• 20.10.2013
      13:00 Uhr
      Das Trauma von Lengede Film von Hanna Legatis | NDR Fernsehen
       

      Was war das vor 50 Jahren in diesem kleinen Ort in Niedersachsen, den keiner kannte? Ein Wunder? Ein Unglück? Lengede - der Wassereinbruch in ein Erzbergwerk ließ auf jeden Fall eines zurück: Wunden und Einschnitte in zahlreichen Lebensläufen. "Das Trauma von Lengede" heißt deshalb die NDR Dokumentation 50 Jahre nach dem Geschehen.

      Sonntag, 20.10.13
      13:00 - 13:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      HD-TV

      Was war das vor 50 Jahren in diesem kleinen Ort in Niedersachsen, den keiner kannte? Ein Wunder? Ein Unglück? Lengede - der Wassereinbruch in ein Erzbergwerk ließ auf jeden Fall eines zurück: Wunden und Einschnitte in zahlreichen Lebensläufen. "Das Trauma von Lengede" heißt deshalb die NDR Dokumentation 50 Jahre nach dem Geschehen.

       

      Stab und Besetzung

      Autor Hanna Legatis
      Redaktion Wilfried Schulz

      Die Fakten: Am Abend des 24. Oktober 1963 ist es ruhig in Lengede. Nur im Schacht Mathilde wird noch gearbeitet, die Männer der Spätschicht sind unter der Erde. Der Schlammteich 12, eine ehemalige Tagebaugrube voller Wasser über dem Schacht, wirkt Stunden vor der Katastrophe nahezu unberührt. Aber nur wenig später tut sich etwas am Grunde des Sees: Die Erdschicht über den Stollen bricht ein. 500.000 Kubikmeter Wasser stürzen in das unterirdische Gewirr aus Gängen und Tunneln, schlammiges Geröll wälzt sich hinab. 129 Kumpel sind da unten. Ein Teil kann sich nach dem Unglück selber an die Oberfläche retten, 29 Menschen sterben, und einige Männer überleben zwei Wochen lang in einem gefährlichen stillgelegten Stollen.

      Adolf Herbst ist heute 70, er gehört zu den Überlebenden. Viele Jahre konnte er über das, was in der Tiefe geschah, nicht sprechen. Über die Hoffnungslosigkeit, die Sterbenden, die Dunkelheit. Wie überlebten die Menschen ein solches Trauma? Mit dieser Frage gingen Hanna Legatis und ihr Filmteam auf die Suche - 50 Jahre nach der Katastrophe. Sie fanden: Männer und Frauen, deren Leben das Unglück für immer geprägt hat, Kinder von Überlebenden, Psychiater, Bergbau-Experten. Für Adolf Herbst wurde das Sprechen zur Befreiung, aber: "Etwas bleibt im Innern verschlossen. Wie eine Blackbox. Ich werde sie nie öffnen - sonst reißt es mich fort."

      Der Film lebt von dem historischen Filmmaterial, das der NDR vor 50 Jahren während der Rettung der Bergleute drehte, von den Gesprächen, auf die sich Überlebende einließen und von erstaunlichen Bildern eines kleinen Ortes, der kurz im Zentrum der weltweiten Aufmerksamkeit stand und der seitdem fast in Vergessenheit geraten ist.

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      Sonntag, 20.10.13
      13:00 - 13:45 Uhr (45 Min.)
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