02.12.2012
07:00 Uhr
Sehen statt Hören Vom Tänzer zum Regisseur - Wochenmagazin für Hörgeschädigte - Moderation: Thomas Zander | SWR Fernsehen BW

Porträt des Multitalents Juho Saarinen aus Finnland, Regisseur des neuen Stücks "Aniara" des Deutschen Gehörlosentheaters.

Seine Berufsausbildung im Metallbereich fand Juho Saarinen "sterbenslangweilig . Da entdeckte er beim Auftritt einer Tanzgruppe Gehörloser: Genau das will ich - tanzen! An der Tanzakademie in Helsinki war er der erste gehörlose Student, erwarb sein Master Diplom, ging mit einer Tanzcompagnie Hörender auf Europatournee und wurde auch als Choreograph, Schauspieler und Regisseur bei Hörenden wie in der Gehörlosenkultur bekannt. Durch die Aufführung seines Tanztheaterstücks "Marionetten beim Gehörlosen-Theaterfestival Arbos in Wien und München wurde das Deutsche Gehörlosen-Theater auf ihn aufmerksam und engagierte ihn als Regisseur des Stücks "Aniara , das vor kurzem Premiere hatte. Jetzt lebt Juho Saarinen - nicht zuletzt auch aus privaten Gründen - in München.

Autorin Carla Kilian und Moderator Thomas Zander zeichnen in diesem Porträt wichtige Stationen seines Lebenswegs nach, zeigen ihn bei den Proben zu Marionetten und Aniara und bei seiner Arbeit als Dozent mit hörenden und gehörlosen Schauspielschülern an der Theaterfabrik Sachsen in Leipzig, wie auch zu Hause mit seiner Frau, Julia von Juni (ebenfalls Schauspielerin) und Töchterchen Alma (gerade erst zwei Monate alt).

Natürlich wollen sie Vieles von ihm wissen: Warum möchte er nicht als "Gehörloser , sondern als "Gebärdensprachler gesehen werden? Wie schafft er es, das "Feuer in sich immer wieder zu entflammen? Und warum liegt ihm so viel daran, sein Wissen über professionelle künstlerische Darstellung, das er von Hörenden erworben hat, an die "Gebärdensprachler weiter zu geben? Schauspieler-Kollege Okan Seese über seine Arbeit mit Juho Saarinen: "Er versucht, seine Choreographie und die gebärdensprachlichen Texte miteinander zu verschmelzen. Juhos Spezialität ist das Tanztheater und die Gestaltung der Choreographie. Die Arbeit mit ihm ist auf jeden Fall eine neue Herausforderung.

"Willkommen bei Sehen statt Hören" - der einzigen Sendereihe in der deutschen Fernsehlandschaft, die im Bild sichtbar macht, was man sonst nur im Ton hört! Nicht im "Off", sondern im "On" werden hier die Inhalte präsentiert - mit den visuellen Mitteln des Fernsehens, Gebärdensprache und offenen Untertiteln.

Zielpublikum sind vor allem die etwa 300.000 gehörlosen, spätertaubten oder hochgradig schwerhörigen Zuschauerinnen und Zuschauern in der Bundesrepublik, die ein solches Programm benötigen, das ihren Kommunikationsbedürfnissen entspricht und ihnen optimale Verständlichkeit ermöglicht, aber auch alle anderen, die sich von den Themen und der ungewöhnlichen Machart angesprochen fühlen.

In wöchentlich 30 Minuten bringt das vom BR produzierte und in allen Dritten Programmen ausgestrahlte Magazin Informationen aus allen gesellschaftlichen Bereichen, von Arbeitswelt, Familie, Freizeit, Sport über Kunst, Kultur, Bildung, Geschichte bis hin zu politischen, sozialen, rechtlichen und behindertenspezifischen Themen.

Sonntag, 02.12.12
07:00 - 07:30 (30 Min.)
Stereo Untertitel für Gehörgeschädigte