02.12.2012
06:10 Uhr
Horizonte Embryo auf dem Prüfstand - Moderation: Meinhard Schmidt-Degenhard | hr-fernsehen

Moderne Biotechnologie macht es möglich: Inzwischen können Schwangere anhand von einfachen Tests nicht nur das Geschlecht ihres Kindes erfahren, sondern auch, ob es am Down-Syndrom erkrankt ist. Seit Kurzem ist es in Deutschland möglich, durch Blutentnahme bei der Mutter Trisomie 21 - das Down-Syndrom - beim Embryo festzustellen. Bislang war dies nur durch eine mit erheblichen Risiken für die Föten verbundene Fruchtwasseruntersuchung möglich.

Der sogenannte Praena-Test der Konstanzer Firma "Lifecodexx" wirbt damit, diese für Mutter und Embryo schonende Methode helfe, Leben zu retten. Kirchen und Lebensschützer dagegen sehen darin einen weiteren Schritt zur Selektion von behindertem Leben, kritisieren die Zulassung dieses Verfahrens. Wie man auch immer zu diesem Test stehen mag: Schon bald, so versprechen Genforscher, wird es den Eltern mithilfe einfacher Tests möglich sein, das ganze Erbgut des ungeborenen Kindes zu untersuchen - schnell und preiswert: eine Entwicklung, die vor neue Herausforderungen stellt. Will man wirklich alles wissen, was erfahrbar ist? Werden sich Eltern dem Druck widersetzen können, ihr Kind einem Gen-Check zu unterziehen, wenn solche Tests erst einmal als Regeluntersuchung etabliert sind? Und wie wird die Gesellschaft mit Behinderten umgehen, wenn Behinderungen bereits vor der Geburt mit immer einfacheren Verfahren und immer genauer diagnostiziert werden können? Darüber spricht in "Horizonte" Meinhard Schmidt-Degenhard mit dem Reproduktionsmediziner Matthias Bloechle, der sich für die Nutzung der Präimplantationsdiagnostik (PID) einsetzt.

Moderation: Meinhard Schmidt-Degenhard

Sonntag, 02.12.12
06:10 - 06:40 (30 Min.)
Stereo