02.12.2012
18:00 Uhr
defacto Das Landesmagazin - Moderation: Robert Hübner | hr-fernsehen

Themen:

  • Altkleider-Abzocke - Wenn die Spende zur Ware wird
  • Wer wohnen will, muss leiden - Quartiersuche in Frankfurt
  • Konservativ oder modern? - Wie schwer sich die CDU mit der Homo-Ehe tut
  • Sexuelle Gewalt gegen Hilflose - Immer mehr behinderte Frauen werden zu Opfern
  • Jetzt reichts - Keine Ausbildung für behindertes Mädchen
  • Altkleider-Abzocke - Wenn die Spende zur Ware wird

Rund 750.000 Tonnen Kleidung rangieren wir in Deutschland jedes Jahr aus. Doch nur ein kleiner Teil davon landet tatsächlich in Kleiderkammern der örtlicher gemeinnütziger Organisationen und wird dort an Bedürftige verteilt. Den weitaus größeren Teil sammeln kommerzielle Firmen nicht selten im Auftrag karitativer Organisationen ein - wie dem Roten Kreuz oder dem ASB (Arbeiter-Samariter-Bund). Denn mit Altkleidern lässt sich - Dank der großen Nachfrage auf dem Weltmarkt - viel Geld verdienen. Deshalb gibt es immer mehr Container, die auch illegal aufgestellt werden. Die Verbraucher merken davon meist nichts, weil sie kaum von den anderen zu unterscheiden sind. Auch dort sind Logos und Fotos aufgedruckt, die in diesem Fall einen wohltätigen Zweck vortäuschen. Wer also mit seinen getragenen Kleidern Gutes tun will, sollte aufpassen. defacto hat sich schlau gemacht.

  • Wer wohnen will, muss leiden - Quartiersuche in Frankfurt

Wer in der Frankfurter Innenstadt eine bezahlbare Wohnung finden will, sucht immer öfter vergeblich, denn hier sind Quadratmeterpreise um die 20 Euro völlig normal. Damit rangiert Frankfurt ganz oben auf der Liste der teuersten Städte Deutschlands. Der Grund: In den letzten Jahren wurden in Frankfurt weder bezahlbarer Wohnraum geschaffen noch Sozialwohnungen gebaut. Absurd, denn die Zahl der Einwohner ist stark angestiegen.
Das ist aber nicht der einzige Grund für die steigenden Mietpreise. Sie haben auch noch eine andere Ursache: Laut Mieterbund legen die Großinvestoren aus dem Ausland ihr Geld in Luxuswohnungen an. Das treibt die Mieten noch mehr in die Höhe und die alteingesessene Bevölkerung wird aus der Stadt ins Umland vertrieben. defacto dokumentiert die Verfehlungen der Wohnungspolitik am Beispiel der Stadt Frankfurt am Main

  • Konservativ oder modern? - Wie schwer sich die CDU mit der Homo-Ehe tut

Über die Frage, ob homosexuelle Lebensgemeinschaften im Steuerrecht Ehen gleichgestellt werden sollen, ist kurz vor dem Bundesparteitag der CDU ein parteiinterner Streit entbrannt. Der Vorsitzende der "Lesben und Schwulen in der Union" vom Landesverband Hessen wirft seiner Partei "Unehrlichkeit" und "Diskriminierung" vor.
Das Argument nur die klassische Ehe fördern zu wollen, weil der der Staat dringend Kinder brauche und deshalb Ehepartner steuerlich besser gestellt werden müssten sei nur vorgeschoben. In Wahrheit wolle man Schwule und Lesben in der CDU ausgrenzen.

  • Sexuelle Gewalt gegen Hilflose - Immer mehr behinderte Frauen werden zu Opfern

Behinderte Frauen werden doppelt bis dreimal so oft sexuell belästigt und missbraucht wie nicht behinderte Frauen - das zeigt eine Studie der Universität Bielefeld. Insbesondere gehörlose und psychisch behinderte Frauen machen zum Teil schreckliche Erfahrungen, die oft schon in der Kindheit beginnen. Perfide ist, dass sich die Frauen weder in der Missbrauchssituation selbst wehren können noch danach, da sie sich nur schlecht artikulieren können. Und wenn sie es dennoch tun, dann gelten sie oft als "unglaubwürdig".
Besonders stark sind Frauen betroffen, heißt es in der Studie, die in Einrichtungen leben. Nicht selten sind Heimbewohner und Mitarbeiter die Täter, was es für die Opfer noch schlimmer macht. defacto wirft einen Blick auf die Situation in Hessen. Wir haben Geschichten von Betroffenen erfahren, die sonst nur selten erzählt werden.

  • Jetzt reichts - Keine Ausbildung für behindertes Mädchen

Stephanie Schneider aus Lauterbach ist ein junges Mädchen mit einer Behinderung: Sie leidet an selektivem Autismus, sie spricht kaum und ist extrem scheu. Vor einem Jahr hat defacto sie in der ita-Schneiderei besucht, dort machte sie ein Praktikum. Die ita-Schneiderei ist eine soziale Einrichtung für Jugendliche, die Schwierigkeiten haben sich im Leben zu Recht zu finden. Dort wollte Stephanie nach dem Praktikum eine Ausbildung zur Mode-Schneiderin machen.
Doch das klappte nicht, kein sozialer Träger wollte die Kosten dafür übernehmen, obwohl alles dafür sprach und Stephanie sich in der Schneiderei gut machte. Doch die Berichterstattung von defacto hat offenbar einen Stein ins Rollen gebracht. Zahlreiche Geldspender meldeten sich um ihr zu helfen. Stephanie macht heute in der ita-Schneiderei eine Ausbildung zur Modeschneiderin.

Sonntag, 02.12.12
18:00 - 18:30 (30 Min.)
Stereo