02.12.2012
21:45 Uhr
Gipfel, Gletscher, Grasland Chinas imposanter Westen | PHOENIX
Tipp

Im äußersten Westen Chinas inmitten atemberaubender Landschaften liegt die Provinz Xinjiang. Sie ist reich an Kultur und Geschichte, die Karawanen der Seidenstraße bahnten sich jahrhundertelang ihren Weg von Europa und den arabischen Ländern bis nach Fernost. Überall finden sich Zeugnisse unterschiedlichster Traditionen - Perser, Mongolen, Türken, Chinesen - sie alle hinterließen Spuren in der Region.

Die Reise beginnt im äußersten Südwesten der Provinz, im Hochland des Pamirgebirges. An der Grenze zu Tadschikistan, Pakistan und Afghanistan leben Tadschiken, ein persisches Volk. Ursprünglich waren sie Nomaden, heute unterhalten die meisten eine kleine Landwirtschaft. Sie sind exzellente Reiter und üben ihre Fertigkeiten beim Lamm-Polo, einem rauen Spiel um ein getötetes Tier.

Über einen 4000m hohen Pass gelangt man in das Tal der Kirgisen - an den Fuß des 7.546m hohen Muztagh Ata. In den Sommermonaten kommen Bergsteiger aus aller Welt hierher, um sich an dem technisch nicht allzu anspruchsvollen Gipfel zu versuchen. Drei Wochen dauert die Besteigung inklusive Akklimatisierung in einer faszinierenden Landschaft.

Von dort geht es auf dem Karakorum-Highway in die jahrtausendealte Karawanenstadt Kashgar. Orientalische Basarstimmung und chinesische Moderne treffen hier aufeinander. Die Frauen sind verschleiert - von "modisch schick" bis "burka-braun". In Kashgar - wie im übrigen Süd-Xinjiang - sind die Bevölkerungsmehrheit Uighuren, ein Turkvolk. Traditionen werden ernst genommen und gepflegt.

Von Kashgar geht es weiter entlang der südlichen Seidenstraße durch die Taklamakan, die zweitgrößte Sandwüste der Erde, zu den Oasen der nördlichen Seidenstraße. In Kucha kann man einen Blick auf die vor-islamische Geschichte der Region werfen. Am Fuße der Berge Ruinen buddhistischer Städte aus dem 7. Jahrhundert, reich verzierte Höhlen mit Buddha-Malereien.

Aus der Wüste Richtung Norden gelangt man in ein üppiges Graslandtal - Bayanbulak, hier leben Mongolen, Nachfahren Dschingis Kahns. Auch heute ziehen sie noch als Nomaden umher, viermal im Jahr packen sie ihre Jurten zusammen und wechseln den Platz. Bayanbulak ist auch ein Vogelparadies, Tausende wilder Schwäne, Kraniche und Reiher nisten in den Feuchtgebieten.

Sonntag, 02.12.12
21:45 - 22:30 (45 Min.)
Stereo