• 14.05.2017
      08:25 Uhr
      Der selige Kaiser - Kaiser Karl I. von Österreich Ein Film von Gerhard Jelinek und Kurt Schmutzer | 3sat
       

      Kaiser Karl ist am 1. April 1922 in Funchal auf der Insel Madeira im Exil gestorben. Die Dokumentation "Der selige Kaiser" folgt den Spuren des letzten Habsburger Kaisers in der Gegenwart. Während seine Gemahlin, Kaiserin Zita, in einem prunkvollen "Staatsbegräbnis" in der Kapuzinergruft beigesetzt wurde, ruht der letzte Habsburger-Kaiser noch heute in einer kleinen Seitenkapelle in der Kirche "Nossa Senora du Monte" auf Madeira. Seit Jahrzehnten gab es Bemühungen, den Habsburger im Rahmen der Katholischen Kirche selig zu sprechen - am 3. Oktober 2004 war es so weit.

      Sonntag, 14.05.17
      08:25 - 09:10 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Kaiser Karl ist am 1. April 1922 in Funchal auf der Insel Madeira im Exil gestorben. Die Dokumentation "Der selige Kaiser" folgt den Spuren des letzten Habsburger Kaisers in der Gegenwart. Während seine Gemahlin, Kaiserin Zita, in einem prunkvollen "Staatsbegräbnis" in der Kapuzinergruft beigesetzt wurde, ruht der letzte Habsburger-Kaiser noch heute in einer kleinen Seitenkapelle in der Kirche "Nossa Senora du Monte" auf Madeira. Seit Jahrzehnten gab es Bemühungen, den Habsburger im Rahmen der Katholischen Kirche selig zu sprechen - am 3. Oktober 2004 war es so weit.

       

      Am 3. Oktober 2004 wurde der letzte Kaiser von Österreich in Rom von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. Das Verfahren zur Seligsprechung von Kaiser Karl I. (als ungarischer König Karl IV.) war bereits seit fünf Jahrzehnten im Gang.

      Die Entscheidung, den letzten Habsburger auf dem Kaiserthron zur "Ehre der Altäre" zu erheben, kam dennoch überraschend und stieß auch innerhalb der katholischen Kirche auf Kritik. Bei dem Seligsprechungsgottesdienst wurden mit Karl I. auch die Mystikerin Anna Katherina Emmerich (1774-1824), der 1903 verstorbene Trappistenpater Giuseppe M. Cassant, die 1962 verstorbene italienische Ordensfrau Ludovica De Angelis und der 1740 verstorbene Priester und Ordensgründer Pietro Vigne zur "Ehre der Altäre" erhoben.

      Im April 2003 bestätigte die Heiligsprechungskongregation, dass Karl I. ein "vorbildlicher Christ, Ehemann, Familienvater und Herrscher" gewesen sei und tugendhaft gelebt habe. Er habe stets das Gute seines Volkes gesucht und sich an der Soziallehre der katholischen Kirche orientiert. Auch das Friedensengagement des Kaisers während des Ersten Weltkriegs wird gewürdigt. Praktisch als einziges Staatsoberhaupt der Krieg führenden Mächte hatte sich Karl I. die Bewertung des Ersten Weltkriegs durch Papst Benedikt XV. ("unnützes Blutbad") zu Eigen gemacht. Auch das Verhalten des exilierten Monarchen in seiner letzten Lebensphase auf Madeira wurde positiv bewertet. Auf Madeira spielt die Gestalt des jung verstorbenen Kaisers in der Volksfrömmigkeit eine große Rolle. Der Vatikan erkannte offiziell ein Wunder an, das der Anrufung Karls I. zugeschrieben wird.

      Kaisersohn Otto Habsburg erinnert sich im Interview an die letzten Tage der Monarchie im November 1918 und an das Sterben des Kaisers.

      Die Historiker Manfred Rauchensteiner und Brigitte Hamann analysieren die Rolle des jungen Kaisers im Untergang des Vielvölkerstaats, sein gespanntes Verhältnis zum Deutschen Reich und sie beschreiben seine letztlich gescheiterten Versuche, die Doppelmonarchie aus der Umklammerung mit dem Deutschen Reich zu lösen und den Zerfall der Monarchie zu stoppen.

      Der Historiker Oliver Rathkolb analysiert das Verhältnis der Sozialdemokratie zum Kaiser und zur Monarchie. Die Theologen Paul Zulehner und Franz Xaver Brandmayer erklären, dass Erfolg keine Voraussetzung für ein "heiligenmäßiges" Leben sein muss.

      An der italienischen Piave haben sich Gerhard Jelinek und Kurt Schmutzer außerdem auf die Suche nach den Spuren von Österreichs letzter und größter Schlacht gemacht. Im Hinterland von Venedig kämpften 1,3 Millionen Soldaten - Österreicher, Ungarn, Tschechen und Bosnier gegen Italiener, Franzosen, Engländer und Amerikaner. In dieser Schlacht verbluteten Zehntausende, starb die Vielvölker-Monarchie.

      Eine Dokumentation über den letzten, den vergessenen Kaiser und den Untergang eines 650 Jahre alten Reichs. Ein Film über einen Mann, der vieles richtig gesehen, vieles begonnen, aber kaum etwas erreicht hat. Gordon Brook-Sheperd: "Kaiser Karl hat das fast Unlösbare geerbt und hat versucht, das Unmögliche zu tun. Eine verzweifelte Sache."

      Thema: "Mythos Habsburg"

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