08.04.2011
20:15 Uhr
Heinrich der VIII. Mörder auf dem Königsthron - Tages-Tipp | PHOENIX
Tipp

Vielen ist der englische König Heinrich VIII. nur als Blaubart mit sechs Ehefrauen bekannt. Manchen gilt er als Visionär, der eine beeindruckende Kriegsmarine aufbaute, sich selbst zum Oberhaupt der englischen Kirche machte und dadurch ein unabhängiges England schuf.

Am 19. Mai 1536 steigt eine gerade 30jährige Frau auf das Schafott vor dem Tower in London. Sie ist des Ehebruchs und der Hexerei angeklagt: Anne Boleyn, die Gemahlin des englischen Königs. Ihre Hinrichtung ist ein Skandal, der die Welt erschüttert. Hinter ihrer Verurteilung steckt ihr Mann, Heinrich VIII. Zur Zeit der Hinrichtung soll er Tennis gespielt haben.

Noch wenige Jahre zuvor hatte Heinrich Anne hinreißende Liebesbriefe geschrieben, die überliefert sind. Der tief gläubige Katholik stritt sich Jahre lang ihretwegen mit dem Papst und spaltete schließlich die englische Kirche von der römischen ab - in der historischen Tragweite nur der Reformation Martin Luthers vergleichbar.

Doch unvergessen bleibt, dass Heinrich VIII. die englischen Klöster zerstörte, zigtausend Menschen zum Tode verurteilte und seine engsten Berater und zwei seiner Ehefrauen umbringen ließ. "Blut- und Fettfleck im Buch der englischen Geschichte", nannte ihn deshalb der Dichter Charles Dickens.

Der Film erforscht, ob Heinrich VIII. möglicherweise an einer außergewöhnlichen Krankheit litt, die eine Persönlichkeitsveränderung verursacht. Medizinhistorische Untersuchungen und die Auswertungen bisher kaum bekannter zeitgenössischer Quellen sollen Antwort auf diese Fragen geben. Aufwändige Inszenierungen vom Hofe Heinrichs und die Spurensuche im heutigen England vermitteln ein lebendiges Bild vom aufregenden Leben des Königs, in dessen Regierungszeit das Fundament für Englands Aufstieg zur Weltmacht gelegt wurde.

Freitag, 08.04.11
20:15 - 21:00 (45 Min.)
Stereo