02.12.2012
09:45 Uhr
Metropolis Mord in Paris - THEMA: Metropolen im Mittelalter | PHOENIX

Studentenkrawalle in Paris: Die Polizei greift ein und verhaftet mehrere Personen, es kommt zu gewalttätigen Ausschreitungen. Ein Student wird getötet, mehrere werden verletzt. Studenten, die mit der Obrigkeit in Konflikt geraten, sind nicht neu für Paris. Die mittelalterliche Metropole, die zu den ältesten Universitätsstädten Europas zählt, blickte bereits im 15. Jahrhundert auf stolze 200 Jahre Geschichte zurück. Dazu gehörten außergewöhnliche Lehrveranstaltungen genauso wie Studentenunruhen und Aufstände.

Ursprünglich als Theologenschule für mittellose Studenten gegründet, entwickelte sich die Universität schon bald zum geistigen Zentrum Frankreichs und galt neben Bologna und Oxford als berühmteste Bildungsstätte des Abendlands. Was bedeutete es für eine mittelalterliche Stadt, Universitätsstandort zu sein? Welche Vorteile brachten die Studenten der Sorbonne für Paris? Mit welchen Problemen hatte die Stadt zu kämpfen? Trotz widriger äußerer Umstände behauptete sich die Stadt und avancierte zu einer der wenigen mittelalterlichen Metropolen.

Eine Kältewelle, die sogenannte "Kleine Eiszeit" sorgte in vielen Gegenden Europas für Missernten, und besonders in den Städten herrschten Hungersnöte und großes Elend. Die Folgen des Hundertjährigen Krieges und der Schwarze Tod setzten der geschwächten Pariser Bevölkerung zu.

Trotzdem war gerade diese schwierige Zeit eine Phase der Innovationen: Wasserkraft wurde zunehmend zum bestimmenden Motor der Wirtschaft. Schiffsmühlen, die im Gegensatz zu normalen Wassermühlen unabhängig vom Wasserstand eines Flusses betrieben werden konnten, stellten einen großen Fortschritt dar. Endlich konnte man mehr Getreide dort malen, wo es benötigt wurde. Papiermühlen wurden verbessert, so dass das kostengünstig hergestellte Papier in kurzer Zeit das teure Pergament ablöste und gemeinsam mit dem Buchdruck das Informationszeitalter ermöglichte.

Die Dokumentation "Mord in Paris" zeigt den schwierigen Alltag einer Universitätsstadt im Mittelalter. Ein typisches Kind seiner Zeit ist der französische Dichter François Villon. Mit ihm begibt sich der Zuschauer auf eine abenteuerliche Reise durch die Straßen der mittelalterlichen Metropole.

Sonntag, 02.12.12
09:45 - 10:30 (45 Min.)
Stereo