• 22.09.2020
      00:15 Uhr
      37┬░: Die Senior-Azubis Abenteuer mit 50+ | 3sat
       

      "37┬░" begleitet drei Menschen, die das Abenteuer wagen und ganz unten, als Lehrlinge, neu anfangen, Seite an Seite mit 20-J├Ąhrigen. Die Zuschauer erleben sie bei den gro├čen Herausforderungen, die ihre neue Aufgabe bereith├Ąlt.

      Nacht von Montag auf Dienstag, 22.09.20
      00:15 - 00:45 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      VPS 00:20

      "37┬░" begleitet drei Menschen, die das Abenteuer wagen und ganz unten, als Lehrlinge, neu anfangen, Seite an Seite mit 20-J├Ąhrigen. Die Zuschauer erleben sie bei den gro├čen Herausforderungen, die ihre neue Aufgabe bereith├Ąlt.

       

      Unsere Gesellschaft wird immer ├Ąlter. Vielerorts herrscht Fachkr├Ąftemangel. Es schl├Ągt die Stunde der Senior-Azubis, die mit 50 plus ins kalte Wasser springen und eine Ausbildung beginnen.

      Was treibt Menschen dazu, rund 15 Jahre vor der gesetzlichen Rente beruflich neu durchzustarten, mit Teenagern die Schulbank zu dr├╝cken und sich dem Pr├╝fungsstress auszusetzen?

      Heike ist 52 Jahre alt, studierte Informatikerin, verheiratet und Mutter von drei Kindern. Als diese fl├╝gge wurden, wollte sie zur├╝ck in ihren Job ÔÇô nur um festzustellen, dass sie sich die Arbeit in der IT-Branche nicht mehr vorstellen konnte. Sie f├Ąngt noch einmal von vorne an und beginnt eine Ausbildung zur Lokf├╝hrerin bei der Stuttgarter S-Bahn. Hier ist sie nicht nur die ├Ąlteste Sch├╝lerin, sondern noch dazu die einzige Frau. "Das ganze Leben ist Ver├Ąnderung. Ich warte ja nicht darauf, dass ich in 13 Jahren in Rente gehe. Ich m├Âchte mein Leben jetzt gestalten, und ich mache gerne was Neues. Die Arbeit erf├╝llt mich, deshalb ist es genau das Richtige f├╝r mich."

      Der Quereinstieg zur Lokf├╝hrerin dauert nur zw├Âlf Monate, daf├╝r ist das Lernpensum enorm. Neben Fahrschule und theoretischem Unterricht muss Heike vier Abschlusspr├╝fungen schaffen. Ein bisschen Pr├╝fungsangst hat sie auch: "Ich bin es auch nicht mehr gewohnt, zu lernen - wenn man das 20, 30 Jahre nicht gemacht hat, ist es schon schwierig, sich zu konzentrieren, und es ist einfach auch so, dass man nicht mehr so leicht lernt."

      Matthias hat 30 Jahre lang als Bankkaufmann gearbeitet. Irgendwann wurde ihm der Druck zu gro├č. Er k├╝ndigte, lie├č sich ein Tattoo stechen und steckt mit 54 jetzt mitten in der Ausbildung zum Erzieher. Seine vier Kinder sind inzwischen aus dem Haus. Fr├╝her hat er das Dreifache verdient, daf├╝r hat er jetzt regelm├Ą├čige Arbeitszeiten: "Der Umgang mit den Kindern ist bereichernd. Zu sehen, wie sich Kinder entwickeln und da dann ein st├╝ckweit daran beteiligt gewesen zu sein. Das finde ich schon super. Und dass man einfach gemocht wird, Kinder sind da total ehrlich."

      Anstrengend ist es trotzdem, und manchmal merkt er auch, dass er keine 20 mehr ist. Seine Familie steht voll hinter ihm. Seine Frau arbeitet schon seit 30 Jahren als Erzieherin, jetzt hilft sie ihm beim Lernen f├╝r die Schule. Vor allem am Anfang tat der ehemalige Banker sich schwer mit seiner neuen Rolle als Azubi: "Fr├╝her war ich derjenige, der seinen Kollegen geholfen hat, erfolgreich zu sein, und Kritik ausgeteilt hat. Jetzt muss ich mich zur├╝cknehmen und akzeptieren, dass mir Berufserfahrung und Kenntnisse fehlen. Das ist nicht immer einfach, vor allem wenn ich manchmal die Meinung meiner Vorgesetzten nicht teile."

      Die selbstst├Ąndige K├╝nstlerin Gabriele (52) aus Osnabr├╝ck steht kurz vor dem Abschluss ihrer dreij├Ąhrigen Kochausbildung. Ihre Mitsch├╝ler an der Berufsschule sind vorwiegend zwischen 16 und 20 Jahre alt, ihre K├╝chenchefin Marie k├Ânnte mit 23 Jahren ihre Tochter sein. "Diese starke Hierarchie, das war f├╝r mich erst mal schwierig, mich da einzufinden, in diese Azubirolle, dass man funktionieren muss und das tun, was einem gesagt wird. Das war schon schwierig am Anfang."

      Durch die Kochausbildung hat sich Gabrieles Leben grundlegend ver├Ąndert. Einerseits durch den Umgang mit den jungen Kollegen und durch die n├Ąchtlichen Arbeitszeiten in der Gastronomie. Meist muss sie dann arbeiten, wenn ihre Freunde freihaben. "Das ist schon ein Knochenjob, der dem K├Ârper sehr viel abverlangt. Ich glaube, dass der K├Ârper schon, wenn man 20 Jahre j├╝nger ist, fitter ist. Ich musste mich wirklich erst daran gew├Âhnen und habe das mindestens ein halbes Jahr lang mit Massage begleitet."

      Film von Nadja K├Âlling

      Die Sendereihe berichtet aus au├čergew├Âhnlicher Perspektive heraus ├╝ber f├╝r unsere Gesellschaft typische Lebenssituationen: die Kamera begleitet eine Gruppe oder einzelne Menschen in meist besonders exponierter sozialer Situation.

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      Nacht von Montag auf Dienstag, 22.09.20
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programm.ARD.de ┬ę rbb | ARD Play-Out-Center || 29.09.2020