• 01.06.2012
      22:00 Uhr
      Unter uns Geschichten aus dem Leben - Moderation: Griseldis Wenner und Axel Bulthaupt | MDR FERNSEHEN
       

      Gäste u.a.:

      • Horror-Szenen einer Ehe - Franco Broszat wurde Opfer der brutalen Gewalt seiner Ehefrau
      • Unfallkasse zahlt nicht - Feuerwehrmann Peter Seebach fühlt sich nach einem Unfall im Stich gelassen
      • Die Sonne als Feind - Jens Roland Burmeister kümmert sich aufopferungsvoll um ein todkrankes "Mondscheinkind"
      • Gift und Leiden in Bitterfeld - Holger Rossmann musste als politischer Häftling in der DDR Zwangsarbeit leisten
      • Ausgegrenzt und beleidigt - Sylvia und Brigitte Hamacher kämpfen gegen Mobbing an Schulen

      Freitag, 01.06.12
      22:00 - 23:58 Uhr (118 Min.)
      118 Min.
      Stereo

      Gäste u.a.:

      • Horror-Szenen einer Ehe - Franco Broszat wurde Opfer der brutalen Gewalt seiner Ehefrau
      • Unfallkasse zahlt nicht - Feuerwehrmann Peter Seebach fühlt sich nach einem Unfall im Stich gelassen
      • Die Sonne als Feind - Jens Roland Burmeister kümmert sich aufopferungsvoll um ein todkrankes "Mondscheinkind"
      • Gift und Leiden in Bitterfeld - Holger Rossmann musste als politischer Häftling in der DDR Zwangsarbeit leisten
      • Ausgegrenzt und beleidigt - Sylvia und Brigitte Hamacher kämpfen gegen Mobbing an Schulen

       
      • Sex und Altern mindestens zu dritt - Erika Hohndorf und Justus Rumpf organisieren tolerante Alterswohngemeinschaft
      • Alles aus eigener Ernte - Melanie und Christian Sven Schembritzki leben als Selbstversorger in einer alten Wassermühle

      • Franco Broszat (37) aus Wolfsburg wurde das Opfer häuslicher Gewalt und geriet dabei durch seine Ehefrau sogar mehrfach in Lebensgefahr. Im ersten Jahr der Ehe hatte sich das Paar gut verstanden, doch plötzlich kam es zu Gewaltausbrüchen: Franco Broszats Ehefrau warf mit Geschirr nach ihm und stach ihm mit einem Messer hinterrücks in die Schulter. Als er sich deshalb von ihr trennen wollte, terrorisierte sie ihn mit Telefonanrufen, stellte ihm nach und raste einmal mit dem Auto auf ihn zu. Zu den vielen Formen ihrer gewaltsamen Übergriffe gehörten Schläge

      mit einem Knüppel, Bisse und das Zerstechen von Autoreifen. Im Frühjahr fand deshalb ein Prozess gegen die Täterin statt. Das Gericht wies sie aufgrund einer schweren Persönlichkeitsstörung in eine geschlossene
      Psychiatrie ein. Franco Broszat hält dieses Urteil für richtig, weil seine Frau jetzt die bisher von ihr abgelehnte medizinische Betreuung erhält und er sich als Opfer häuslicher Gewalt anerkannt sieht.

      • Peter Seebach (27) aus Werdau verunglückte bei einem Einsatz als Feuerwehrmann schwer und muss jetzt darum kämpfen, dass er von der Unfallkasse das ihm zustehende Verletztengeld erhält. Er war mit seinen Kameraden im Dezember 2010 zu einem Brand in einem Wohnhaus am Werdauer Markt gerufen worden. Bei den Löscharbeiten brach plötzlich der Fußboden ein und Peter Seebach stürzte in die Tiefe. Es folgte eine Odyssee von

      Arzt zu Arzt, bei der die Mediziner unter anderem Verletzungen des Rückenwirbelkörpers und Einblutungen ins Rückenmark diagnostizierten. Die Verletzungen sind so schwerwiegend, dass er heute kaum noch gehen kann und im Rollstuhl sitzt. Doch im März dieses Jahres stellte die Unfallkasse Sachsen plötzlich alle Zahlungen an Peter Seebach ein. Die Begründung: Die Behinderungen des Werdauers seien nicht auf den Unfall, sondern auf eine Vorerkrankung zurückzuführen. Der junge Feuerwehrmann will das nicht hinnehmen. Gemeinsam mit seinem Vater Peter Seebach, der ihn finanziell unterstützt, bereitet er sich auf eine Klage vor Gericht vor.

      • Jens Roland Burmeister (55) aus Cadenberge kümmert sich aufopferungsvoll um seinen 20jährigen Stiefneffen David, der als sogenanntes Mondscheinkind jeden Kontakt mit Sonnenlicht und UV-Strahlen meiden muss. Die Ausmaße dieser genetisch bedingten Krankheit sind für den jungen Mann bereits schwerwiegend und bedeuten

      Hautkrebs im Endstadium. Die Ärzte prophezeien ihm nur noch eine geringe Lebenserwartung. Zu seinen Eltern hat der Kranke keinen Kontakt. Jens Roland Burmeister und seine Familie holen den Stiefneffen deshalb aus einer Pflegeeinrichtung regelmäßig für einige Tage zu sich. Sie funktionierten einen vor Sonnenlicht geschützten Wohnkeller zu einem Spielbereich für den jungen Mann um. Jens Roland Burmeister kümmert sich auch um notwendige finanzielle Unterstützung. Kürzlich musste er sich mit der zuständigen Krankenkasse auseinandersetzen, weil sie eine Hautcreme für den Kranken nicht mehr bezahlen wollte.

      • Holger Rossmann (60) aus Fachingen musste in der DDR Zwangsarbeit in der chemischen Industrie in Bitterfeld leisten. Durch die Liebesbeziehung mit seiner heutigen Ehefrau Christa Rossmann (63), die damals im Westen lebte, war er ins Visier der Staatsicherheit geraten und wegen angeblicher staatsfeindlicher Propaganda verurteilt worden.

      Holger Rossmann kam 1975 in ein Lager bei Bitterfeld und wurde von hier aus gemeinsam mit anderen streng bewachten Gefangenen täglich zur Arbeit in ein Chemiewerk gebracht. Die Arbeitsbedingungen waren berüchtigt. Aus den veralteten Anlagen sollen Quecksilber, Chlor und ätzende Laugen ausgetreten sein. Auch Holger Rossmann erlitt Verbrühungen und Verätzungen, noch heute weist sein Blut erhöhte Quecksilberwerte auf. Nach einem Jahr Zwangsarbeit wurde er entlassen. Kurz darauf durfte er die DDR verlassen.

      • Sylvia (19) und ihre Mutter Brigitte Hamacher (47) aus Herten haben sich dem Kampf gegen Mobbing verschrieben. Sylvia Hamacher war als Schülerin eineinhalb Jahre lang so gemobbt worden, dass sie an sich selbst zweifelte und sich das Leben nehmen wollte. Sie wurde von Mitschülern beleidigt, ausgegrenzt, bedroht und sogar tätlich angegriffen. Schließlich entschloss sich ihre Familie, dass sie die Schule wechselt. Warum sie von Mitschülern gequält wurde, bleibt für Sylvia Hamacher im Wesentlichen ein Rätsel. Ein Auslöser könnte gewesen

      sein, dass sie nicht alle Mitschülerinnen zu einer Party einlud. Das ständige Leiden des Mädchens hatte Auswirkungen auf die ganze Familie. Mutter Brigitte Hamacher gab deshalb ihren Beruf auf, ließ sich zur
      Psychologischen Beraterin ausbilden und will jetzt ein Netzwerk gegen Mobbing an Schulen gründen.

      • Erika Hohndorf (68) und Justus Rumpf (68) aus Linde sind seit elf Jahren ein Paar, doch beide unterhalten nebenbei noch mehrere Liebesbeziehungen. Beide gehen ganz offen damit um und wissen von den Geliebten des anderen. Sie leben polyamor und entdeckten diese Lebensform erst im Alter für sich. Sowohl Erika Hohndorf als auch Justus Rumpf waren zuvor verheiratet, fanden in diesen monogamen Beziehungen aber nicht die erträumte Erfüllung. Sie lernten sich kennen, als Justus Rumpf in seiner zweiten Ehe ganz offen nach einer weiteren Geliebten

      suchte und auch seine Ehefrau ohne Eifersucht daran Anteil nahm. Heute träumen die Partner davon, mit Gleichgesinnten eine Altenwohngemeinschaft zu gründen, in der man sich gegenseitig hilft und Sexualität so lange wie möglich auslebt. Die Vorbereitungen dafür sind in vollem Gange. So veranstalten sie bereits Kennenlern-Wochenenden und renovieren entsprechende Räume in einer Wohnanlage.

      • Melanie (26) und Christian Sven Schembritzki (37) aus Schweta leben in einer ehemaligen Wassermühle und versuchen hier, auf den Luxus der modernen Zivilisation zu verzichten und sich mit der Natur auszusöhnen.

      Dieses Experiment begannen sie vor etwa zehn Jahren, als Christian Sven Schembritzki nach einer Weltreise sesshaft werden wollte und ihm diese verlassene und verfallene Wassermühle angeboten wurde. Wie ein Pionier in der Wildnis begann er, das Haus bewohnbar zu machen. Bis heute versucht die Familie, so naturnah wie möglich zu leben. Sie verzichtet auf warmes Wasser aus der Leitung und auf eine Toilette mit Wasserspülung, schläft oft unter freiem Himmel und badet im Wasser eines Baches, das durch einen selbst gebauten Holzspanmeiler erwärmt wird. Außerdem versorgen sich Melanie und Christian Sven Schembritzki vor allem mit selbst angebauten, ökologischen Lebensmitteln.

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      Freitag, 01.06.12
      22:00 - 23:58 Uhr (118 Min.)
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