02.12.2012
14:00 Uhr
Warten auf den Wind Die vergessenen deutschen Frachtsegler | NDR FS NDS

Der Film begleitet die letzten Frachtsegler auf Nord- und Ostsee und der Unterelbe. Szenen vom Alltag an Bord und in den Häfen geben Einblick in das vermeintlich romantische, in Wirklichkeit aber extrem harte Leben der Küstenschiffer.

Küstenschifffahrt war schon immer ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Deutschland und ganz Europa. Zur Blütezeit der kleinen Frachtsegler vor gut 100 Jahren fuhren Tausende von ihnen auf Nord- und Ostsee und den großen Flüssen. Selbst nach dem Siegeszug der Eisenbahn blieben Schiffe noch immer das günstigste und oft auch einzige Transportmittel in der Küstenregion. Ziegelsteine für die schnell wachsenden Großstädte, Torf zum Heizen, Obst, Gemüse, Getreide, Holz - alles wurde mit kleinen, motorlosen Segelschiffen befördert. Diese "Kleinlaster der See" waren schnörkellose Gebrauchsfahrzeuge, nur vom Wind angetrieben mit oft nicht mehr als zwei oder drei Mann Besatzung. Form und Funktion wurden über Jahrhunderte an die unterschiedlichen Bedingungen des jeweiligen Reviers angepasst, die letzten erhielten eine Hilfsmaschine.
Moderne Technik führte zu ihrem Untergang: Dampf- und Motorschiffe waren schneller, konnten mehr Fracht transportieren und blieben von Wind und Tidenstrom unabhängig.
An Land entstand ein weit verzweigtes Straßensystem und Lastkraftwagen übernahmen das Geschäft. Innerhalb weniger Jahre verschwanden die kleinen Frachtsegler aus dem Alltag an der Küste. Sie waren für den Warentransport unwirtschaftlich geworden. So gerieten Frachtewer, Galeassen und Tjalken rasch in Vergessenheit, verrotteten in irgendeiner Hafenecke oder wurden abgewrackt. Erst vor wenigen Jahren erkannte man ihre Bedeutung als kulturelles Erbe der Küstenregion und mit viel Privatinitiative konnten einige Küstensegelschiffe erhalten werden.

Sonntag, 02.12.12
14:00 - 15:00 (60 Min.) Neu im Programm
Stereo