• 15.01.2021
      20:15 Uhr
      Hannas Entscheidung Fernsehfilm Deutschland/Österreich 2012 | 3sat
       

      Hanna Forster wartet noch immer sehnlich auf die Rückkehr ihres Mannes Karl, der sich seit sieben Jahren in russischer Gefangenschaft befindet. Nachdem er als Soldat eingezogen wurde, war sie gezwungen, Familie und Schreinerei aus eigener Kraft durch die Kriegs- und Nachkriegszeiten zu bringen. Inzwischen arbeitet sie gerne in der Werkstatt und kommt in dieser Männerdomäne sehr gut zurecht. Als Karl endlich wieder zurückkehrt, ist Hanna überglücklich, doch das Glück währt nicht lange.

      Freitag, 15.01.21
      20:15 - 21:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      Hanna Forster wartet noch immer sehnlich auf die Rückkehr ihres Mannes Karl, der sich seit sieben Jahren in russischer Gefangenschaft befindet. Nachdem er als Soldat eingezogen wurde, war sie gezwungen, Familie und Schreinerei aus eigener Kraft durch die Kriegs- und Nachkriegszeiten zu bringen. Inzwischen arbeitet sie gerne in der Werkstatt und kommt in dieser Männerdomäne sehr gut zurecht. Als Karl endlich wieder zurückkehrt, ist Hanna überglücklich, doch das Glück währt nicht lange.

       

      Stab und Besetzung

      Hanna Forster Christine Neubauer
      Karl Forster Edgar Selge
      Hans Zollner August Schmölzer
      Marianne Forster Elisabeth Orth
      Xaver Branko Samarovski
      Pauline Petra Morzé
      Adi Zollner Sebastian Bezzel
      Vera Forster Pamina Grünsteidl
      Michael Forster Simon Morzé
      Schulleiter Huber Peter Faerber
      Von Stainz Karl Fischer
      Otterbach Klaus Ofczarek
      Regie Friedemann Fromm
      Musik Edward Harris
      Ed Harris
      Kamera Hanno Lentz

      Es sind die Jahre des beginnenden Wirtschaftswunders. Während man in ihrem nun unter alliierter Kontrolle stehenden oberbayerischen Heimatdorf längst wieder zur Tagesordnung übergegangen ist, wartet Hanna Forster (Christine Neubauer) noch immer auf die Rückkehr ihres Mannes Karl (Edgar Selge), der sich seit sieben Jahren in russischer Kriegsgefangenschaft befindet.

      Als Karl zur Wehrmacht musste, war Hanna gezwungen, ihre Familie und die eigene Schreinerei allein durch Kriegs- und Nachkriegsnot zu bringen. Sie ist stolz darauf, den Betrieb aus eigener Kraft über die schwierigen Zeiten gerettet zu haben. Doch ihr fehlt die Ausbildung - und die Schreinerei braucht dringend einen Meister, sonst droht die Schließung. Auch wenn es ihr inzwischen gelungen ist, Kundschaft und Kollegen von den eigenen Fähigkeiten zu überzeugen: Die Konkurrenz schläft nicht. Und vor allem Bürgermeister Hans Zollner (August Schmölzer) ist Hannas Erfolg ein Dorn im Auge.

      Dann kehrt eines Tages Karl nach Hause zurück. Hanna ist überglücklich. Aber dem stark traumatisierten, verletzten Ehemann und Vater fällt es nicht leicht, sich wieder an das normale Alltags- und Familienleben zu gewöhnen; zumal seine Frau sich nicht mehr in die Rolle der Hausfrau und Mutter zurückdrängen lässt. Jeder Versuch Hannas, ihm mit Rat und Tat beiseite zu stehen, wird von ihrem Ehemann wütend abgewehrt.

      Mit der Schreinerei geht es nun stetig bergab. Auf das lukrative Angebot des lokalen Tischlerkollegen Adi Zollner (Sebastian Bezzel), die Werkstatt zu übernehmen, reagiert Karl mit strikter Ablehnung. Sorgenvoll beobachtet Hanna, wie sich ihr Mann zunehmend in Verzweiflung und blindem Jähzorn verliert. Der endgültige Bankrott von Familie und Betrieb scheint unausweichlich. Da erinnert sich Hanna an ihr Selbstvertrauen und fällt eine Entscheidung. Erst meldet sie sich heimlich zur Gesellenprüfung an, dann schließt sie mit Adi Zollner einen Vertrag über den Werkstattverkauf. Als Karl davon erfährt, kommt es zur Katastrophe.

      In "Hannas Entscheidung" stellt Christine Neubauer wieder einmal ihre schauspielerische Bandbreite unter Beweis und verleiht ihrer Figur Kraft und Größe. Sie spielt eine mutige Ehefrau und Mutter, die sich durch die Nöte der Kriegs- und Nachkriegszeiten nicht unterkriegen lässt. Wie Hanna waren viele Frauen ihrer Generation gezwungen, die Aufgaben ihrer Männer während deren Abwesenheit zu übernehmen. Danach wollten und konnten sie nicht mehr in ihre alten Rollenmuster zurück und wurden zu Vorkämpferinnen für die kommende Generation emanzipierter und moderner Frauen. Eindringlich fängt der renommierte Regisseur Friedemann Fromm in seinem dichten Drama das gesellschaftliche Klima der frühen 50er Jahre ein - eine Zeit der gesellschaftlichen Neuordnung, die alle vor besondere Herausforderungen stellte. Neben Christine Neubauer ist es vor allem Charakterdarsteller Edgar Selge, der mit großer Empathie seine Figur belebt.

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      Freitag, 15.01.21
      20:15 - 21:45 Uhr (90 Min.)
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