Eine Überdosis Leben

Mein Bruder, seine Sucht und ich - ARD-Themenwoche: Leben mit dem Tod

16 zu 9 Format Stereo Themenwoche

Einsfestival

Samstag, 24.11.12 | 08:35 - 09:20 (45 Min.) | Kultur

Dieser Sendetermin liegt in der Vergangenheit

Inhalt der Sendung

Wie ist es, wenn der eigene Bruder drogenabhängig ist? Wenn jeder Tag wie eine emotionale Achterbahnfahrt verläuft? Wenn die große Schwester glaubt, ihr Beistand müsste dem kleinen Bruder ein Ausweg sein? Und das Leben doch immer wieder im ungebremsten Teufelskreis aus Drogenexzessen, Entzugsqualen und Rückfällen verharrt? Die Dokumentarfilmerin Britta Wandaogo und ihr Bruder stammen aus normalen familiären Verhältnissen. "Heroin war in unserer Familie ein Fremdwort. Wir hatten nicht die geringste Ahnung", erinnert sich Britta Wandaogo: "Ich dachte damals, Heroin wäre ein Relikt aus früheren Jahren und gänzlich ausgestorben."

Als sie 1993 ihre erste Videokamera in den Händen hält, beschließt sie, das Leben mit ihrem Bruder zu filmen. "Alles mit der Kamera festzuhalten, war für mich Schutz und Erinnerung zugleich", sagt sie heute.

Aus den filmischen Erinnerungsstücken entstand ein schonungslos intimes und zärtliches Protokoll einer Geschwisterliebe, das Zeugnis einer fortwährenden Irrfahrt ohne Halt - jeder Tag gleicht einer Odyssee. Die Sucht ist allgegenwärtig. Dirk trotzt ihr mit seiner Vitalität, seinem Überlebenswillen und seiner "Suche nach Freiheit". Jeder Tag ist ein Wechselbad zwischen Hoffnung und Resignation.

"Mit Dirk verbanden mich eine Nähe und ein Humor, die so vielleicht nur zwischen Bruder und Schwester existieren können. Seine Heroinsucht war die 'leidige' Begleiterscheinung, mit der wir beide leben mussten, immer getragen von dem Gedanken, dass er irgendwie da rauskommt."

Dirk, der unbeirrbar durchs Leben schreitet, wird eines Tages Onkel. Seine kleine Nichte bringt für einige Augenblicke Licht in sein Leben. Brittas Tochter Kaddi ist neun Jahre alt, als Dirk stirbt. "Believe in miracles" steht auf seinem Grab. Dirk hatte zwei Wochen tot in seiner Wohnung gelegen. An Wunder hat er immer geglaubt. Er wurde 36 Jahre alt.

ARD-Themenwoche: Leben mit dem Tod - Wie gehen wir mit dem Sterben und dem Tod um? Was ist das eigentlich: der Tod? Warum müssen Menschen und Tiere überhaupt sterben? Und welche Botschaft möchte ich selbst hinterlassen, wenn ich nicht mehr lebe? Vom 17. bis 23. November 2012 widmet sich die ARD-Themenwoche 2012 im TV, im Radio und im Internet einem Thema, das jeden betrifft und trotzdem tabubehaftet ist: Sterben und Tod. Unter dem Motto "Leben mit dem Tod" will sie Sprachlosigkeit überwinden.

Mit sorgfältig ausgewählten Spielfilmen, Reportagen, Dokumentationen, Features, Diskussionen und Interaktionen will die ARD starke emotionale Akzente setzen und umfassend informieren. Als Paten für die ARD-Themenwoche engagieren sich die Theologin Margot Käßmann, der Kabarettist Dieter Nuhr und ARD-Moderator Reinhold Beckmann

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