12.02.2012
21:00 Uhr
Geheimnisse des Dritten Reichs (2/6) Hitler und das Geld | PHOENIX
Tipp

  • *Die von Hitler selbst gestrickte Legende vom asketischen, opferbereiten, selbstlosen ┬äF├╝hrer┬ô im Dienste seines Volkes ist so langlebig wie falsch. Der NS-Agitator verf├╝gte viel fr├╝her und umfassender ├╝ber Geldquellen, als angenommen wurde. Er hatte m├Ąchtige G├Ânner, nicht nur im In-, sondern auch im Ausland. Ohne Korruption, Willk├╝r und m├Ąchtige verheimlichte Geldgeber w├Ąre Hitlers Weg zur Macht nicht vorstellbar gewesen.**

Heute l├Ąsst sich nachweisen, wie ungeniert sich Hitler bediente und bedient wurde. Als er 1945 Selbstmord beging, war er ein schwerreicher Mann. Schon zu Beginn seiner ┬äKarriere┬ô verf├╝gte Hitler ├╝ber gen├╝gend Eink├╝nfte - wohlhabende Spender aus der Industrie finanzierten ihn heimlich. Als er an der Macht war, schien der Geldstrom kein Ende mehr zu nehmen. Acht Millionen Reichsmark flossen als Tantiemen f├╝r sein Buch ┬äMein Kampf┬ô - das Machwerk wurde vom Staat als Geschenk an alle Neuverm├Ąhlten ├╝berreicht. Anteile am Verkauf von Briefmarken mit Hitlers Portr├Ąt, Einnahmen von Fotos, auf denen er abgebildet war, Erbschaften von Parteigenossen - all das floss in die Taschen des Reichskanzlers und ┬äReichspr├Ąsidenten┬ô, der zudem ab 1934 f├╝r beide ├ämter Verg├╝tungen kassierte. Schon fr├╝h wurde er auch aus dem Ausland unterst├╝tzt - etwa von Henry Ford, der seit 1922 spendete. Sp├Ąter ├╝berwiesen auf Gehei├č des US-Industriellen die deutschen Ford-Werke j├Ąhrlich 50.000 Mark als Geburtstagsgeschenk auf Hitlers Privatkonto.

Zahlreiche deutsche Gro├čunternehmen, die mit Zuwendungen die Gunst des Diktators erkaufen wollten, bem├╝hten sich nach dem Krieg, kompromittierende Spuren zu verwischen. Doch gerade die ┬äAdolf Hitler-Spende der deutschen Industrie┬ô brachte zwischen 1933 und 1945 insgesamt 700 Millionen Reichsmark in einen Fonds, der zur ┬äpers├Ânlichen Verf├╝gung des F├╝hrers┬ô stand. Daraus stammten die 100 Millionen Mark, mit denen Hitler das ┬äF├╝hrergebiet Obersalzberg┬ô ausbauen lie├č, noch einmal 100 Millionen flossen zudem in den Aufbau einer Kunstsammlung f├╝r das geplante ┬äF├╝hrer-Museum┬ô, das in seiner Heimatstadt Linz entstehen sollte. Wer geh├Ârte alles zu den Spendern? F├╝r welche Zwecke nutzte der Diktator sein Geld? Und wo ist sein Verm├Âgen nach dem Krieg geblieben? Die Dokumentation zeigt, wie Hitlers Reich zu einem kaum entwirrbaren System von Korruption und Bereicherung geriet, in dem auch Parteig├Ąnger und f├╝hrende Milit├Ąrs eingebunden waren.

Film von Stefan Brauburger und Alexander Berkel

Sonntag, 12.02.12
21:00 - 21:45 (45 Min.)
Stereo