• 04.05.2014
      10:00 Uhr
      Adorno - Wer denkt, ist nicht wütend (2/2) Film von Meinhard Prill und Kurt Schneider | SWR Fernsehen BW
       

      "Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, scheint mir die allererste an Erziehung", so Adornos Motto für den Neubeginn im Nachkriegsdeutschland. Mit amerikanischen Geldern als private Einrichtung neben der Frankfurter Universität wieder aufgebaut, wurde das Institut für Sozialforschung rasch zum Studienort und Kristallisationspunkt für junge, wissbegierige Intellektuelle wie Jürgen Habermas, Joachim Kaiser, Alexander Kluge oder Bazon Brock. Im Kalten Krieg wollten ihre Lehrer Horkheimer und Adorno lieber verschweigen, dass sie eigentlich Marxisten waren.

      Sonntag, 04.05.14
      10:00 - 11:00 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo

      "Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, scheint mir die allererste an Erziehung", so Adornos Motto für den Neubeginn im Nachkriegsdeutschland. Mit amerikanischen Geldern als private Einrichtung neben der Frankfurter Universität wieder aufgebaut, wurde das Institut für Sozialforschung rasch zum Studienort und Kristallisationspunkt für junge, wissbegierige Intellektuelle wie Jürgen Habermas, Joachim Kaiser, Alexander Kluge oder Bazon Brock. Im Kalten Krieg wollten ihre Lehrer Horkheimer und Adorno lieber verschweigen, dass sie eigentlich Marxisten waren.

       

      "Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, scheint mir die allererste an Erziehung", so Adornos Motto für den Neubeginn im Nachkriegsdeutschland. Mit amerikanischen Geldern als private Einrichtung neben der Frankfurter Universität wieder aufgebaut, wurde das Institut für Sozialforschung rasch zum Studienort und Kristallisationspunkt für junge, wissbegierige Intellektuelle wie Jürgen Habermas, Joachim Kaiser, Alexander Kluge oder Bazon Brock. Im Kalten Krieg wollten ihre Lehrer Horkheimer und Adorno lieber verschweigen, dass sie eigentlich Marxisten waren.

      Die Kritische Theorie ließ sich auch ohne Marx-Zitate lehren. Horkheimer verstand es, sich mit dem neuen konservativen Establishment gut zu stellen. Nachdem er sich aus der Institutsleitung zurückgezogen hatte, übernahm Adorno. Kaum eine öffentliche Debatte in den 60er Jahren fand ohne ihn statt, in Rundfunk und Fernsehen war er mit seinen Theoriegebilden und seiner permanenten Kritik an der "verwalteten Welt", an der Bedrohung durch die "ins Ungeheuerliche zusammengeballte Wirtschaft" ständig präsent. Das Leben war per se unfrei - diese Botschaft fiel auch bei den Studenten auf fruchtbaren Boden. Als sie aber Ende der 60er Jahre zum revolutionären Befreiungsschlag ansetzten, verweigerte Adorno die Gefolgschaft. Gewalt und Aktionismus lehnte er ab. Als Philosoph fühlte er sich nur für die Theorie zuständig, nicht aber für die praktische Umsetzung eines utopischen Gegenentwurfs: "Ich habe ein theoretisches Denkmodell aufgestellt. Wie konnte ich ahnen, dass Leute es mit Molotow-Cocktails verwirklichen wollen!" Adornos Aufstieg endete nahezu tragisch. "Es ist schon einiges dran, dass '68 ihm das Herz gebrochen hat", resümiert Rüdiger Safranski. Adorno starb 1969.

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      Sonntag, 04.05.14
      10:00 - 11:00 Uhr (60 Min.)
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 14.12.2017