• 23.05.2017
      22:05 Uhr
      Kriegskinder Mit dem Teddy auf der Flucht (3/3) | MDR FERNSEHEN
       

      Mit dem Vormarsch der Alliierten im Westen und der Roten Armee im Osten kehrt der Krieg nach Deutschland zurück. Hitlers Tausendjähriges Reich schmilzt immer weiter zusammen. Im verzweifelten "Totalen Krieg" werden nun auch Kinder eingesetzt. Hitlerjungen, die als Luftschutzmelder oder Flakhelfer Dienst tun, Mädchen, die zu Räumungsarbeiten oder der Betreuung von Verwundeten herangezogen werden.

      • "Kriegskinder" geht dem Schicksal einer ganzen Generation auf den Grund, die bislang kaum über ihre Erlebnisse gesprochen hat.

      Dienstag, 23.05.17
      22:05 - 22:48 Uhr (43 Min.)
      43 Min.
      Stereo

      Mit dem Vormarsch der Alliierten im Westen und der Roten Armee im Osten kehrt der Krieg nach Deutschland zurück. Hitlers Tausendjähriges Reich schmilzt immer weiter zusammen. Im verzweifelten "Totalen Krieg" werden nun auch Kinder eingesetzt. Hitlerjungen, die als Luftschutzmelder oder Flakhelfer Dienst tun, Mädchen, die zu Räumungsarbeiten oder der Betreuung von Verwundeten herangezogen werden.

      • "Kriegskinder" geht dem Schicksal einer ganzen Generation auf den Grund, die bislang kaum über ihre Erlebnisse gesprochen hat.

       

      "Kriegskinder" geht dem Schicksal einer ganzen Generation auf den Grund, die bislang kaum über ihre Erlebnisse gesprochen hat. Im Mittelpunkt der Filme stehen ausschließlich die Kriegskinder selbst, also jene, die aus eigenem Erleben darüber erzählen können, was mit und in ihnen geschah. Keine Draufsicht, sondern Innensicht, keine Analyse, sondern Erleben, keine Häppchen-Zitate, sondern Zuhören.

      Ganz bewusst beschränkt sich die Reihe nicht ausschließlich auf das Schicksal der 15 Millionen deutschen Kinder, sondern geht auch den Geschichten der Jüngsten in den überfallenden und besetzten Ländern nach, insbesondere denen in Polen, Frankreich, England und in der Sowjetunion. Der internationale Blickwinkel ist neu und öffnet das Erzählspektrum und den Ereignishorizont auf diese ganze - europäische - Generation.

      Mit dem Vormarsch der Alliierten im Westen und der Roten Armee im Osten kehrt der Krieg nach Deutschland zurück. Hitlers Tausendjähriges Reich schmilzt immer weiter zusammen. Im verzweifelten "Totalen Krieg" werden nun auch Kinder eingesetzt. Hitlerjungen, die als Luftschutzmelder oder Flakhelfer Dienst tun, Mädchen, die zu Räumungsarbeiten oder der Betreuung von Verwundeten herangezogen werden.

      "Ein oder zweimal kam ein Lazarettzug und da sollten wir Brote austeilen. Das war so furchtbar. Sterbende, schreiende Soldaten, die zum Teil in ihrem Blut lagen." Der damals 14-jährige Hellfried Israel ist geschockt, als seine Träume vom Heldentod in diesem Zug auf die erschütternde Realität prallen.

      Im Herbst 1944 erreicht die Roten Armee Ostpreußen. Flucht wird zum Schicksalserlebnis für Millionen Deutsche. Familien, vorwiegend Frauen und Kindern müssen seit Herbst 1944 ihre Heimat verlassen. Die elfjährige Jutta Hartwig wird in den Wirren einer überstürzten Flucht von ihrer Mutter getrennt. Am Bahnhof packt ein Fremder beherzt das einsame Kind und wirft es in eine Lokomotive. Jutta ist gerettet, doch nun beginnt eine Odyssee durch unzählige Bahnhöfe und Flüchtlingslager. Ihre Mutter wird sie nie wieder sehen.

      Für jene, die es nicht geschafft haben, den Rotarmisten rechtzeitig zu entkommen, wird die Lage dramatisch. Mädchen erleben, wie die Mütter und Tanten vor ihren Augen vergewaltigt werden. Und auch sie selbst bleiben nicht immer verschont, egal wie jung sie noch sind.

      Als letztes Aufgebot werden nun Jungen als Volkssturm-Soldaten verheizt. Mit Panzerfaust und Karabiner sollen sie an der Seite der Großväter den Feind stoppen. Für den 15-jährigen Hitlerjungen Arthur Führer eine Bewährungsprobe, für die er sich freiwillig gemeldet hat. Doch seine Mutter bricht beim Abschied in verzweifelte Weinkrämpfe aus. "'Du bist doch noch so jung', hat sie geschrien. Und da hab ich mich losgerissen und hab gesagt, ,Mutter, ich muss da hin', und dann bin ich gegangen und hab mich nicht mehr umgedreht."

      Je näher der Krieg auf Deutschland zurollt, desto weiter rückt der Krieg aus dem unmittelbaren Blickfeld der Kinder in den befreiten bzw. zurückeroberten Gebieten in der Sowjetunion, Frankreich und Polen. Aber wie nach alledem zurückfinden in die Normalität des Lebens? Wer von ihnen weiß denn überhaupt noch, was das eigentlich ist.

      Film von Gabriele Trost

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      Dienstag, 23.05.17
      22:05 - 22:48 Uhr (43 Min.)
      43 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 16.12.2017