experten von einem hohen Verkehrsaufkommen schwerer Lastwagen aus. Naturschutz-Organisationen wie die Frankfurter Zoologische Gesellschaft, die sich seit den Zeiten ihres Gründers Bernhard Grzimek um den Erhalt der Serengeti kümmert, haben eine alternative Straßenführung südlich des Nationalparks vorgeschlagen.

      • Soziale Superhelden

      Sie nennen sich Silver Dragon, Civitron oder Knight Owl. Sie sind Superhelden zum Anfassen. In bunten Kostümen kämpfen sie auf Amerikas Straßen für Gerechtigkeit, setzen sich für Arme und Hilfsbedürftige ein. Besonders jetzt, in Zeiten der Krise, sehnen sich die Amerikaner nach traditionellen Idolen, nach Helden. In den 30ern - in Zeiten wirtschaftlicher Depression - wurde das erste Superhelden-Comic-Heft verlegt. Die Botschaft: Mit Tugendhaftigkeit und Eigeninitiative lässt sich Amerika neu erfinden. Und auch jetzt scheint Amerika Superhelden zu brauchen. Die sogenannten Real Life Superheroes wollen die Welt retten, wenn es schon die Politiker nicht schaffen.Seit der letzten Wirtschaftskrise ist der Optimismus in den USA geschwunden. Die Zahl der Arbeitslosen liegt bei rund zehn Prozent, von der Wirtschaftskrise hat sich das Land noch nicht erholt, viele Menschen haben den Glauben an die Politiker verloren. Die Real Life Superheroes wollen den Menschen Mut machen, dass es trotz der schwierigen Zeiten weitergeht - ganz ohne Superkräfte. "Es hilft schon, wenn man einfach nur mit den Menschen über ihre Probleme redet. Wir wissen, dass wir nur einen kleinen Beitrag leisten können, um traurigen Menschen den Tag zu verschönern", sagt Knight Owl.Die Helden des Alltags kaufen Essen, das sie an Obdachlose verteilen, geben seelischen Beistand und helfen überall dort, wo sie gebraucht werden. ZDF-Reporter Benjamin Daniel hat die Real Life Superheroes auf ihren Missionen begleitet.

      • Mullah statt Mickeymouse

      Schützengräben, Handgranaten und Raketenwerfer - was aussieht wie ein realer Kriegsschauplatz, ist in Wirklichkeit ein bizarrer Themenpark der Hisbollah.Wo einst die Hisbollah gegen die damaligen israelischen Besatzer kämpfte, steht heute eine Art touristischer Dschihad-Park. Eine Autostunde von Beirut entfernt in Mleeta, nahe der Grenze zu Israel, hat die Hisbollah diesen Vergnügungspark eröffnet. Für ein Eintrittsgeld von einem Dollar werden Besucher aus aller Welt hier durch Kulissen des Krieges gegen Israel geführt. Auf Waldlehrpfaden können die Besucher mit Panzerfäusten und Tarnnetzen Krieg spielen, eine Hisbollahfahne gibt es als Andenken gratis dazu. Said bel Kola steht hinter der Hisbollah: "Wir kommen aus Respekt zu den Märtyrern, die den Widerstand gegen Israel gewählt haben". Die Veranstalter sehen in ihrem Konzept eine Möglichkeit, den Menschen die Geschichte einer Region nahezubringen und ihnen die Funktion der Hisbollah zu erklären. Dahinter verbirgt sich vor allem eins - Propaganda.Höhepunkt ist eine gewaltige Installation aus umgestürzten Panzern mit verknoteten Kanonen und zerstörten Autos. Sie wird "Der Abgrund" genannt und symbolisiert die Niederlage der israelischen Armee. Bei vielen Besuchern scheint das "Museum des Widerstands" die von der Hisbollah gewünschte Wirkung zu haben: "Das ist der Beweis wie das Schicksal derjenigen aussieht, die versuchen uns anzugreifen", sagt Ali Karaki, ein jugendlicher Besucher. Dietmar Ossenberg berichtet.

      • Kräuterkult statt Kruzifix

      Ein uralter Naturglaube erfreut sich in Großbritannien immer größerer Beliebtheit. Es geht um Druiden, Hexen und Barden. Was für den einen wie esoterischer Hokuspokus klingt, ist für andere Glaubenssache. Der Trend zur Naturreligion spiegelt das Bedürfnis nach ökologischer und umweltbewusster Lebensweise wider.Der Glaube an die Kräfte der Natur, auch Paganismus genannt, ist in Großbritannien mittlerweile zur sechstgrößten Religionsgemeinschaft avanciert. Die Anhänger des Paganismus feiern den Rhythmus der Natur und deren Götter: Winter- und Sommersonnenwende, Erntefest und andere Feste zu Ehren alter Naturgötter. Ein beliebter Pilgerort der Pagans ist Stonehenge in Südengland. Dort zelebrieren jährlich hunderte Druiden, Hexen und Barden alte Rituale, experimentieren mit Kräutern und erzählen sich Mythen.Alternativ und unabhängig, das sind viele Pagans. Wer heute mit Kräutertinkturen und Zauberstäben hantiert, hat sich früher für den Weltfrieden eingesetzt. Und so weit entfernt von dem politischen Aktivismus der siebziger und achtziger Jahre liegt der Naturkult nicht. Die Natur anzubeten, das bedeutet, sie zu achten und zu schützen. Ein Grund für den starken Zulauf der Naturreligion ist ein verändertes Gesellschaftsbild. Alternativ und esoterisch zu leben, die materialistische und hierarchische Gesellschaft zu verneinen, gilt als hip und modern.Bis zur völligen Gleichberechtigung könnte es allerdings noch einige Zeit dauern. Denn noch sind es nur einige hunderttausend Mitglieder. Die Ausmaße der Church of England hat der Paganismus also noch lange nicht erreicht.

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      Freitag, 05.11.10
      21:00 - 21:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 18.12.2018